Sonntag, 18. Juli 2021

Kahler Asten

Am Montag der neuen Woche habe ich den ersten von fünf Physiotherapie-Terminen, die ich bereits vor fast zwei Monaten vom Orthopäden verschrieben bekommen habe (Sie erinnern sich?). Wir haben mittlerweile festgestellt, dass einer meiner Nerven in der linken Schulter nicht mehr arbeitet  - wahrscheinlich seit einem Rennradsturz, den ich bereits vor sieben Jahren hatte - und aus diesem Grund einer der Muskeln in dieser Schulter nicht mehr angesteuert wird, weshalb er, ganz schlicht, verkümmert, weil er nicht mehr benutzt wird. Das ist kein Drama, denn eine Schulter hat viele Muskeln, die dann die Aufgaben des ausgefallenen Muskels einfach mit übernehmen, es ist aber so, dass ich auf der linken Seite sehr viel leichter verspanne und daher regelmäßige Kräftigungsübungen machen muss und eben Physiotherapie bekommen muss und möchte.

Für den Termin muss ich schon um 08.00 Uhr in der Stadt sein - und das ist wirklich keine meiner leichtesten Übungen: Frühaufstehen ... an diesem Montag komme ich sehr schlecht aus dem Bett und muss in der Konsequenz das Auto in die Strumpfstadt nehmen, um pünktlich zu kommen. 😏 Den Rest des Tages verbringe ich im Büro in der Strumpffirma. Am Abend bietet sich mir ein tolles Bild von meinem Schreibtisch aus bevor ich noch eine Runde an der frischen Luft drehe.


Der neue Kollege hat am Mittwoch in der kommenden Woche Geburtstag und wir haben kurz überlegt, was wir ihm schenken können. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass es nett wäre, ihm eine Sonderedition von Tennisbällen zu schenken, die den Minions gewidmet ist. Er spielt sehr gerne Tennis und unterrichtet es auch. Die Tennisbälle sind mit einem Gesicht bedruckt, das eine schwarze Brille trägt - wie einige der Minions und wie unser Kollege eben auch. 😊

Diese Bälle habe ich am Wochenende bestellt und sie kommen am Dienstag bei mir an. Sie sind super verpackt ... haben dann aber leider kein Gesicht: falsches Artikelbild. 😕


Im Moment lese ich ein Buch, das mir sehr gut gefällt - und ich lese es leider schon elend lange, denn iwie komme ich kaum noch zum Lesen, was ich extrem schade finde. Dennoch, immer wieder schaffe ich mal ein Stück und am Mittwoch in dieser Woche lese ich mich gerade durch das Kapitel "Konsum". Das Buch heißt "Unsere Welt neu denken - eine Einladung" (Achtung, Werbung!) und ist iwie ein Sachbuch, iwie aber auch nicht, sondern recht leicht zu lesen.

Das Kapitel über "Konsum" finde ich besonders spannend, denn gerade beim Konsum befinden sich die Menschen in der westlichen Welt auf einem Gewöhnunglevel, das phänomenal, aber eben auch phänomenal schlecht für unsere Umwelt ist.

Und da steht es wieder, das böse Wort: Verzicht. Ich schaue mich oft um und schaue mir an, was die Menschen in meiner Umgebung so mit ihrer Zeit anfangen und ich wundere mich oft, dass nicht viel mehr von ihnen schon sehr viel mehr über ihren Konsum nachdenken. Da sind so viele schlaue Leute dabei, die wissen, wie es um unsere (Um-)Welt bestellt ist und dass man sich sehr viel genauer überlegen sollte, was man heutzutage konsumiert und wie viel davon. Dennoch habe ich leider noch allzu oft das Gefühl, dass es, sobald es zum eigenen Komfort kommt, vorbei ist mit der Einsicht, einen Gang herunterschalten zu müssen.

Wir sind alle sehr bequem, wir haben uns an viele Dinge gewöhnt, an viel mehr als wir eigentlich bräuchten, um glücklich zu sein in dieser Welt. Interessanterweise sind es mittlerweile sogar so viele Dinge, mit denen wir uns das Leben verschönern können, dass sich der Effekt schon wieder ins Gegenteil verkehrt: wir haben Angst davor, dass es uns iwann nicht mehr so gut geht, weil wir all diese Dinge nicht mehr haben, wir haben Angst, dass wir sie uns nicht mehr leisten können oder sie uns jemand wegnehmen könnte und beides macht uns schlecht gelaunt ... und das obwohl wir die Sachen doch eigentlich angeschafft haben, um glücklich zu sein. 😐

Wir empfänden das als "Verzicht", dabei kann man nur auf Dinge verzichten, die einem grundsätzlich zustehen. Die meisten der Dinge, die wir heutzutage - wofür auch immer - verbrauchen, stehen uns aber gar nicht zu. Wir benutzen sie und nehmen sie vor allem vielen anderen Ländern (wenn für das Soja, das Argentinische Rinder, deren Fleisch am Ende bei uns als "Feinschmeckersteak" verkauft wird, riesige Waldflächen in Argentinien gerodet werden und für die Viehzucht selbst gleich noch einmal ...) oder zukünftigen Generationen (wenn wir Erdöl in Dimensionen verbrauchen, die voraussetzen, dass wir sehr viel mehr davon wegnehmen als die Erde in einem Zeitraum x in der Lage ist, wieder herzustellen ... der Earth Overshoot Day - Achtung, externer Inhalt! - in Deutschland fand dieses Jahr am 05.Mai statt, so früh wie in 2019, dem letzten Jahr vor Corona - wussten Sie das?) einfach weg - ohne groß danach zu fragen, ob das iO ist. Derlei und noch sehr viel mehr Beispiele stammen aus dem genannten Buch von Maja Göpel, das ich aktuell sehr gerne lese, wenn auch leider viel zu wenig. 😏


Am Donnerstagabend drehe ich mal wieder eine Runde ums Dorf und treffe, wie hier sehr üblich, auf ein paar neugierige Rinder, die immerhin keine Weidefläche in Argentinien besetzen und (im Moment) heimisches Gras statt Soja fressen. 😍


Spät am Donnerstagabend schreibt jemand in der WhatsApp Gruppe des Triathlonvereins etwas davon, dass es ja am kommenden Samstag eine RTF (Achjtung, externer Inhalt!) in der Region gäbe und das doch toll wäre, ob denn jemand vor hätte, daran teilzunehmen? Ich bin völlig entsetzt, denn zu genau dieser Radtour hatte ich mich, mit ein paar Kollegen zusammen, angemeldet, war allerdings bis zu diesem Abend davon ausgegangen, dass die Tour am Sonntag stattfände und hatte mich gefreut, am Samstag vorher ausschlafen und in Ruhe einkaufen gehen zu können. Dass die Tour nun schon am Samstag stattfinden würde, änderte die Ausgangslage grundlegend für mich. Glücklicherweise bin ich recht flexibel, plante um und wusste dann, dass ich wohl am Samstag nicht ausschlafen und bereits am Freitagabend einkaufen gehen würde.

Am Freitagmorgen verpasse ich einmal mehr einen Physiotherapietermin und es fällt mir erst auf, dass ich ihn gehabt hätte, als er schon seit einer Stunde vorbei ist. Ich bin in dieser Woche extrem schlecht darin aufzustehen - und am Freitag am allerschlechtesten. Dementsprechend bin ich froh, dass mein erster Termin am Freitag vermeintlich erst um 09.00 Uhr starten soll und lasse mir mit dem Aufstehen Zeit bis ich am Rechner dann feststelle, dass ich eben doch schon einen Termin zu einer früheren Zeit gehabt hätte ... tja, was soll ich sagen. Ich ärgere mich, wie immer, über mich, entschuldige mich bei der Physiotherapeutein per Telefon (sie kennt das schon) und schriebe mir hinter die Ohren, dass der nächste Termin am kommenden Montag sein wird.

Der KSM verbringt das Wochenende komplett am Nürburgring (Achtung, externer Inhalt!), denn dort findet diesmal, sowohl am Samstag als auch am Sonntag, ein Rennen statt, bei dem er das Auto betreuen muss. Das gibt mir Platz, das Wochenende so zu nutzen, wie ich das kann und möchte, bspw. indem ich mit den Kollegen eine RTF fahre. 😉

Ich werde am Morgen von einem Kollegen und einer Kollegin, die ich noch an Board des Teams gehievt habe, abgeholt und wir fahren zusammen an den Startort der Veranstaltung: ein Schulzentrum ca. 20km von uns entfernt. Dort ist schon Einiges los.


Nach kurzer Vorbereitung - wir bekommen alle ein einheitliches Trikot und die passenden Socken (was auch sonst? 😉) - und Wartezeit sind wir vollständig und haben uns angemeldet. Wir starten gegen 09.10 Uhr auf die Strecke, die ca. 110km lang sein und uns über den höchsten Straßenpass Nordrhein-Westfahlens (Achtung, externer Inhalt!), den "Kahler Asten" (Achtung, externer Inhalt!) führen wird. Ich bin schon sehr gespannt, denn bei solchen Teams-Events zeigt sich ja immer recht genau, wer in der Gruppe gut agieren kann und wer eher ein Einzelkämpfer tendiert und auf seine Mitstreiter nicht so sehr achtet. 😊 Wer im Team das bei uns jeweils sein wird, dazu habe ich einen Verdacht, der sich im Laufe der Veranstaltung noch bestätigen sollte.


Bereits an der ersten Verpflegungsstation werde ich gedrängelt, schneller zu essen (und wenn man das tut, dann esse ich ja erst recht noch langsamer 😁), damit es weitergehen könnte und finde es schon etwas ätzend. Wir fahren dann noch ein gutes Stück miteinander bevor jemand die Parole ausgibt, dass jetzt den "Kahler Asten" hoch, Jeder und Jede sein/ihr eigenes Tempo fahren dürfte - es wurde nicht gefragt, ob das für alle okay wäre, es wurde einfach eine Ansage gemacht.


Auf dem letzten Stück des Weges auf den "Kahler Asten" kommt uns (meine Kollegin ist super mit mir zusammen gefahren, wir sind in etwa gleich schnell unterwegs) einer der vier Herren, die mit uns unterwegs sind noch einmal entgegen, um uns einzusammeln und erneut mit uns nach ganz oben zu fahren, der Rest ist und bleibt bereits oben an der zweiten Verpflegungsstation. Auch hier muss ich mich wieder hetzten lassen (also, ich lasse mich nicht hetzen, aber es wird probiert ...) bevor wir weiterfahren. Auf der Abfahrt verabschiedet sich dann der erste Mitfahrer, er müsste nach Hause zu Frau und Kindern und würde daher ab jetzt "Gas geben". Aha. 😏 Genau das tut er dann auch und ist weg.

Gut 20km später werden wir gefragt, ob wir den Weg denn auch alleine zurück fänden, obwohl eine Antwort darauf gar nicht erst erwartet wurde, denn eig. war schon klar, dass sich nun auch der Rest der Truppe von uns beiden Frauen absondern und alleine ins Ziel fahren würde. Einer unter den restlichen dreien musste ebenfalls nach hause, daher sollte nun schneller gefahren werden. Ich merke mal kurz an, dass dies ja eig. mal als "Gruppenevent" geplant worden wäre ... und ernte einen komischen Blick und eine seltsame Bemerkung. Danke

Die dritte Verpflegungsstation mitgenommen und im Ziel, nach 113km, mit einem 22er Schnitt angekommen, treffen wir den Rest unserer Truppe (bis auf denjenigen, der zu Frau und Kindern musste, der ist tatsächlich schon weg, der zweite angekündigte Ausfall ist aber, gegen seinen Plan, immer noch bei uns) und sitzen dann noch knapp 2h gemütlich zusammen und unterhalten uns. Das ist wirklich nett und genau dafür macht man ein solches Event doch auch.😉

Nach der Tour treffe ich meine Vermieter vor dem Haus und erzähle, wo ich herkomme. Wie so oft, können sich meine Gegenüber nicht so richtig vorstellen, dass man über 100km mit dem Fahrrad fahren kann ohne tot umzufallen. Es wird sofort darauf hingewiesen, dass man selbst, der man ja schon etwas dicklicher und älter sei, das ja nicht könnte und deshalb E-Bike fahren müsste. Bei derlei Aussagen stellen sich mir innerlich (und auch äußerlich, schätze ich 😉) stets die Haare auf. E-Bikes sind für mich die Versinnbildlichung dessen, was unsere westliche Gesellschaft ist: ein bequemer Haufen, der sich lieber nicht anstrengen möchte und der immer noch glaubt, alle Ressourcen stünden für immer in unbegrenztem Maße zur Verfügung. Das manifestiert sich nun darin, dass wir selbst zum Fahrradfahren, dessen Reiz es ausmacht, dass man sich mit seiner eigenen Muskelenergie (uns sonst nichts) von A nach B bewegen kann, noch Strom verbrauchen und dafür Akkus produzieren, die man hinterher nur noch auf dem Sondermüll entsorgen kann. Wie behämmert ist das denn, Entschuldigung? Wir sprechen darüber, dass wir Energieverbräuche reduzieren wollen und müssen, und speisen nun sogar noch Fahrräder mit Strom. Ich versteh's nicht. Sich anzustrengen, und am Ende zu schwitzen ist halt so schrecklich unbequem, gell? 😊

Das Ganze gipfelt ja mittlerweile schon darin, dass Kinder im Grundschulalter und Jugendliche auch E-Bike fahren - logischerweise, denn wenn die Eltern eines haben, wäre die gemeinsame Fahrradtour dann ja ein sehr ungleicher Kampf zwischen allen daran beteiligten Parteien und so sitzen - gerade hier im Hochsauerland - bereits die Kleinsten auf elektronisch betriebenen Fahrrädern und lernen damit schon nicht einmal mehr, was Fahrradfahren eigentlich ist. Ich persönlich finde das sehr traurig in einer Gesellschaft, in der Übergewicht und sportliches Unvermögen bei Kindern immer öfter auf der Tagesordnung steht. Aber da fahren wir unsere Kinder scheinbar lieber mit dem Auto zum Fußballtraining und zur Schule und setzen es dann zuhause aufs E-Bike - immerhin treten müssen sie dann ja noch. 😉

Unglücklich ist außerdem, dass sich E-Bikes oft gerade solche Menschen kaufen, die seit Jahren nichts mehr mit Radfahren am Hut hatten, und deren Reflexe vllt. auch nicht mehr die allerbesten sind. Und genau diese Menschen sitzen dann auf Fahrrädern, die über 20kg wiegen (und können sie schiebend oft kaum bewegen geschweige denn sie tragen, wenn im Bahnhof mal wieder der Lift ausgefallen ist 😁) und man wundert sich, dass Fahrradstürze mit diesen Dingen weitaus öfter zu schweren Verletzungen führen als mit einem herkömmlichen Rad. Die Kräfte, die dabei wirken, sind, allein aufgrund der höheren Geschwindigkeit der E-Bikes, aber natürlich auch aufgrund des Eigengewichts der Räder, deutlich höher und verletzen im Fall der Fälle auch schon einmal heftiger. Im Krankenhaus, das weiß ich zufällig, wird in der Notaufnahme bei Fahrradunfällen daher mittlerweile als Erstes danach gefragt, mit welcher Art Fahrrad der Unfall denn passiert ist.

Verstehen Sie mich nicht falsch, es gibt Anwendungsfälle, bei denen ich es durchaus für sinnvoll halte, wenn ein E-Bike gefahren wird. Wenn jemand damit z.B. täglich den Arbeitsweg zurücklegt und sich dadurch das Auto spart oder bei älteren Leuten, die ihr Leben lang gerne und regelmäßig Fahrrad fuhren und es jetzt eben einfach nicht mehr so gut können und deshalb etwas Unterstützung benötigen, bei Lastenfahrrädern, mit deren Hilfe schwere Dinge transportiert werden, auch wenn jemand durch die Anschaffung eines E-Bikes sich deutlich mehr mit dem Fahrrad bewegt, lasse ich es mir vielleicht noch eingehen, dass das ein positiver Effekt sein kann ... es gibt also schon einige, aber ich persönlich würde von einem gesunden Menschen mit durchschnittlicher Fitness erwarten, dass er es hinbekommt, mit einem gewöhnlichen Fahrrad vorwärts zu kommen. Die Aussicht darauf, es bequemer zu haben und (wie so oft) die Werbung lässt die Menschheit aber zum E-Bike greifen und wir werden sehen, wohin uns das in den nächsten Jahren führen wird.

Danach dusche ich, döse kurz und telefoniere dann noch mit zwei Freundinnen, die ich beide länger schon nicht mehr gesprochen habe. Den KSM spreche ich m Abend dann auch noch bevor ich, sehr müde, ins Bett falle.

Am Sonntag dann lasse ich es langsam angehen - ich wollte ja mal wieder ausschlafen, Sie erinnern sich? Dementsprechend stehe ich relativ spät auf und frühstücke erst einmal gemütlich. Dann komme ich endlich einmal wieder dazu, eine Stunde Yoga zu machen und mich dabei ordentlich zu dehnen. 


Danach schaffe ich es endlich, unserer Perle einmal das System und die Ordnung in unserem Schranksystem zu erklären: wem welche Teile gehören, wo was drin und nach welchen Prinzipien es geordnet ist. Das System ist mittlerweile ziemlich ausgereift, Klamotten sind nach ihrer Art sortiert und (bei mir zumindest) auch noch einmal nach "bunt" (sehr wenige Teile nur noch) und "unbunt" (das Meiste) sortiert. So muss ich nie wirklich überlegen, was ich anziehen könnte, sondern ich ziehe einfach an. 😊 Blau sind übrigens die Teile des KSM, grün sind meine Teile des Systems. 😉






Am Sonntag ist das Wetter, im Gegensatz zum Vortag, an dem es zumindest trocken war, einigermaßen schlecht und nass, so dass es mir leicht fällt, ihn einfach großteils drinnen zu verbringen. 


Zum Mittag esse ich den zweiten Teil einer Süßkartoffel Kumpir Style (Achtung, externer Inhalt!), die ich mir am Samstag nach dem Rennen bereits zubereitet und dann aber nur zur Hälfte geschafft hatte. 😋


Am Nachmittag drehe ich draußen dann doch noch eine Runde, um die Beine wieder etwas zu lockern und am Abend schaue ich einen Münsteraner Tatort (Achtung, externer Inhalt!), nachdem ich den KSM noch kurz gesprochen habe (der, nach dem Rennen heute, fix und alle ist und früh ins Bett gehen möchte), danach gehe auch ich schlafen.

Dienstag, 6. Juli 2021

Renndrahtesel

Der Montag der Folgewoche, der der erste Tag unserer Vertriebstagung ist, startet für mich viel zu früh - bereits um 6.00 Uhr - also nach 4,5 h Schlaf, denn ich habe wage im Gedächtnis, dass ich beim letzten Mal zu spät dran war und die ersten Vorträge der Firmeninhaber und des oberen Managements dadurch verpasst habe. Ich bilde mir ein, beim letzten Mal sei die Veranstaltung um 08.15 Uhr losgegangen und beeile mich, um um 08.00 Uhr im Büro zu sein.

Die Falten bekämpfe ich mit Augenserum und Gesichtscreme (Achtung, Werbung!), die Ringe unter den Augen mit einem gekonnten Make Up und die Seriosität erzeuge ich mit einem Business-Outfit, das ich, extra für diesen Tag, um einen Blazer von Steffen Schraut (Achtung, Werbung!) ergänzt habe. 😍


Als ich im Büro ankomme und mich freue, dass ich pünktlich bin, wundere ich mich schon, dass meine Kollegin, die ebenfalls anwesend ist, noch gar nicht vor ihrem Rechner hängt. Ich spreche sie darauf an und es stellt sich heraus, dass die Veranstaltung erst um 09.00 Uhr startet. Ich freue mich also einerseits, dass ich nun noch deutlich Zeit habe bis es los geht und ärgere mich andererseits, dass ich nicht noch länger geschlafen habe. 😉


Im Laufe des Vormittags darf ich außerdem noch feststellen, dass es nicht so ist wie bei den letzten Malen, als die deutschen Vorträge an einem und die englischen am zweiten stattgefunden haben (das Feintuning meiner englischen Texte muss ich ja noch machen, Sie erinnern sich?), sondern dass diesmal beide Vorträge an einem Tag stattfinden sollen: der deutsche vormittags, der englische am Nachmittag.

Ich lausche also den Vorträgen der Geschäftsleitung und meiner Kollegen vor mir, halte dann meinen eigenen und schaue mir auch die beiden nach mir noch an, die ebenfalls von Produktmanagern aus meinem Team gehalten werden. Danach bringe ich die englischen Texte zu meinem Vortrag in Ordnung, so dass sie korrekt sowie unmissverständlich sind und hole mir beim "Dönermann" im Supermarkt ggü. einen Salat zum Mittag, bevor am Nachmittag für die internationalen Kollegen die Veranstaltung noch einmal von vorne beginnt und auf englisch durchläuft.

Am Abend sind wir mit den Vorträgen fertig, ich radele nach hause und wir stoßen dann gemeinsam digital darauf an, dass wir am nächsten Tag "nur noch" die Frage und Antwort Sessions mit unseren Vertriebskollegen durchlaufen müssen, in denen wir ihnen sämtliche Fragen zur Kollektion beantworten können sollten.

Das Wetter ist freundlich draußen, meine Fenster stehen offen und als ich mich endlich auf mein Sofa setzen kann, gesellt sich dieser kleine Kerl, angelockt durchs Licht, zu mir:


Der nächste Tag startet etwas später - ich bin diesmal in ganz schwarz - und dauert dafür deutlich länger. Die zweite, englischsprachige Frage-Antwort-Session startet erst am Abend. Im Anschluss stoßen wir ein zweites Mal miteinander an, denn heute ist auch das zweite von drei Teams zu drei Marken in unserem Haus mit seinen Vorträgen fertig und stößt zu unserer Runde dazu.


Noch bevor ich fürs Anstoßen nach hause fahren kann, beginnt es draußen zu gewittern und, da ich meine Regenhose an diesem Tag nicht eingepackt habe, bleibe ich im Büro, um draußen nicht nass zu werden. Unser gemeinsamer Termin dauert bis 21.30 Uhr, dann verabschieden sich alle und ich nehme mein Fahrrad und fahre nach hause. Es regnet nicht mehr so stark, aber doch immer noch ein bisschen, daher komme ich durchaus leicht nass zuhause an.

Am Donnerstag der Woche findet in meinem Bereich die Skizzenübergabe der neuen Saison an unsere Designer und Techniker statt - ein denkwürdiger Termin, der von ganz viel schlechter Laune geprägt ist. Außerdem hält auch die dritte Marke im Haus ihre Vorträge noch und stellt sich den Fragen des Vertriebs.

Am Freitag und zu guter Letzt stellen dann auch noch die Kollegen im klassischen Fashion-Bereich ihre Kollektionen vor und ich versuche in etwa wieder hereinzuarbeiten, was während der letzten Tage liegengeblieben ist. Am Nachmittag bin ich einfach fertig und durch und müde von dieser Woche ... welch' Freude deshalb, dass uns der KSM am Abend dann sehr leckeres Essen von einem tollen Asiaten aus Rheinland-Pfalz mitbringt! Es gibt einen Salat mit Papaya, Kraut und Garnelen sowie eine Suppe mit frittiertem Tofu - extrem lecker beides. 😋


Am Samstag sind wir erneut zum Rennradfahren mit dem Triathlonverein meiner Wahl (Achtung, externer Inhalt!) verabredet. Diesmal, da beim Organisator Schützenfest ist, starten wir bereits früher und auch große Pausen sind nicht erwünscht.

Am frühen Nachmittag, nach fast 100km auf einer welligen Strecke, sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt und fahren zurück. Zuhause gibt es zum Mittag eine Vesper und am späten Nachmittag gehen wir, nach einer kurzen Ruhepause, erst einmal unseren Wocheneinkauf erledigen.


Am Sonntag entspannen wir einfach. Leider bleibt für mich das Wochenende nicht völlig ohne Arbeit, denn ich habe in den Wirren der letzten Woche einfach vergessen, die Stammdaten für die neuen Modeartikel zur neuen Saison für die Techniker vorzubereiten - das hole ich also am Sonntag nach.

Außerdem gehen wir am Abend endlich einmal wieder essen. Der KSM hat uns einen Tisch reserviert und wir gehen in den Gasthof, den wir bereits im letzten Jahr in einer der ersten Woche hier kennen und schätzen gelernt haben (Sie erinnern sich?), weil sein Essen - trotz des sehr ländlichen Charms - ein sehr gutes Niveau hat. Mein Salat schmeckt super und der KSM mag seinen Burger auch. Beide nehmen wir die Reste der Gerichtes noch mit nachhause, weil die Portionen echt groß - für uns "zu groß" - sind. 

Während wir essen versucht eines der Mädels, die zum Tisch von schräg gegenüber gehören, hinter mir den Trennvorhang im Gastraum herunterzureißen - es gelingt ihr nur halb. Ihre Eltern bemerken davon allerdings nicht einmal etwas. 😕


Nach dem Essen drehen wir noch eine Runde zu Fuß um unser Dorf für etwas Bewegung und schauen im Anschluss einen Tatort aus Wien (Achtung, externer Inhalt!) während dem der KSM bereits auf dem Sofa einschläft bevor wir ins Bett fallen und wieder eine Woche Geschichte ist. 😴


Freitag, 2. Juli 2021

Am Brünnchen

Die neue Woche startet damit, dass der KSM nicht nach Rheinland-Pfalz, sondern in die Hessenmetropole (Achtung, externer Inhalt!) muss. Darüber freue ich mich, denn dann kann er mir ein paar Dinge mitbringen, die ich hier nicht bekomme oder erledigen kann: ich benötige eine neue Körperbutter (Achtung, Werbung!), denn die alte ist, nach einem halben Jahr Benutzung, nun leer. Ich muss einmal wieder eine neue Mascara (Achtung, Werbung!) haben - diese eine, die ich schon seit dem Studium benutze, weil es toll ist, dass sie sich einfach mit warmem Wasser in "Bröckchen" abwaschen lässt, daher nicht verschmiert und ich auch keinen Abschmink-Zirkus veranstalten muss, sondern mich einfach mit warmem Wasser und Seife waschen kann, um ein sauberes Gesicht zu bekommen (wenn ich auch weiß, dass der Hersteller dieser Mascara die Abschaffung von Tierversuchen zwar unterstützt, leider aber noch nicht gänzlich auf sie verzichtet, da er weiterhin in Länder liefert, in denen sie vorgeschrieben sind 😕). Meine Brille (Achtung, Werbung!), bei der die dünne Dichtung, die bei ihr benutzt wird, um die Gläser mithilfe einer dünnen Nut im Metallrahmen an Ort und Stelle zu halten, sich teilweise herausgelöst hat, muss einmal in der Hessenmetropole zu Optiker gebracht und die Dichtung dort ausgetauscht werden.

Der KSM ist für solche Dinge genau der richtige Ansprechpartner und ein sehr gewissenhafter Einkäufer, ich weiß, dass ich mich da zu 100% auf ihn verlassen kann und dass er mir niemals etwas mitbrächte, von dem er nicht genau weiß, dass ich es haben möchte und leiden mag. 😍 Leider vergesse ich dann aber, ihm die Brille mitzugeben und der Aufenthalt des KSM in der Stadt sollte ungeplant deutlich kürzer werden als gedacht, so dass er in dieser Woche mir die Sachen dann doch nicht mitbringen kann.

Während der KSM also relativ früh am Montagmorgen gen Hessen abschwirrt, mache ich mich auf ins Büro in der Strumpfstadt, um dort die Salestagung, die in der kommenden Woche stattfinden soll, vorzubereiten.

Am Dienstag kommt bei mir, im Rahmen der Vorbereitungen für die Salestagung auf privater Seite, eine Lieferung von Talbot Runhof (Achtung, Werbung!) an. Bekleidung, das Metier, in dem ich auch arbeite, ist mir recht wichtig. Ich benötige davon keine unglaublich Menge, aber ich möchte einen vielseitigen Kleiderschrank besitzen, in dem ich für jede Gelegenheit etwas finde, und dessen Teile sich kompromisslos miteinander kombinieren lassen. Daher verfolge ich ein Farbkonzept und bin tendenziell unbunt, also schwarz, grau und weiß, unterwegs, ggf. mit dem ein oder anderen Farbklecks, wenn es sich richtig anfühlt. Allgemein ist mir mein "Gefühl" bei meinem Herangehen an Käufe im Bereich Mode am allerwichtigsten. Ich kaufe keine Dinge, mit und in denen ich mich nicht zu 100% wohlfühle und bei denen ich nicht das Gefühl habe, dass sie mich locker über viele Saisons begleiten (bzw. bekleiden) können ohne dass ich ihnen überdrüssig werde bzw. das Gefühl bekomme, sie nicht mehr sehen zu können.

Dabei ist es mir auch wichtig, dass ich Kleidungsstücke von Firmen kaufe, die aus hochwertigem Material unter möglichst nachvollziehbaren Umständen hergestellt werden, bei denen ich einigermaßen sicher sein kann, dass sie nicht von kleinen Kindern oder sonstigen armen Menschen, unter sozial unwürdigen Umständen gefertigt werden bevor sie um die halbe Welt geflogen und uns hier verkauft werden. Auch mir ist bewusst, dass ich dabei dem Glauben schenken muss und möchte, was einzelne Firmen darüber auf ihren Homepages schreiben und was ich sonst noch über sie im Netz an Kritik finde, aber das ist schon einmal besser als nichts und als gar keine Gedanken zu investieren und sich zu fragen, wo die Dinge des eigenen Konsums eigentlich herkommen, denke ich.

Talbot Runhof (Achtung, externer Inhalt!) ist eine Marke, die interessanterweise von zwei Herren gegründet wurde, von denen zumindest einer nicht wirklich eine Ausbildung hat, die in der Modebranche angesiedelt ist. Nichtsdestotrotz sind Abendkleider von Talbot Runhof mit Sicherheit, auch unter der High Society, mittlerweile sehr bekannt und beliebt. Die Stücke der Marke werden ausschließlich in ihren Ateliers in Deutschland entworfen und gefertigt. 

Mir ist die Marke letztes Jahr zum ersten Mal konkret untergekommen, als ich auf dem Titelbild der Zeitschrift "textilwirtschaft" (Achtung, Werbung!) ein schönes Outfit sah, das mir für mich selbst gut gefallen hätte. Nachdem sich dann aber herausstellte, dass der Rock in seiner Grundfarbe leider nicht schwarz, sondern dunkelblau ist (was leider überhaupt nicht in meinen restlichen Kleiderschrank gepasst hätte - das Farbkonzept you know ... 😁) und die weiße Bluse mit Lochstickerei und Puffärmeln auch reduziert noch deutlich mehr Geld kostete als ich mir leisten wollte (was es einem eben wert ist 😉), habe ich die Bestellung damals sein lassen. Immer einmal wieder schaue ich seitdem bei Talbot Runhof rein, um festzustellen, ob da etwas ist, das ich mir an mir gut vorstellen kann.

Diesmal war es eine Bluse mit einem langen Schnitt, mit Schluppe und Taschen an der Seite aus einem im Grunde schwarzen Webstoff, in den in Regenbogenfarben ein Karo gewebt war - genau mein Ding also. 😊 Nachdem diese außerdem von einem anatomisch hohen auf einen für mich erträglichen Preis deutlich reduziert war, probierte ich mein Glück und bestellte. Die Lieferung kam am Dienstag in dieser Woche an.

Und es ist wie immer, wenn man bei einem der hochwertigen Hersteller bestellt: man bekommt, was man bezahlt. Die Bluse wird auf Bügel, in einem Kleidersack ordentlich in einen Karton gelegt, angeliefert, die Lieferung ist ordentlich personalisiert und die Kaufunterlagen liegen in einem Umschlag bei. Der erste Eindruck ist also schon einmal gut. 😀


Die Bluse selbst allerdings entspricht dann meinen Erwartungen überhaupt nicht: der Stoff ist zwar ein hochwertiger Wollstoff, dieser lässt die Bluse aber sehr stark "fließen". Das wiederum verträgt sich mit der Schluppe zum Binden sowie mit der Tatsache nicht, dass die Bluse Schulterpolster hat - was ich an sich schon absolut nicht leiden kann - die Schluss hat so nämlich überhaupt keinen Stand und man sieht sehr deutlich, dass die Bluse Schulterpolster hat, weil diese sich stark abzeichnen. Die Seitentaschen, von denen ich dachte, dass sie die Bluse hätte stellen sich einfach als sehr hohe seitliche Schlitze heraus, die ich ebenfalls nicht mag. Zuletzt ist der Schnitt einfach sackartig und hängt an mir, die nicht allzu viele Formen anzubieten hat, einfach herunter. Eins Satz mit X, ...


Ich verbringe die restliche Woche mit Salestagungsvorbereitungen, die mich teilweise auch davon abhalten, am regelmäßigen Sporttraining teilzunehmen, was mich hinterher an mir selbst immer ärgert, wo ich aber dann doch einfach immer noch zu angespannt bin, um mitten in der Vorbereitungszeit, die Arbeit einfach liegenzulassen und zum Sport zu gehen. Erschwerend hinzu kommt das sehr nasse Wetter mit hohem Depressionspotenzial. 😉

An diesem Mittwochabend besorge ich nach der Arbeit im Büro erst einmal noch eine Geburtstagskarte für eine Geburtstagsfeier, die am kommenden Samstag am Nürburgring, im Anschluss an ein Rennen dort, bei dem der KSM, wie gewohnt ein Auto betreut, stattfinden wird. Zum Abend esse ich diesmal - nachdem ich dafür, ins Schwimmtraining zu gehen, leider zu spät dran bin - in der örtlichen Bar (Achtung, Werbung!), weil ich nicht mehr allzu viel selbst zuhause habe. Das Essen dort ist definitiv gut und auch wenn ich es oft schon gegessen habe - Pizza, Pasta und Salat werde ich so schnell nicht überdrüssig. 😉


Eigentlich war die Geburtstagfeier mit viel Rahmenprogramm geplant: der Start des Rennens sollte zusammen angeschaut und die Boxengasse (Achtung, externer Inhalt!) und dort die Box und der Boxenstand, in dem der KSM üblicherweise agiert, besucht werden, auch zur Zieleinfahrt hätten wir in der Gruppe gehen können. Nachdem ich bis Donnerstag noch geglaubt hatte, ich sei Teil dieses Rahmenprogramms, bin ich es nun - Corona sei Dank - doch nicht mehr, denn es waren nicht so viele Leute für die Aktion zugelassen worden, wie dafür eig. angemeldet waren und weil ich die Freundin des KSM und damit auch außerhalb dieser Geburtstagsfeier theoretisch in der Lage bin, bei einem Rennen hinter den Kulissen herumzulaufen, wurde ich von der Liste wieder gestrichen.

Insgeheim war ich darüber dann doch auch sehr froh, verschaffte es mir doch wenigstens an diesem Samstag noch etwas mehr Zeit, meinen Vortrag zur Präsentation bei der Salestagung in der kommenden Woche vorzubereiten (traurig, aber wahr, hatte ich schon am Donnerstag das Gefühl, dass ich das unter der Woche noch nicht schaffen würde 😏).


Am Donnerstagnachmittag kam ein Spiegel an, den ich neulich spontan angeschafft hatte, weil ich es leid war, mich beim Anprobieren von neuen Kleidungsstücken nie richtig sehen zu können. Bislang ist der einzige Spiegel den wir haben der, der über unserem Waschbecken hängt und um sich in dem sehen zu können - auch nur halbwegs - muss man auf den Badewannenrands steigen - also alles sehr komfortabel. 😉 Da ich aber auch keinen 08/15 Spiegel, sondern möglichst einen anschaffen wollte, der uns unser Leben lang begleitet und den vllt. sogar unsere Kinder noch von uns erben wollen, habe ich mich auch hier etwas umgetan bevor ich einen von Skagerak aus Dänemark (Achtung, Werbung!) erstanden habe - eine Marke, die Dinge aus Holz ausschließlich in Dänemark herstellt, die robust und so zeitlos sind, dass ich von ihnen stark annehme, dass man sie locker leicht noch an die nächste Generation weitergeben kann. 😆

Dieser Spiegel erreicht mich am Donnerstagnachmittag auf einem sehr eigenwilligen Gebilde aus Einmalpaletten und, da die Lieferung, wie idR üblich "frei Bordsteinkante" (Achtung, externer Inhalt!) erfolgt, schaffe ich es zunächst nicht, ihn ins Haus zu befördern, sondern stelle ihn auf unserem durch eine Hecke abgetrennten Bereich auf dem Hof ab, der zu unserer Wohnung gehört. Dort vergesse ich ihn. Erst am Abend, als ich von einer Spazierrunde wiederkomme, fällt er mir wieder auf, nachdem er bereits ein paar Stunden im Regen verbracht hat. Dementsprechend haben sein Umkarton und die Palettenkonstruktion, auf der er stand, auch bereits deutlich gelitten. 😒 Nun schneide ich ihn von der Konstrukion frei und schaffe ihn erst einmal in den Flur ins Haus, wo ich feststelle, dass er zumindest so gut verpackt ist, dass der Spiegel selbst kaum nass geworden ist (nur unten die Beine haben etwas Wasser gezogen, weil sie direkt auf dem durchgeweichten Karton standen, aber das lässt sich mit etwas Schleifpapier sicherlich wieder beheben 😉).

Am Freitag ist der Tag in der Woche, an dem die Firma bereits um 14.30 Uhr geschlossen wird, was idR dazu führt, dass ich zumindest über Mittag (wenn ich im Büro in der Strumpfstadt arbeite) mal eine längere Pause mache. An diesem Freitag habe ich morgen das Auto genommen, weil ich sehr früh einen Physiotherapie-Termin hatte und weiß, dass ich im Anschluss an die Arbeit im Büro zunächst in die POST und in den Baumarkt muss (wo ich ein Paket für den KSM abgeben und paar Untersetzer für unsere neue Blumenzucht kaufen möchte) und dann noch die Talbot Runhof Bluse in den Rückversand geben möchte, was leider gar nicht so einfach ist. Sie wurde mit UPS (Achtung, Werbung!) angeliefert und denken Sie bloß nicht, dass die nächste UPS-Abgabestelle hier gleich ums Eck wäre - wir sind hier ja auf dem Land. 😉

Die Adresse der Abgabestelle hatte ich mir angeschaut (sie liegt 13km von zuhause entfernt), leider hatte der Akku meines Smartphones an diesem Tag bereits am Morgen den Geist aufgegeben (leer ... ). So beschloss ich nu einfach auf gut Glück in das Nest zu fahren, wo die nächste Abgabestelle meiner Erinnerung nach sein müsste. Dort, so meine Vorstellung, gibt es ohnehin nur eine, sehr kurze, Hauptstraße, an der das Geschäft wohl liegen würde.

Leider werde ich eines Besseren belehrt und finde die Abgabeadresse nicht (die genaue Adresse weiß ich nicht, aber das Bild, wie der Shop in etwas aussehen müsste, das hatte ich mit gemerkt). Schließlich betrete ich einen Frisörsalon (nachdem ich festgestellt habe, dass die POLIZEI-Station in dem Ort nicht mehr besetzt ist), um dort um Hilfe zu fragen. Zufällig sitzt gerade ein Kunde auf dem Stuhl des Frisörs, der mir angeben kann, wo mit ziemlicher Sicherheit eine Abgabestelle für mein Paket wäre, weil er dort auch selbst schon einmal eine UPS Sendung abgegeben hätte, wenn dies auch schon einige Zeit her wäre. Ich fahre also einen Ort weiter, gebe mein Paket schließlich ab und fahre wieder 20 Min nach hause. 

Dort spreche ich mich kurz noch meinem Kollegen ab und wir gehen meine Präsentation für den kommenden Montag, die in ihrer Form am Freitag immerhin schon steht, bevor ich noch ein bisschen Zeit darauf verwende, E-Mails abzuarbeiten und danach zum Einkaufen noch einmal in die Stadt zu fahren.

Da ich am Samstag hierfür keine Zeit haben werde, decke ich mich bereits am Freitagabend für die kommende Woche ein und nehme im Anschluss auch noch mein Abendessen von der örtlichen Bar mit (Sie wissen schon: Pizza, Pasta und Salat ... 😉). 


Den Samstag beginne ich gemütlich (zu gemütlich, wie sich später dann herausstellen sollte) mit einem Frühstück und etwas Lesen. Danach widme ich mich kurz dem Spiegel, den ich mittlerweile ausgepackt habe und schleife ihm die Wasserspuren von seinem rechten Bein. Dabei finde ich einen Satz Inbusschlüssel in Regenbogenfarben in unserer Werkzeugkiste, der dem KSM gehört und muss an die große Diskussion in dieser Woche denken, die sich an einem Fußballspiel im Rahmen der Europameisterschaft entzündete, bei dem die deutsche Mannschaft gegen die ungarische spielte.

Da in jüngster Zeit die Ungarische Regierung ein Gesetz auf den Weg gebracht hat, das - ernsthaft - verbietet, über gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung, also Homosexualität, und sexuelle Orientierung, die vom Normgefühl vieler Menschen abweicht, also Transsexualität z.B., aufzuklären, sie z.B. in Schulen zu besprechen, gab es die Idee, die Arena in München, in der das Spiel stattfinden sollte, in Regenbogenfarben zu beleuchten, was die UEFA am Ende, aus welchen Gründen auch immer, verbot. 

Ich freue mich sowieso immer über Regenbogenfarben, so auch über diesen Schlüsselsatz, und kann nur weiterhin den Hashtag unterstützen #liebtdochwenihrwollt. Es ist so wichtig, dass jemand einem anderen Menschen gegenüber Liebe empfinden kann und dabei doch völlig unerheblich, welchem Geschlecht dieser Mensch am Ende angehört oder eben auch nicht ... für mich zumindest. 😊


Leider komme ich mit dem Plan, den Vortrag für den kommenden Montag schon großteils vorzubereiten, nicht wirklich weiter, stattdessen damit noch ein paar liegengebliebene Mails zu bearbeiten und damit zusammenhängende Dinge zu erledigen. schnell ist es 15.00 Uhr und ich habe noch nicht für die Geburtstagsfeier und die in diesem Zusammenhang notwendige Übernachtung am Nürburgring gepackt. 

Mit gut einer Stunde Verspätung komme ich los, der KSM trägt es, nachdem ich sehr zerknirscht bin, diesmal mit Fassung. 😊


Gegen 18.30 Uhr komme ich am Nürburgring an (Achtung, externer Inhalt!) und checke, nachdem mich der KSM abgepasst hat, in unserem Hotel (Achtung, Werbung!) ein. In 30 Min. soll die Feier losgehen. Glücklicherweise gibt es wohl zunächst keine offiziellen Punkte auf der Tagesordnung der Feier, zu denen wir anwesend sein müssten, so dass der KSM damit einverstanden ist, dass ich noch ca. 1h brauchen würde, um mich fertig für die Feierlichkeit zu machen ... und auch er muss sich noch duschen und umziehen.




Wir schaffen es, gegen 19.30 Uhr fertig zu sein und machen uns zu Fuß in die Boxengasse auf, wo der Truck steht, in und an dem die Feierlichkeit stattfindet. Für heute Abend habe ich, ob des Anlasses und des schicken Umfeld, seit langer Zeit einmal wieder, das "kleine Schwarze" (Achtung, externer Inhalt!) und die High Heels ausgegraben. Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, mich in so einem Outfit zu sehen geschweige denn, den Look herzustellen. am Ende bin ich dann aber zufrieden. Was sagen Sie? (Besonders die Bräunungsstreifen vom T-Shirt, die mir neulich in der ersten Sonne geholt habe, sehen in diesem Aufzug natürlich klasse aus.) 😁


Am Ort der Feierei empfängt uns ein Truck, den man in eine Partylocation verwandeln kann, indem man ein Zelt dranbaut und eine Terrasse. Im Truck selbst gibt es einige MChef Dialoggarer (Achtung, Werbung!), die es schaffen, ein vollständig tiefgekühltes Essen, das als Gesamtportion eingefroren und aus der Ursprungküche an den Standplatz des Trucks herangeschafft wird, die einzelnen Komponenten so aufzutauen oder eben auch nicht, dass am Ende ein auf den Punkt gegartes Essen dabei herauskommt, also z.B. ein Eis mit heißen Himbeeren so zuzubereiten, dass die Himbeeren heiß und das Eis weiterhin gefroren sind, obwohl sich beides im selben Gefäß im selben Garer befunden hat. Ob man das am Ende wirklich braucht, lasse ich jetzt einmal dahingestellt, geschmeckt hat es in jedem Fall. 😋


Außerdem steht dort, wie sollte es anders sein, eines der Autos des Rennstalls, für den der KSM so gerne arbeitet (Achtung, externer Inhalt!).



Wir setzen uns zu einem anderen Paar, essen und unterhalten uns gut, danach stehen wir mal hier und mal da und sprechen mit dem einen und dem anderen. Dazwischen sehen wir einen Geburtstagsfilm, hören eine Ansprache und wohnen einer Champagner-Versteigerung live bei (wie gut, dass ich mich für genau diese Geburtstagskarte entschieden hatte 😊). Die Leute sind alle sehr nett, mir ist die Feier mit Liveband aber etwas zu unbewegt, es wird kaum getanzt - man muss auch ehrlich zugeben, dass dafür kaum Platz ist - dafür umso mehr getrunken. Gegen 0.30 Uhr gehen wir zurück ins Hotel. Es reicht. 😊


Am Sonntagmorgen sind wir beide sehr froh, dass wir, da wir beide kaum oder zumindest nicht zu viel getrunken haben, nicht, wie so manch anderer Gast, mit den Nachwehen des Vortags zu kämpfen haben, sondern uns voll Freude auf das Frühstücksbuffet stürzen können. Leider schmeckt dieses weniger gut als wir es uns vorgestellt haben - die Fertigbrötchen eher nach Pappe und das Rührei kommt unerfreulicherweise aus der Packung, dennoch lassen wir uns die Laune nicht verderben und amüsieren uns köstlich darüber, dass wir von unserem Platz aus - ernsthaft - auf eine Straße schauen, auf der Hinz und Kund mit seinen teuereren und weniger teueren Wagen vorbeifährt, die idR frisiert sind, was hier am Nürburgring wahrscheinlich als ein herrliches Panorama gilt. 😉


Bevor wir das Hotel verlassen übergebe ich - jetzt aber wirklich - dem KSM meine Brille, die er in der kommenden Woche zur Reparatur bringen soll und der KSM probiert die T-Shirts an, die ich ihm mitgebracht hatte, weil er hochwertige einfache schwarze und weiß T-Shirts haben wollte. Leider stell sich heraus, dass die Shirts, die ich besorgt habe (Achtung, Werbung!), so gut ihre in Deutschland hergestellte Qualität auch ist, leider nur für den Zweck taugen, zu dem sie auch entstanden sind: zum Drunterziehen. Denn zieht man sie alleine an, sieht man die Brustwarzen durch und das möchte der KSM verständlicherweise nicht haben. Vor dem Auschecken erstehen wir dann noch einen 10 Minuten Stint an einem Rennsimulator in der Lobby. Diesen verschwende ich herrlich, indem ich mit meinem Wagen sofort in die Leitplanke krache und dann ist die Zeit herum (10 Minuten?! ... es waren eher 3 ...).






Nachdem wir unser Gepäck zum Auto gebracht haben, schauen wir zunächst von oben auf den Ring und gehen danach noch einmal in die Boxengasse. Dort schauen wir einer Rennveranstaltung zu, die heute wohl auf dem Ring stattfindet und bei der ganz offensichtlich einige Porsche 911 um ietwas fahren. 




Wir bleiben so lange bis uns einer der Aufpasser verjagt - wie so oft mit dem Corona-Totschlag-Argument, dass sich hier aufzuhalten in der aktuellen Situation eben nicht gestattet wäre. 😏  


Also begeben wir uns dann zu zweit ans sog. "Brünnchen", einen Ort, von dem aus man den Ring (oder zumindest ein Teilstück davon) gut sehen und das Geschehen dort gut verfolgen kann. Wenn ich schon einmal (wieder) hier bin, möchte ich das, was die Leute hier so fasziniert doch auch einmal mitbekommen, sonst hätte ich mir den ganzen Ausflug ja auch schenken können. 😉

Mittlerweile scheint öffentlicher Betrieb zu sein auf dem Ring und jeder, der will (und der bezahlt), kann auf der Rennstrecke seine Runden drehen. Wir schauen eine Zeit lang zu und beobachten die Menschen, die hier, neben uns, ebenfalls dem Geschehen zusehen.





Gegen 14.00 Uhr brechen wir beide in zwei unterschiedliche Richtungen auf: ich ins Hochsauerland, der KSM in sein Hotel in Rheinland-Pfalz.

Ich bin bei diesen Rennveranstaltungen innerlich immer etwas gespalten. Ich weiß wohl - und hier durfte ich vor ziemlich genau sechs Jahren selbst sehr eindrückliche Erfahrungen sammeln, als ich einmal einen ganzen Tag auf der Rennstrecke mit Instruktoren und als Beifahrerin in einem Porsche 911 verbracht und dabei gemerkt habe, dass es durchaus einiger Muskelkraft und Konzentration bedarf, um unbeschadet seine Runden auf dem Nürburgring zu drehen - dass Motorsport nicht nur Spaß, sondern eben auch Sport ist. Dennoch stellt Motorsport für mich einen der Auswüchse unserer Spaß- und Konsumgesellschaft dar, den es in meinen Augen gälte, schnellstmöglich abzuschneiden, da hier, rein aus Jux und Dollerei, stundenlang Benzin in die Luft geblasen und CO2 freigesetzt wird. Und auch, wenn es sicherlich schlimmere CO2-Sünder gibt auf dieser Welt (angeblich ist ein Transatlantikflug schlimmer, was den CO2-Ausstoß angeht, als ein Autorennen), ist es dennoch eben auch einer der Aspekte, die insgesamt zur CO2-Verschwendung, die täglich auf dieser Welt stattfindet, beiträgt. Und einer, dessen Weglassen - zumindest in meinen Augen - auch nicht so wehtun würde. Es mag aber natürlich sein, dass andere Leute, z.B. der KSM, das etwas anders bewerten. 😉

Ich komme gegen 17.00 Uhr wieder zuhause an und habe Hunger, daher wärme ich mir die Pizza vom Freitagabend im Ofen noch einmal auf und esse erst einmal was. Gegen 19.00 Uhr mache ich mich daran, an meinem Rechner den Vortrag für die morgige Salestagung vorzubereiten, dann ruft die Mutter an und wir telefonieren noch eine halbe Stunde.

Als es endlich losgeht, ist es 19.30 Uhr und dann hält mich auch nichts mehr von meinem vorhaben ab, den Vortrag vorzubereiten ... jetzt wird es ja aber auch echt allerhöchste Zeit. Um 23.30 Uhr bin ich mit meinen Notizen auf deutsch soweit durch und denke darüber nach, ins Bett zu gehen, beschließe dann aber, dass ich die Texte für die englische Version ja zumindest schon einmal durch den Übersetzer schicken und das Feintuning daran (der Übersetzer ist zwar schon sehr gut, aber kontrollieren und die Texte hier und dort anpassen, wo sie etwas zu "denglisch" klingen, ist schon noch nötig. Außerdem möchte ich besonders wichtige Stichpunkte gerne noch in den fetten Schriftschnitt setzen, wie ich das in der deutschen Version bereits getan habe. Gedacht, getan. 

Nachdem ich auch die englischen Texte noch produziert und die Ladung Wäsche, die ich am Abend in die Waschmaschine gepackt habe, aufgehängt hatte, falle ich um 01.30 Uhr ins Bett fertig, aber mit mir und dem Wochenende zufrieden, ins Bett. 😴

Montag, 21. Juni 2021

Regeneration

In meinem bisherigen Arbeitsleben war ich sehr wenig krank. Das mag zum einen daran liegen, dass ich schlicht "Glück gehabt" habe, denn meine Gene sind diesbezüglich sehr gut, vermute ich. Meine Eltern, auch heute noch, in ihrem mittlerweile doch schon hohen Alter, habe ich in meinem Leben nicht oft krank gesehen. Krankenhausaufenthalte sind ihnen bislang (Toi Toi Toi! 😊) erspart geblieben und die Male, bei denen sie, aufgrund einer Erkältung mal von der Arbeit einen oder zwei Tage zuhause blieben, die lassen sich - für beide zusammen - vermutlich an einer Hand abzählen. Andererseits - und auch das habe ich ein Stück weit ja meinen Eltern zu verdanken, bin ich nun einmal sportlich recht aktiv (wenn auch im Moment weniger als die vielen Jahre zuvor in meinem Leben seit dem Studium 😒) und ich bin mir sicher, dass der Sport an der frischen Luft und im Wasser mein Immunsystem zusätzlich widerstandsfähig macht. 

Ich erinnere mich an eine Mittelohrentzündung, wegen der ich (muss 2012 oder 2013 gewesen sein) einen Tag zuhause geblieben bin, dann hatte ich vor drei Jahren im Sommer einmal eine Nierenbeckenentzündung (Sie erinnern sich?), wegen der ich ebenfalls gleich fünf Tage ausgefallen bin und nun eben der Schwangerschaftsabgang und alles, was damit zusammenhing.

Nachdem man mir am Samstag bevor ich entlassen wurde noch eingeschärft hatte, am Montag erneut zur Kontrolle zur Gynäkologin zu gehen und den Wert des Schwangerschaftshormons Beta HCG prüfen zu lassen (er müsste nach unten gehen, denn, falls nicht, wurde eine Schwangerschaft, ggf. an einer anderen Stelle, übersehen und das wäre höchst ungut)  und ich auch am Sonntag noch recht matschig und schwach auf den Beinen war, fühlte ich kurz in mich hinein und beschloss, mich zunächst bis einschließlich Dienstag noch krank schreiben zu lassen. Zwar befinden wir uns bei der Arbeit im Moment wieder auf der Zielgeraden zur anstehenden Sales Tagung für die Frühjahr/Sommer 2022 Kollektion und es müssen viele Dinge fertig werden, glücklicherweise bin ich aber mittlerweile ja nicht mehr ganz alleine, sondern habe zwei tatkräftige Herren bei mir, die Einiges alleine wegrocken können ... und Gesundheit geht einfach vor.

Der KSM, den die Situation am vergangenen Wochenende auch etwas verstört hatte, der sich, wie üblich, davon aber nicht allzu viel anmerken ließ, verließ das Haus in Richtung Rheinland-Pfalz am Montagmorgen mit mir zusammen. Ich fuhr in Richtung Gynäkologie-Praxis, wo ich zwar keinen Termin hatte, allerdings davon überzeugt war, dass man mich als "Notfall" wohl dazwischen schieben würde. Und ich hatte recht. Zwar musste ich ein bisschen warten, das war aber zu verkraften. Und die Ärztin, von der ich dachte, sie würde mich ggf. abweisend behandeln, weil ich mich ja gegen ihre Ansicht, man müsse eine Ausschabung machen, das sei in Deutschland so Standard, entschieden hatte und keine Ausschabung habe machen lassen, war am Ende sehr nett. Sie hätte just heute Morgen auf der Fahrt in die Praxis an mich gedacht, sagte sie mir. 😊

Sie nahm mir Blut ab, befragte mich zu meinem Zustand, der Blutung und dem Ablauf des KH-Aufenthaltes, schrieb mir dann noch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis einschl. Dienstag, wie gewünscht, und entließ mich dann nach hause. 

Dort angekommen, merkte ich, wie müde ich eig. war. Die letzten Tage waren sehr anstrengend gewesen, nicht nur der KH-Aufenthalt, sondern auch der Samstag und der Sonntag mit dem KSM zuhause. Ich wollte auch ihn mit seiner kleinen Enttäuschung und seiner Unsicherheit mir gegenüber, weil ich nun offensichtlich so angeschlagen war und er dagegen überhaupt nichts machen und mir nicht wirklich helfen konnte, nicht alleine lassen und hatte mich dafür durchaus auch etwas anstrengen müssen. Aufmerksam zu sein, benötigt eben auch ein gewisses Level an Energie. 😉 Ich freute mich daher wie ein Schnitzel über diese beiden Tage, an denen ich mich jetzt noch einmal richtig erholen durfte, ganz für mich alleine. An denen ich schlafen können, mir in Ruhe etwas zum Essen kochen , Dinge im Fernsehen schauen und ein paar liegengeblieben Privatsachen erledigen können würde. Also ging ich erst einmal bis zum Nachmittag wieder ins Bett.

Am späten Nachmittag dann, erinnerte ich mich wieder daran, dass der Laden, in dem wir neulich ein weiteres Paar Vorhänge in Auftrag gegeben hatten (Sie erinnern sich?) vor gut einer Woche bei mir angerufen und mir gestanden hatte, dass die Putzhilfe den Zettel, auf dem ich sämtliche Maße der gewünschten Vorhänge aufgezeichnet und -geschrieben hatte, und der wohl an einem Bildschirm geklebt hatte, weggeworfen hatte (ich weiß auch nicht, was bei diesem Laden los ist ... das war ja beim letzten Mal schon so schwierig, die Vorhänge von dort endlich zu bekommen, nachdem sie beim ersten Mal Waschen ja sofort sehr eingelaufen waren und neu gemacht werden mussten). Ich müsste sie bitte noch einmal neu durchgeben. Daran machte ich mich nun - genau heute. 😊 


Auch am Dienstag habe ich noch eine leichte Blutung, aber sie wird deutlich weniger, das merke ich. Ich fühle mich auch immer noch etwas matschig, dennoch muss ich dringend einmal in die Stadt und dort in die Apotheke. Und weil ich Zeit haben, das Wetter super ist und ich die Bewegung dringend nötig habe, gehe ich zu Fuß in die Strumpfstadt und wieder zurück. Danach muss ich erst noch einmal eine Runde schlafen. 😉

Ab Mittwoch gehe ich wieder zur Arbeit. Das ist auch okay so, es geht mir soweit wieder gut - auch dem Kopf. Zwar merke ich im Laufe des Arbeitstages, dass ich schon noch etwas schwach bin und mein Bauch noch schwach zieht, aber es ist okay. Ich mache also pünktlich Feierabend und gehe ins Schwimmtraining. Leider bin ich alleine - die Begeisterung der Triathleten fürs Schwimmen hält sich üblicherweise in Grenzen, ich bilde da eher eine Ausnahme. 😊

Der Donnerstag und der Freitag werden beide etwas hektischer, denn der erste Stand der Unterlagen für unsere Vertriebskollegen muss am Freitagmittag abgelegt werden, damit diese sich auf unsere Salestagung vorbereiten können. Diesmal ist es meine Aufgabe, zusammen mit einer Kollegin, die Dokumente einzusammeln und bereit zu stellen. Und es gelingt uns einigermaßen, wenn auch an der ein oder anderen Stelle vllt. nicht alles perfekt läuft, so halten wir uns hier ans Paretoprinzip (Achtung, externer Inhalt!) und sind zufrieden. 😉

Am Samstag soll eine weitere Ausfahrt des Triathlonvereins stattfinden und auch der KSM, mit seinem neuen Rennrad, wird mit mir daran teilnehmen. Dafür müssen wir am Freitagabend bereits zusammen einkaufen gehen, damit wir am Wochenende etwas zum Essen haben und uns der Samstag frei bleibt, um Fahrradfahren gehen zu können.

Wir treffen uns am Samstagmittag um 12.30 Uhr, wie schon beim letzten Mal, auf dem Parkplatz eines großen Bau- und Gartenmarktes (Achtung, externer Inhalt!), der leider von uns zuhause recht weit weg ist, so dass wir diesmal, weil wir innerhalb der Tour gar nicht in Richtung der Strumpfstadt kommen werden, wieder mit dem Auto anreisen. Beim letzten Mal fuhren wir ja mit den Rennrädern bereits zum Parkplatz hin - ohne Auto (Sie erinnern sich?).

Es ist heiß, richtig heiß - locker über 30° C - und wir starten in der vollen Mittagshitze. Die Erste verlieren wir bereits nach fünf Kilometern. Sie verträgt die Hitze einfach nicht, hat in der letzten Woche auch sehr viel (vielleicht zu viel) trainiert und ihr Kreislauf sackt ihr zusammen. Sie muss zurück nach hause gebracht werden. Nachdem das organisiert ist, fahren wir weiter.

Es ist eine Zwei-Seen-Radtour geplant: zuerst wollen wir den Möhnesee (Achtung, externer Inhalt!) und hinterher noch den Hennesee (Achtung, externer Inhalt!) passieren und dann wieder zurück fahren. Der KSM und ich, wir waren uns zunächst nicht so sicher, ob wir die gesamte Tour mitfahren wollen, die 90km haben soll oder ob wir einfach schon etwas früher zurück fahren und eher nach 70km die Tour beenden wollen. 








Nachdem wir den Möhnesee aber passiert haben, beschließen wir, dass wir die komplette Tour mitfahren werden, weil auch der KSM sich fit genug fühlt und außerdem der Rest der Truppe heute gewillt zu sein scheint, einfach die Füße still zu halten, weil es heiß ist und anstrengend und wir nicht noch jemanden auf der Tour einbüßen möchten. 😊 Kurz vor der Rückkehr kehren wir noch auf ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee ein - zum ersten Mal seit Langem wieder im Restaurant, und dann auch gleich noch draußen, weil so tolles Sonnenwetter ist. 






Nach 93km auf dem Tacho sind wir wieder zurück und für den Anstoß des zweiten Spiels der Deutschen Nationalmannschaft bei der diesjährigen EM bereits zu spät, so dass uns einer der Mitfahrer spontan einlädt, das Spiel bei ihm zuhause anzuschauen, da sein Zuhause in diesem Moment deutlich schneller erreichbar ist als unseres. 😉 Wir schauen uns das Spiel an und grillen dabei, zuerst duschen war nicht drin. 😁 Daher fahren wir direkt nach dem Spiel (die Deutschen haben dann doch noch gewonnen 😀) in unser Zuhause, wo wir, von der Rennradtour ziemlich erschöpft, auf dem Sofa einschlafen.

Der Sonntag wird ein sehr ruhiger Tag für uns. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir entspannt in den Tag. Das Wetter ist super und ich überlege laut, ob wir nicht an den nächstgelegenen See fahren sollten. Leider ist der KSM kein Schwimmfan wie ich, und daher dagegen. Daher entschließen wir uns am Nachmittag stattdessen, zu Fuß in die Stadt zu gehen und dort ein Eis zu essen. Richtig Appetit darauf habe ich anfangs zwar nicht, aber der kommt dann schon.

Bei unserer anschließenden Runde durch die Stadt begutachten wir auch wieder sämtliche Immobilienaushänge der ansässigen Banken - leider ohne Ergebnis. Das Universum braucht wohl noch etwas Vorbereitungszeit für uns. 😉

Am Abend ein Krimi (diesmal "Frau Schrödingers Katze" aus München - Achtung, externer Inhalt!) - Sie kennen das Prozedere. 😊