Donnerstag, 5. Juli 2018

WmDedgT 07/2018 oder Julikäfer

Es ist mal wieder "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag" Tag, nämlich der fünfte im Monat. Und am fünften des Monats ruft Frau Brüllen zu dieser netten Blog-Aktion auf. Tagebuchblogger aus ganz Deutschland, nein, aus der ganzen Welt möchte ich fast sagen, beteiligen sich wie üblich und wer mehr lesen will findet sämtliche Beiträge bei Frau Brüllen. Ich habe es schon monatelang nicht mehr geschafft, mich an der Aktion zu beteiligen, die letzten Male habe ich es einfach vergessen. Asche auf mein Haupt, ich nehme mir hiermit vor, wieder regelmäßig mit dabei zu sein.

Mein Donnerstag startet um 05.30 Uhr. Für heute habe ich den Plan, mit dem Rennrad zur Arbeit zu fahren, daher muss ich so früh raus. Ungefähr eine Stunde brauche ich, um mich zuhause fertig zu machen, mit Frühstück und Klamotten zusammen packen und und und, dann fahre ich gut eine Stunde in die Regenbogenstadt, dann dort noch duschen und büroschick machen, ja, und deshalb muss ich halt um 05.30 Uhr raus. Was soll ich sagen, es ist 05.40 Uhr bis ich wirklich den Ausgang aus meinem Bett finde.

In Tidal (man gewöhnt sich echt an diese Streamerei) suche ich mir "Idas Sommarvisa" - das Schwedische Kultlied für den Beginn der Sommerferien - und lasse es in Dauerschleife laufen. Dann noch was frühstücken, schließlich brauche ich Kraft für die morgendliche Bergtour (die Regenbogenstadt liegt etwas höher als die Heimatstadt, daher muss ich tendenziell die ganze Zeit bergauf) und los.



Nach einer Stunde Fahrt steige ich vor der Produktionsstätte der Regenborgenfirma wieder von meinem Renndrahteselchen, hole mir, da ich das Rad ungeschickt zwischen den Oberschenkeln balanciere während ich darauf warte, dass der Pförtner die Fußgängertür öffnet, ein unschönes Kettenblatt-Tatoo (normalerweise sind solche Mahle ein klares Zeichen dafür, dass man einen Rennradlaien vor sich hat), was natürlich umgehend wieder entfernt werden muss und dann stehe ich im Spindraum der Damen, in dem heute laut einem Schild "Wartungsarbeiten" stattfinden. Und Tatsache, da steht ein Herr auf einem Schiebegerüst, macht iwas und flucht ständig. Duschen kann ich aber, das sichert er mir zu. Und weil das nun mal so ist, dass ich üblicherweise unbekleidet in die Dusche gehe, tue ich das auch heute - Männer in diesem Alter haben ja idR schon eine Vorstellung davon, wie Frauen ohne Klamotten aussehen. 😊



Auf der Arbeit dann hat ein Kollege umsichtigerweise Kuchen für alle mitgebracht. Mir kommt das sehr gelegen, denn ich vertrage idR gut ein zweites Frühstück, wenn ich mit dem Rennrad zur Arbeit gefahren bin, und ich schlage zu.





Da am kommenden Wochenende wieder DAS Fest in der Regenbogenstadt stattfinden wird (Hej, das ist schon das dritte dieser Art seitdem ich hier bin - wie die Zeit vergeht!) sind die Einheimischen schon ganz aufgeregt und die ortsansässige Druckerei, die zu unseren Lieferanten zählt, versorgt uns mit Gutscheinen für 1 Steak und 1 Paar Bratwürste, die ich sicher, spätestens am kommenden Montag, einlösen werde.



In der Mittagspause mache ich mich auf den Weg in die Stadt, um dort einen Termin bei der Kosmetikerin wahrzunehmen (man muss sich auch mal was gönnen) und weil ich dort unverhofft noch 10 Minuten warten muss genehmige ich mir ein "Eis für Zwischendrin" bei der örtlichen und ganz echt italienischen Eisdiele (die auch richtig gut ist).







Nach dem Termin bin ich unglaublich entspannt, aber jetzt geht's nochmals auf der Arbeit weiter. Der Rest des Büros ist schon sehr ausgestorben, als ich wiederkomme. Ich bekomme am Nachmittag noch so einiges hin, schreibe viele E-Mails, telefoniere und spätnachmittags hören wir ein Produkt Probe, das dann ganz bald mal auf den Markt gehen soll. Dann fängt es an zu regnen und ich finde das recht blöd, denn ich bin ja mit dem Rad da. Das mit dem Regen gibt sich dann aber doch recht schnell wieder und die drei Tropfen, die mich auf dem Heimweg erwischen, die reichen noch nicht einmal um wirklich "nass" zu werden. Der Heimweg ist übrigens immer deutlich kürzer als der Hinweg, denn auf ihm geht es ja bergab. 😉




Zuhause angekommen, lege ich mich erst einmal 10 Minuten auf den Rücken und lege die Arme hinter den Kopf, um so eine Gegenbewegung zu der nach vorne gekrümmten Haltung auf dem Rennrad zu halten und Ungleichgewichte in meiner Körperhaltung auszugleichen. Seitdem ich das tue, gehören Spannungskopfschmerzen nach dem Rennradfahren, wie ich sie in den letzten Jahren häufiger hatte, der Vergangenheit an.

Nachdem ich wieder einigermaßen hergestellt bin, esse ich etwas zum Abend und rufe meine Patentante an, denn sie muss mir helfen: zum 60. Geburtstag der Mutter brauchen wir ein paar Fakten über ebendiese und wer, wenn nicht ihre Schwester (die Patentante!) könnte uns da besser helfen.

Zwischendrin schmeiße ich zweimal die Waschmaschine und einmal die Spülmaschine an und werde mich, nach Abschluss dieses Tagesberichts, während ich darauf warte, dass die letzte Maschine Wäsche fertig ist, damit ich sie aufhängen kann und dass der KSM im weit entfernten Schweden seinen Arbeiten - Kart fahren - Essen gehen - Tag beendet hat und sich telefonisch bei mir meldet - langsam auf mein Zubettgehen vorbereiten - es ist jetzt 22.23 Uhr. Ein sportlicher Tag mit viel Entspannung geht langsam zu Ende.

Samstag, 23. Juni 2018

Meines Glückes Schmied

Ich schaue zurück auf eine schöne Woche, in der ich, nach einem sonntäglichen Frühausflug mit dem Rennrad durchs Fichtelgebirge, bei dem mir ein wunderschön gestaltetes Haus über den Weg lief, das wohl als sog. "Lost Place" gelten muss, den KSM noch am Abend, nach dem Public Viewing des ersten Spiels der deutschen Mannschaft in der aktuell laufenden Weltmeisterschaft (okay, es gibt ja immer Wermutstropfen 😕) mit dem Bruder am Bahnhof eingesammelt und mit aufs Land genommen habe.







Nach einem spontan beurlaubten Montag, folgte ein Dienstag, an dem ich wieder zur Arbeit ging, den der KSM aber noch spontaner gleich auch noch auf dem platten Land verbrachte, um erst am Mittwochmorgen wieder in Richtung Hessenmetropole abzudampfen.

Von dem xten Ausflug in die große Stadt (jetzt kennen wir sie langsam, so groß isse dann halt auch nicht 😏), der ersten selbst gemachten Spargelsuppe, über leicht zerkochtes Gemüse und den ersten gemeinsam gepflückten (und hinterher natürlich auch gegessenen) Erdbeeren des Jahres, bis hin zu einem sehr sehr frühem Aufstehen und einer kleinen Wanderung zum Bahnhof am Mittwochmorgen, damit der KSM mit dem Zug auch wieder einigermaßen pünktlich in der Hessenmetropole aufschlagen kann, war alles dabei.





Leider war der Mittwoch als Arbeitstag etwas unruhig und gekrönt von einer Nachricht, die mir nicht so viel Spaß machte - auch wenn ich sie schon geahnt hatte. Abschluss fand er beim Stammtisch der Wirtschaftsjunioren in geselliger Runde und mit einem Telefongespräch, das alle Angst und schlechte Laune wieder auffangen konnte.

Den Donnerstag nutzte ich mal wieder, um den Renndrahtesel in Richtung Arbeit und wieder zurück zu bewegen. Schönes Wetter macht dabei natürlich am meisten Spaß und das bot der Donnerstag in jedem Fall und damit auch traumhafte Ausblicke über die Landschaft hier.







Schon gestern fing der Wetterumschwung hier an, die Temperaturen halbierten sich mal eben und der Himmel fing an zu weinen. Nachdem ich mit dem Fritz bei einem Automeachaniker gewesen bin, dem man seinen Job erklären musste (wie ich sowas nicht mag...), was zur Folge hat, dass meine Serviceintervallanzeige nun durcheinander gekommen ist, reichte die Motivation aber noch, um am Abend zu einer spontan auf 10km verlängerten Laufrunde aufzubrechen, die sich gut anfühlte und mich stolz auf mich selbst machte.

Der KSM befindet sich am Nürburgring, wo er das knuffige gelbe Auto betreut, was mich am Wochenende wieder einmal spontan zum Motorsport-Fan werden lässt (mit Trainingsergebnissen verfolgen und Livestream gucken, Sie wissen schon 😊) und darüber hinaus für mich bedeutet, dass ich mir am Wochenende mein eigenes Programm stricken muss. Das ist schade und manchmal schwer, denn gerade hier auf dem Land fällt mir dann immer wieder auf, dass ich zu weiten Teilen auf mich alleine gestellt bin. Jammern hilft an der Stelle dann aber auch nicht weiter, denn es ist nun einmal wie es ist und die Situation zu ändern, liegt allein in meiner Hand.

Freitag, 15. Juni 2018

Angeradelt

Endlich bin ich wieder mit dem Rad unterwegs. Ich habe mir vorgenommen, auch in diesem Jahr wieder wenigsten einmal in der Woche den Weg zur und von der Arbeit mit dem Rennrad anzutreten. Im Mai habe ich dieses Vorhaben noch erfolgreich vor mir hergeschoben (die vielen Brückentage und so, Sie wissen schon... es hat halt nie so richtig gepasst. 😊) Zweimal habe ich meinen Arbeitsweg nun schon mit dem Renndrahtesel angetreten. Mein Spind ist, wie im letzten Jahr, der mit dem Aufkleber zur Adams Family (wegen des eiskalten Händchens 😉).







Sehen Sie mal, was ich am letzten Samstag gesehen habe: diese Amselfamilie wohnt mitten in der Stadt auf einer Leuchte im Eingangsbereich. Es gibt wahrscheinlich ruhigere Wohngegenden, aber vielleicht sind die Vögel neugierig und hier gibt's bestimmt so einiges mitzubekommen. 😊



Am letzten Samstagabend testete ich, in Ermangelung eines vollständig trockenen Bettuchs (ich besitze genau zwei - beide am Samstagvormittag gewaschen und nachts noch nicht trocken 😏) zum ersten Mal und mit voller Absicht, mein neues Sofa als Bett. Ausgeklappt hatte ich es nicht, aber für eine einzelne, nicht zu breite Person 😉 ist es durchaus auch als Bettstatt geeignet.



Den Sonntagvormittag bis zum frühen Nachmittag verbrachte ich auf dem Rücken des Renndrahtesels. Der RCPH veranstaltete eine RTF - an so einer organisierten Tour hatte ich lange schon nicht mehr teilgenommen. Dafür war diese hier gleich ein voller Erfolg. Diesmal erkundete ich schon am Abend vorher (nachdem ich im Kino in der großen Stadt diesen Film hier gesehen hatte), wo die Tour am nächsten Morgen starten würde, stand am Sonntagmorgen überpünktlich auf (07.30 Uhr - brrr! 😩) und fuhr mit dem Rennrad zum Start. Wir nahmen die 50km - ich schriebe "wir", weil wir zu dritt auf die Strecke gingen. Nach kurzer Zeit waren wir dann sogar zu viert, weil sich noch ein nettes Mädels aus Chemnitz zu uns gesellte.







Die Tour war super organisiert und die Verpflegung der Hammer und als wir nach knapp drei Stunden wieder am Ausgangspunkt ankamen brach sogar die Sonne durch und das Wetter, von dem ich eigentlich annahm, es würde im Regen enden, wurde zu bestem Sommersonnenschein. Am frühen Nachmittag war ich wieder zuhause und genoss dort die Sonne noch in vollen Zügen.

Am Mittwoch nahm ich, wie schon seit 2013 die Bachelorprüfung an der Dualen Hochschule ab, an der auch ich seinerzeit mein zweites Studium abschließen konnte. Es war wieder einmal interessant zu sehen, welche Firmen duale Studenten ausbilden und mit welchen Themen für Abschlussarbeiten sie sie betrauen - in manchem Fällen stimmt einen das traurig in anderen sehr froh. Mir jedenfalls macht die Prüferei Spaß, ich lerne immer wieder nette Mitprüfer und -prüferinnen kennen und kann so der Hochschule ein bisschen von dem zurückgeben, das sie mir während meines BWL-Studiums gegeben hat.

Untergekommen bin ich in der Zeit bei einer guten Freundin aus meiner Zeit im Schwäbischen, vor der ich nur meinen Hut ziehen kann. Es ist uneingeschränkt bewundernswert, wie optimistisch sie ist, auch wenn ihr Leben sie gezwungen hat, in eine Richtung zu sehen, in die sie niemals hatte schauen wollen. Sicherlich hilft ihr dabei, dass sie sich in ihrem Leben nicht vollständig abhängig gemacht hat - weder finanziell noch emotional. Wahrscheinlich ist das ein guter Weg, immer ein kleines Stück flexibel zu bleiben und im Ernstfall recht schnell wieder nach vorne schauen zu können. (Macht weiter so, Jenny! 😊)





Am Donnerstagmittag traf ich die Wirtschaftsjunioren zum Mittagessen in einem der wahrscheinlich  besten Restaurants der großen Stadt und siehe da, auch dieses Restaurant besitzt einen Fleischreifeschrank, und zwar genau so einen, von dem mir der KSM seit mindestens zwei Wochen erzählt. 😊 (Er hat sich sogar schon ein Buch über "Veredelung" bestellt und weiß schon genau, in welchen Verfahren, man welches Stück totes Tier in einem solchen Schrank u wahren Leckerbissen reifen lässt. Ach ja, und ein Kapitel über Gemüse gibt es in diesem Buch wohl auch.😉)








Tja, und dann endete die Arbeitswoche auch schon wieder - diesmal mit einer zweiten Fahrt zur und von der Arbeit (nach ganzen 5,25 h Schlaf nicht ganz so schön, gut dass der Kreislauf durchs Radeln so richtig schön in Schwung kommt 😊).



Heute fand übrigens das erste von mir geschossene Bild über die Social Media Kanäle der Regenbogenfirma seinen Weg ins Netz. Unsere Badezimmer-Kollektion auf dem Sprungturm des örtlichen Freibads. Ich bin schon ein bisschen stolz, das Bild ist ganz gut geworden, oder? 😀



So und jetzt freue ich mich auf den KSM, der morgen aus Schweden zurückkommen und des Abends (leider erst nach dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft, das ich daher mit dem Bruder anschauen werde - auch schön 😊) am Hauptbahnhof ankommen wird. 2h Stunden Autobahnfahrt und ein gemeinsamer Tag Urlaub am Montag liegen vor uns. 😍

Dienstag, 5. Juni 2018

Ups and Downs

Der Job bringt es mit sich, dass ich immer mal wieder sehr interessante Persönlichkeiten kennenlernen darf. Diesmal einen Sternekoch aus Mittelfranken. Zum ersten Mal trafen wir uns in der Regenbogenstadt und sahen uns zusammen das aktuelle Sortiment der Regenbogenfirma an. Vor beinahe zwei Wochen trafen wir uns in der Stadt, in der das ganze Jahr lang Weihnachten ist, denn dort hat er sein alt eingesessenes Hotel und eines, das er erst ganz neu gebaut hat. Da Letzteres mit Möbeln aus meinem Sortiment eingerichtet wurde, wollte ich mir das Ergebnis natürlich einmal in natura ansehen.

Und, was soll ich sagen: allein das schwarze Haus, das recht exponiert in dem eher kleinen Städtchen steht beeindruckt schon, aber erst das Innenleben reißt seine Besucher dann richtig mit. Klug durchdacht eingerichtete, moderne und sehr ansehnliche Zimmer, von denen jedes etwas anderes Besonderes anzubieten hat, ein digitales System im Haus, das seines gleichen sucht, eine gemütliche Gemeinschaftsküche mit hochprofessioneller Ausstattung und das dann auch noch auf fränkischem Preisniveau - definitiv zu empfehlen (vermutlich aus diesen Gründen auch schon für die nächsten Monate ausgebucht).



Der Aufenthalt war fruchtbar und extrem lecker - wir führten interessante Gespräche, spannen Ideen und entwickelten Kooperationsmodelle während in stimmungsvollem Ambiente aus der Küche ein Gang nach dem anderen kam.













In einer solchen Atmosphäre und mit solchen Geschäftspartnern lässt es sich extrem gut arbeiten und das Arbeiten macht auch noch Spaß - es ist also fast kein Arbeiten mehr. 😉



Der Freitag nach dem Aufenthalt in Mittelfranken brachte ordentliche Turbulenzen und eine Hiobsbotschaft mit sich, auf die ich in einer solchen Intensität nicht gefasst war. Das Wochenende darauf verbrachte ich daher eher nachdenklich. Nichtsdestotrotz buk ich, wie geplant, den Lieblingskuchen des KSM und er gelang. 😊



Die Woche drauf brachte einige positive Dinge bzw. Überraschungen mit sich: nur drei Arbeitstage, ein neues (Schlaf-)Sofa, das ich mir schon sehr lange wünschte, einen Spontanbesuch, der zwar von Verwirrung durchbrochen wurde, insgesamt aber sehr schön verlief, Schwimmen im See, Laufen in der Natur, ein neues Strandtuch, das ich selbst nähte (wenigstens habe ich angefangen, leider stellte sich heraus, dass die gekaufte Borte zu kurz ist, also muss ich am kommenden Wochenende noch einmal ein längeres Stück kaufen), eine gemeinsame Radausfahrt am Sonntag, ein weiteres vernichtetes Päckchen Spargel 😋 und den Tatort am Sonntagabend.





Damit ist der Mai, Monat der meisten Feier- und Brückentage in unserem schönen Freistaat leider vorbei und der Juni steht vor der Tür: Monat des Brudergeburtstags und eines Open Air Konzerts in der Landeshauptstadt. Ich begrüßte ihn mit meinem Lieblingseisbecher (Amarena) in der besten Eisdiele der Regenbogenstadt. Willkommen!




Mittwoch, 23. Mai 2018

Regionale Köstlichkeiten



87km durch Bayern und Sachsen immer an der Grenze zwischen Oberfranken und dem Vogtland bei bestem Sonnenschein und stets bergauf und bergab - die Radtour war ein voller Erfolg. Etwas über vier Stunden war ich unterwegs, zwischendrin gab es Verpflegung und eine Menge zu sehen. Darüber hinaus sah ich das ein oder andere Örtchen, das sich näher anzuschauen sich lohnen könnte - Schöneck z.B. sah danach aus.

Hinterher gab's eine "After Race Brodwerschd" im Ziel und den einzigen Wehmutstropfen des Tages: Warum ist das Ziel schon beinahe wieder abgebaut, sind die Bratwürste beinahe komplett ausgegeben und es gibt schon keine Geschenke mehr, obwohl bis Zielschluss noch 2h Zeit und noch längst nicht alle Teilnehmer im Ziel sind? Daran muss der Veranstalter wohl noch arbeiten.



Nach der Bratwurst und der Dusche gab's Eis - für mich ganz allein. 😍



Seitdem sind wieder ein paar Tage ins Land gegangen. Das Wetter war großteils herrlich - Wolken hängen an den Bergen hier ja in der Regel fest: entweder drinnen oder draußen. Drinnen ist doof, denn dann lassen sie ihre Ladung ja bei uns - das wiederum sorgt allerdings dafür, dass die Pflanzenwelt hier im Moment in Saft und Kraft steht: grün und bunt, wohin das Auge blickt. 😊 Draußen ist hingegen super, denn dann gibt es bestes Wetter mit Sonnenschein - einen Tag nach dem anderen - und vor allem die Sonnenuntergänge sind dann oft sehenswert.



Mit den Sportskollegen weitet sich das Training an solch schönen Tagen dann oft auch aus, wie z.B. am Mittwoch nach dem Stadtlauf in der Regenbogenstadt, an dem die übrig gebliebenen Wiener zusammen vertilgt werden wollten.



Abends bin ich oft draußen unterwegs, denn Bewegung ist schließlich Trumpf, manchmal laufend, manchmal spazieren gehend - Hauptsache frische Luft. 😀



Das letzte Wochenende verbrachte ich, etwas entgegen meiner Annahme, nicht in der großen Stadt, sondern auf dem platten Land. Das brachte mich, wie schon so oft in der letzten Zeit, gedanklich wieder einmal dazu, über das Thema "Erwartungshaltung" nachzudenken. Wie oft kommt es vor, dass ich von irgendetwas ausgehe, dass es so kommt wie ich mir das vorstelle und bin dann enttäuscht bis wütend, wenn es letztlich (ganz) anders kommt? Wie oft verhagelt mir das meine Laune und damit meinen Tag? Wäre es nicht viel hilfreicher, wenn ich gedanklich so flexibel wäre, mich genau auf die Situation, die dann eben eintritt, einzustellen und aus ihr das Beste herauszuholen ohne darüber nachzudenken, wie es gewesen wäre wenn?

Ein schwieriges Unterfangen, das kann ich Ihnen sagen. Wenn man sich auf ein verlängertes Wochenende zu zweit freut und es wird dann ein verlängertes Wochenende allein, weil das Gegenüber kurzfristig beschlossen hat, ein anderes Event wahrzunehmen, dann hat man (oder hatte ich) daran schon recht zu knabbern. Dennoch war ich fast schon stolz wie agil ich mir einen Plan B zurechtlegte, in den ich ein paar Events einbaute, von denen ich bis Mittwochabend der Meinung war, ich würde sie nicht wahrnehmen können: ich besuchte eine Yogastunde am Freitagebend und telefonierte hinterher noch lange "alle Themen durch" mit dem KSM auf einem englischen Standstreifen. Am Samstag ging ich im Freibad schwimmen und widmete mich zum Abend der Burgerproduktion 😋 und hinterher der Steuererklärung 😏.





Den Sonntag verbrachte ich auf einer verlängerten Laufrunde in guter Gesellschaft und mit ebendieser erneut noch ein paar Stunden im Freibad (zuerst im Wasser, hinterher auch an Land). Den Sonntagabend versüßt mir idR der "Tatort", so auch diesen.

Am Pfingstmontag versuchte ich, mit dem Rennrad den Pfingstbrunch der Wirtschaftsjunioren des Kreises zu erreichen - es gelang mir schließlich mit 20 Min. Verspätung - nicht jedoch ohne vorher festgestellt zu haben, dass einen das Navi im Smartphone eiskalt auf Schotterwege schickt - auch wenn man doch (sieht es das denn nicht, oder was?!) eigentlich mit dem Rennrad unterwegs und damit für Schotterwege nicht gerade passend ausgestattet ist. Es ging besser als ich das Navi wieder auf "Auto" umgestellt hatte. 😉

Am Nachmittag machte ich mich mit dem Rennrad erneut auf eine Runde, diesmal jedoch in die andere Richtung, denn in der Regenbogenstadt war das "Food Truck Festival" zu Gast und irgendwo musste ich schließlich zum Abend essen. 😀 Ein "Uvo" (so eine Art "Langos") aus Lupinen- und Dinkelmehl mit Ratatouille, Bärlauchpesto und Rucola und als Dessert einen Brownie mit Erdnüssen, garniert mit Meersalz-Espresso-Karamell und schon konnte ich mich gestärkt wieder auf den Rückweg machen, der, da bergab, deutlich schneller bewerkstelligt war als die Hinfahrt.



So hatte ich am Abend ein ganzes verlängertes Wochenende, zwar alleine aber sehr kurzweilig verbracht und stellte mir die Frage, sollte ich nun weiterhin enttäuscht sein, dass das Wochenende so ganz anders gelaufen war, als ich es mir vorgestellt hatte oder sollte ich mich freuen, dass ich im Rahmen dessen, was möglich war, das Maximum herausgeholt hatte? Ich gebe zu, zu 100% konnte ich mich nicht ganz gelassen darüber freuen, dass ich viele Dinge gemacht und geschafft hatte, war da doch schon ab und an der Gedanke hochgekommen, dass ich "das hier jetzt viel lieber zu zweit gemacht hätte". Auch die Tatsache, dass der KSM, dessen Spezialität es ist, "die Dinge richtig zu tun und ganz bei sich zu sein", über die Tage quasi von der Bildfläche verschwunden war, machte das gelassen sein jetzt nicht unbedingt einfacher. Dennoch schaffte ich es, wenigstens den Großteile der Zeit, an einem optimalen Ergebnis zu arbeiten und mich darüber zu freuen, dass ich bei schönem Wetter viele Dinge tun konnte.

Fazit: es wäre wünschenswert, jederzeit und immer mit dem, was gerade ist zurecht zu kommen, es gelassen anzunehmen und das beste damit anzufangen, nur: das gelingt mir nicht so ohne Weiteres. Zu stark ist oft die Macht meiner Erwartungen an die Zeit und zu groß die Enttäuschung, wenn Dinge nicht so laufen, wie ich das doch eigentlich gerne gehabt hätte. Deshalb bewundere ich Menschen, wie den KSM, der in einer Situation völlig aufgehen und alles andere vergessen kann. Ich würde mir gerne aneignen, auf den Lauf der Dinge zu vertrauen, gelassener zu werden und das Beste aus Gegebenheiten und Situationen machen zu können, und dass ich dies ein Stück weit lernen werde in der nächsten Zeit, da bin ich sicher. So wie der KSM, da bin ich mir allerdings ebenfalls sicher, werde ich das nie beherrschen. Umgekehrt gibt es aber durchaus Dinge in diesem Leben, die ich kann und die der KSM sich von mir abschauen könnte - das wird ein interessanter Prozess. 😊