Mittwoch, 23. Mai 2018

Regionale Köstlichkeiten



87km durch Bayern und Sachsen immer an der Grenze zwischen Oberfranken und dem Vogtland bei bestem Sonnenschein und stets bergauf und bergab - die Radtour war ein voller Erfolg. Etwas über vier Stunden war ich unterwegs, zwischendrin gab es Verpflegung und eine Menge zu sehen. Darüber hinaus sah ich das ein oder andere Örtchen, das sich näher anzuschauen sich lohnen könnte - Schöneck z.B. sah danach aus.

Hinterher gab's eine "After Race Brodwerschd" im Ziel und den einzigen Wehmutstropfen des Tages: Warum ist das Ziel schon beinahe wieder abgebaut, sind die Bratwürste beinahe komplett ausgegeben und es gibt schon keine Geschenke mehr, obwohl bis Zielschluss noch 2h Zeit und noch längst nicht alle Teilnehmer im Ziel sind? Daran muss der Veranstalter wohl noch arbeiten.



Nach der Bratwurst und der Dusche gab's Eis - für mich ganz allein. 😍



Seitdem sind wieder ein paar Tage ins Land gegangen. Das Wetter war großteils herrlich - Wolken hängen an den Bergen hier ja in der Regel fest: entweder drinnen oder draußen. Drinnen ist doof, denn dann lassen sie ihre Ladung ja bei uns - das wiederum sorgt allerdings dafür, dass die Pflanzenwelt hier im Moment in Saft und Kraft steht: grün und bunt, wohin das Auge blickt. 😊 Draußen ist hingegen super, denn dann gibt es bestes Wetter mit Sonnenschein - einen Tag nach dem anderen - und vor allem die Sonnenuntergänge sind dann oft sehenswert.



Mit den Sportskollegen weitet sich das Training an solch schönen Tagen dann oft auch aus, wie z.B. am Mittwoch nach dem Stadtlauf in der Regenbogenstadt, an dem die übrig gebliebenen Wiener zusammen vertilgt werden wollten.



Abends bin ich oft draußen unterwegs, denn Bewegung ist schließlich Trumpf, manchmal laufend, manchmal spazieren gehend - Hauptsache frische Luft. 😀



Das letzte Wochenende verbrachte ich, etwas entgegen meiner Annahme, nicht in der großen Stadt, sondern auf dem platten Land. Das brachte mich, wie schon so oft in der letzten Zeit, gedanklich wieder einmal dazu, über das Thema "Erwartungshaltung" nachzudenken. Wie oft kommt es vor, dass ich von irgendetwas ausgehe, dass es so kommt wie ich mir das vorstelle und bin dann enttäuscht bis wütend, wenn es letztlich (ganz) anders kommt? Wie oft verhagelt mir das meine Laune und damit meinen Tag? Wäre es nicht viel hilfreicher, wenn ich gedanklich so flexibel wäre, mich genau auf die Situation, die dann eben eintritt, einzustellen und aus ihr das Beste herauszuholen ohne darüber nachzudenken, wie es gewesen wäre wenn?

Ein schwieriges Unterfangen, das kann ich Ihnen sagen. Wenn man sich auf ein verlängertes Wochenende zu zweit freut und es wird dann ein verlängertes Wochenende allein, weil das Gegenüber kurzfristig beschlossen hat, ein anderes Event wahrzunehmen, dann hat man (oder hatte ich) daran schon recht zu knabbern. Dennoch war ich fast schon stolz wie agil ich mir einen Plan B zurechtlegte, in den ich ein paar Events einbaute, von denen ich bis Mittwochabend der Meinung war, ich würde sie nicht wahrnehmen können: ich besuchte eine Yogastunde am Freitagebend und telefonierte hinterher noch lange "alle Themen durch" mit dem KSM auf einem englischen Standstreifen. Am Samstag ging ich im Freibad schwimmen und widmete mich zum Abend der Burgerproduktion 😋 und hinterher der Steuererklärung 😏.





Den Sonntag verbrachte ich auf einer verlängerten Laufrunde in guter Gesellschaft und mit ebendieser erneut noch ein paar Stunden im Freibad (zuerst im Wasser, hinterher auch an Land). Den Sonntagabend versüßt mir idR der "Tatort", so auch diesen.

Am Pfingstmontag versuchte ich, mit dem Rennrad den Pfingstbrunch der Wirtschaftsjunioren des Kreises zu erreichen - es gelang mir schließlich mit 20 Min. Verspätung - nicht jedoch ohne vorher festgestellt zu haben, dass einen das Navi im Smartphone eiskalt auf Schotterwege schickt - auch wenn man doch (sieht es das denn nicht, oder was?!) eigentlich mit dem Rennrad unterwegs und damit für Schotterwege nicht gerade passend ausgestattet ist. Es ging besser als ich das Navi wieder auf "Auto" umgestellt hatte. 😉

Am Nachmittag machte ich mich mit dem Rennrad erneut auf eine Runde, diesmal jedoch in die andere Richtung, denn in der Regenbogenstadt war das "Food Truck Festival" zu Gast und irgendwo musste ich schließlich zum Abend essen. 😀 Ein "Uvo" (so eine Art "Langos") aus Lupinen- und Dinkelmehl mit Ratatouille, Bärlauchpesto und Rucola und als Dessert einen Brownie mit Erdnüssen, garniert mit Meersalz-Espresso-Karamell und schon konnte ich mich gestärkt wieder auf den Rückweg machen, der, da bergab, deutlich schneller bewerkstelligt war als die Hinfahrt.



So hatte ich am Abend ein ganzes verlängertes Wochenende, zwar alleine aber sehr kurzweilig verbracht und stellte mir die Frage, sollte ich nun weiterhin enttäuscht sein, dass das Wochenende so ganz anders gelaufen war, als ich es mir vorgestellt hatte oder sollte ich mich freuen, dass ich im Rahmen dessen, was möglich war, das Maximum herausgeholt hatte? Ich gebe zu, zu 100% konnte ich mich nicht ganz gelassen darüber freuen, dass ich viele Dinge gemacht und geschafft hatte, war da doch schon ab und an der Gedanke hochgekommen, dass ich "das hier jetzt viel lieber zu zweit gemacht hätte". Auch die Tatsache, dass der KSM, dessen Spezialität es ist, "die Dinge richtig zu tun und ganz bei sich zu sein", über die Tage quasi von der Bildfläche verschwunden war, machte das gelassen sein jetzt nicht unbedingt einfacher. Dennoch schaffte ich es, wenigstens den Großteile der Zeit, an einem optimalen Ergebnis zu arbeiten und mich darüber zu freuen, dass ich bei schönem Wetter viele Dinge tun konnte.

Fazit: es wäre wünschenswert, jederzeit und immer mit dem, was gerade ist zurecht zu kommen, es gelassen anzunehmen und das beste damit anzufangen, nur: das gelingt mir nicht so ohne Weiteres. Zu stark ist oft die Macht meiner Erwartungen an die Zeit und zu groß die Enttäuschung, wenn Dinge nicht so laufen, wie ich das doch eigentlich gerne gehabt hätte. Deshalb bewundere ich Menschen, wie den KSM, der in einer Situation völlig aufgehen und alles andere vergessen kann. Ich würde mir gerne aneignen, auf den Lauf der Dinge zu vertrauen, gelassener zu werden und das Beste aus Gegebenheiten und Situationen machen zu können, und dass ich dies ein Stück weit lernen werde in der nächsten Zeit, da bin ich sicher. So wie der KSM, da bin ich mir allerdings ebenfalls sicher, werde ich das nie beherrschen. Umgekehrt gibt es aber durchaus Dinge in diesem Leben, die ich kann und die der KSM sich von mir abschauen könnte - das wird ein interessanter Prozess. 😊



Donnerstag, 10. Mai 2018

Faszienierend

"Ich kann Dir schon sagen, was Dir fehlt. Deine Statik ist nicht mehr richtig in Ordnung, Du hast eine Körperhaltung wie ein Neandertaler."

Bäääm! möchte man da sagen. 😊 Der saß. Anlass zu dieser Aussage war meine Erklärung, wo es mir körperlich fehlt: nämlich hauptsächlich in der linken Schulter. Der Orthopäde, der sich diese zuletzt angesehen hat, ist der Meinung mein Schulterdach (also der Knochen, unter dem einer der Muskeln im Oberarm "durchgefädelt" ist) sei zu niedrig, so dass immer wenn ich den Arm nach vorne oben hebe, der Muskel so weit zusammengeschoben wird bis nichts mehr geht und das ist dann der Punkt, an dem ich nicht mehr weiter komme und das finde ich dann schon ganz schön seltsam - das war doch früher nicht so. Zeitweise dachte ich meine zeitweisen Probleme in der Schulter kämen von einem Rennradsturz, bei dem ich die linke Schulter kurz ausgekugelt hatte (sie ist damals aber auch sogleich von selbst wieder reingesprungen), dem sei aber nicht so, sagte man mir, sondern: Konmstruktionsfehler. 😀

Nun stehe ich vor einem meiner Mitreisenden, seines Zeichens Schmerzmediziner mit Ahnung, von was er spricht, und er fällt dieses Urteil über mich. "Dein Brustmuskel ist total zusammengezogen, Deine Schultern sind ständig nach vorne gezogen und der Bereich links und rechts von Deinem Nacken ist total fest. Das hast Du über Jahre gemacht und jetzt sind Deine Faszien verklebt, Deine Muskeln verspannt und Deine Körperhaltung unausgeglichen. Da wundert es mich nicht, dass Du Probleme in der Schulter und ab und an Kopfschmerzen hast."

Daraufhin haben wir täglich zusammen im Fitnessstudio Übungen zur Aktivierung und zum Dehnen der Muskeln gemacht (Danke, Michael!) und weil man sich die ja nicht alle ständig selbst ausdenken mag, haben wir dafür Youtube genutzt. Und was soll ich sagen, das bringt schon was. Zwar kann man eine Fehlhaltung, die man (in dem Fall ich) über Jahre aufgebaut hat, sicher nicht innerhalb von 4 Tagen wieder korrigieren, aber zu wissen, dass es sie gibt und dass man an ihr arbeiten muss, ist vermutlich schon einmal der erste Schritt.

Tja, und seitdem ich wieder zurück in Alltagsleben bin, bemühe ich mich nun also, mich regelmäßig zu dehnen (schon morgens mit Hilfe dieses Kollegen hier) und meine Muskeln und Faszien zu aktivieren. Ich schlafe häufig mit den Händen im Genick, um in dieser Stellung meinen Brustmuskel zu öffnen und die Schultern zu lockern, drücke meine Schultern bewusst für einige Zeit nach unten (so fest, dass ich davon auch schon Muskelkater davon getragen habe 😬), sitze aufrecht am Schreibtisch - Unterschenkel 90 Grad zum Oberschenkel, Füße 90 Grad zum Unterschenkel - und gehe in der Mittagspause eine Runde spazieren, um mich zu bewegen (und darüber hinaus dem Vitamin D Mangel vorzubeugen). Bei Sonnenschein macht das natürlich noch einmal doppelt so viel Spaß und man kann bei einer solchen Runde auch ganz schön viel entdecken auf dem Gelände der Regenbogenfirma.







Oft (und das war schon immer so) gehe ich auch abends nach der Arbeit noch eine Runde raus (manchmal laufenderweise, machmal aber auch einfach nur Spazieren) - auch das ist natürlich bei Sonnenschein und an langen Abenden schöner, aber ich mache das tatsächlich auch bei Dunkelheit und bei Minustemperaturen (ich bin nämlich der Meinung, ohne es besser zu wissen, das härtet auch gegen Krankheiten ein Stück weit ab) und entdecke dabei, wie schön die Umgebung hier ist.





Dieses Wochenende habe ich mir recht viel Sportliches vorgenommen: gestern habe ich einmal wieder die Yogastunde in der großstädtischen Yogaschule besucht, die ich hier in meiner nächsten Umgebung (also an ganz anderer Stelle als in der Großstadt) unterrichtet und etwas Muskelkater davongetragen. Das hat mich heute zunächst etwas verunsichert, wollte ich doch, als Teil eines sehr überschaubaren Teams, den Stadtlauf in der Regenbogenstadt mitlaufen. Ich ließ mich allerdings nicht abschrecken, lief ihn, lief ihn bis zum letzten Schritt mit Spaß (für mich immer das Allerwichtigste) und für meine Verhältnisse (und die Streckenverhältnisse, die man durchaus aus "wellig" bezeichnen kann) auch in einer guten Zeit. Der Lauf, und das muss man an dieser Stelle mal deutlich sagen, war mit 79 Teilnehmern auf der 10km Strecke überschaubar, aber sehr gut organisiert und hat insgesamt eine Menge Spaß gemacht. Die Massage im Anschluss war schon das erste Highlight, das Zusammensitzen mit den Laufkollegen hinterher, bei Essen und Trinken, muss natürlich auch sein. Das Wetter war super und das Gewitter brach erst los, als schon alle im Ziel waren. Einzig der Zusammenbruch eines noch sehr jungen Läufers mit Reanimation und Blaulichtfahrt ins KH sowie ein weiterer Unfall (Bein vertreten und umgeknickt) warfen einen Schatten auf die Veranstaltung.



Regen und Sonne ergeben ja aber ein stets schön anzuschauendes physikalisches Phänomen und beim Anblick dieses Regenbogens wünschte ich mir, dass es beiden bald wieder besser geht (und ein bisschen auch, dass meine Beine morgen mitmachen, wenn ich auf eine längere Radtour gehen werde, bei der ich schon immer mal dabei sein wollte).

Sonntag, 29. April 2018

Eine Woche voller Samstage (eigentlich fast zwei)

Trainingslager auf Fuerteventura mit der altbekannten Crew (der neue Leute angehörten und zwei Weltmeistern - als Trainer und als Mechaniker) und drumherum ein paar schöne Tage zu zweit in der hessischen Hauptstadt - in der sich praktischerweise der größte Flughafen Europas befindet - eine gelungene Kombi, denn ich wusste in jedem "Block" gar nicht, auf was ich mich freuen sollte: die ruhigen Tage in der trubeligen Stadt oder die sportlichen Tage auf der entspannten Sonneninsel. Ich habe schließlich beschlossen, in jedem Teil, so gut das momentan für mich geht (ich arbeite daran, dass das noch besser wird), im Moment zu sein, mich über das zu freuen, was ist, und dabei möglichst wenig oder gar nicht, daran zu denken, was gestern war oder morgen sein wird. Das stellte sich als gelungene Herangehensweise heraus, denn sämtliche Tage vergingen wie im Flug. Wenn man nicht ständig dem Gestrigen nachhängt oder sich dem Morgigen entgegen sehnt, dann ist das wohl so. 😊

Der erste Aufenthalt in Hessen führte dazu, dass ich die Kaiserstraße - und vor allem ein asiatisches Restaurant darauf - sowie ein indisches Grand Hotel am Hauptbahnhof nun etwas besser kenne. In Erinnerung bleiben wird mir vermutlich speziell die Erkenntnis, dass mein Gegenüber in meinen konzentrierten Blick Missbilligung hinein interpretieren kann sowie eine lebhafte Diskussion über "Pfusch am Bau". 😀

Am Samstag in Frankfurt gestartet, in Puerto del Rosario gelandet: Ruhetag im Club. Erste einmal das Mietrad abholen, die Klamotten auspacken, das Abendessenbuffet testen und die Leute kennenlernen.

Am Sonntag geht's dann für alle (also, zumindest für die, die wollen - ist ja alles freiwillig, is ja Urlaub für die meisten) erst einmal frühmorgens zum Schwimmen udn danach zum ersten Mal aufs Rad. Ich stelle fest, dass ich mich auf meine Leistung im Schwimmen verlassen kann, mich beim Radeln aber anders orientieren müssen werde. *Hmpf*







Der Montag bringt - wer hätte es gedacht - morgens Schwimmen, mittags (etwas mehr) Radeln und am Nachmittag Lauf ABC (mit Muskelfaserriss - glücklicherweise nicht für mich, denn auf eine solche Sache möchte ich in diesem Jahr eigentlich verzichten).

Dritte und stärkste Belastung am Dienstag, mit Radeln und anschließendem Koppellauf, der mit den Füßen im Meer endete.









Mittwoch = Ruhetag (das heißt kein Schwimmen am frühen Morgen, dafür Freiwasserschwimmen am Vormittag im Neo und mir lustigen Spielchen) und kein Radeln, dafür etwas Stabi-Training am Nachmittag.






Am Donnerstag wieder Schwimmen und danach eine Runde wechselndes Koppeltraining (Rad - Lauf- Rad - Lauf - Rad - Lauf/20 - 3 - 20 - 3 - 20 - 3).

Der Freitag fühlte sich etwas kraftlos an. Beim Schwimmen gab ich alles, nach dem Radeln war ich sehr froh, wieder zuhause zu sein. Ein Schnupfen kündigte sich an.



Wie gut, dass am Samstag erneut Ruhetag war. Ich hatte morgens zwar noch große Pläne, mit der Masse im Neo ins Meer zu steigen, der Enthusiasmus verließ mich dann allerdings sobald ich nach dem Frühstück wieder zurück in mein Bett krabbelte. Aufgestanden bin ich dann wieder am frühen Nachmittag - immerhin paddelte ich dann doch noch einmal ins Meer hinaus. (Eine Nasenspülung mit Meerwasser ist ja so gesund! 😊) Außerdem kam ich just an diesem Tag auch zum ersten Mal mit dem Thema "Flossing" in Berührung (im wahrsten Sinne des Wortes --> "Deine Hand muss ganz weiß werden, als ob Du tot wärst." 😳 Und meine Hand war hinterher weiß, als ob ich tot wäre, glauben Sie mir das ruhig.) Der Tag endete mit einem (ausdrücklich) warmen Schwarzbier, das gegen Erkältung helfen soll - ich konnte allerdings keinerlei Wirkung feststellen. Glücklicherweise war meine Nase verstopft, so dass ich zumindest nicht viel schmeckte - Bier schmeckt mir in gekühltem Zustand ja schon nicht. 😉







Am Sonntag wollte ich, trotz hartnäckigem Schnupfen, dann aber doch noch ein letztes Mal aufs Rennrad ("Du solltest nicht Radfahren, mein Schatz, Dein Immunsystem ist kollabiert." 😳), Schwimmen am Morgen ließ ich besser mal ausfallen. Und, was soll ich sagen, diese letzte Runde war toll: es war nicht mehr so windig, wir fuhren gut als Gruppe, unterhielten uns viel und das Eis am Ende hat auch geschmeckt. 😊 Den alkoholfreien Cocktail, der aufs Haus ging, genoss ich im Anschluss an die Aussfahrt noch und ein Mitbringsel von der Insel ließ ich mir schließlich auch nicht entgehen (man gönnt sich ja sonst nichts 😉).















Der Montag startete um 6.00 Uhr, als ich meine letzten Sachen einpackte. Um 7.00 Uhr gab es zum letzten Mal Frühstück vom Buffet (und soll ich Ihnen was sagen: ich bekam echt kaum noch was runter - irgendwann ist dann einfach mal gut... 😊). Um 8.00 Uhr fuhr der Bus zum Flughafen und in die hessische Hauptstadt musste ich glücklicherweise nicht allein, so dass ich wenigstens vor und nach dem Flug (währenddessen hatten wir verpasst, uns darum zu kümmern, nebeneinander zu sitzen, so dass ich mit einem an "Mikronährstoffen" und Büchern interessierten Ehepaar und mein Mitreisender mit einer Horder angetrunkener Rocker Vorlieb nehmen musste, die sich scheinbar beide ganz nett benehmen konnten. 😊

Zurück auf deutscher Erde, speziell auf hessischem Terrain, wartete der Abholer bereits auf mich und nahm mich mit in die Bleibe für die kommenden zwei Tage. Von hier machten wir uns auf zu einer Hawai'ianischen Pokébar, die ganz offensichtlich noch nicht lange ihre Türen geöffnet hatte: das Team hinter der Theke kannte sich mit der Speisekarte noch nicht allzu gut aus und erst hinterher fiel uns auf, dass entweder unsere Getränke (eine Cola und eine Limo) verd***t viel Geld gekostet haben müssen oder das Wissen des Teams um das Abrechnen ebenfalls noch nicht optimal aufgebaut war. Lecker waren die Poké-Bowls aber, so viel sollte an dieser Stelle auch gesagt werden.





Vom Maintower aus kann man die Frankfurter Skyline noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel und natürlich auch von allen Seiten aus betrachten, daher sind wir hinaufgestiegen ("Steigen" klingt so großspurig, denn eigentlich fährt man die 190m hinauf mit dem Aufzug und geht nur die letzten beiden Stockwerke zu Fuß.) Bereits vor dem Maintower fuhren uns einige kleine Rennradfahrer über den Weg und als wir wieder hinabgestiegen waren kam gerade das Jugendrennen des hessischen Radklassikers durch. Eine Supersache dieses Rennen, brachte es doch mit sich, dass es auf dem Platz vor der Oper Ess- und Trinkbares in ausreichender Menge sowie einen Blick auf die Ankunft des Eliterennens gab. So musste ich also auch in den ruhigen, sportabstinenten Tagen auf das Radfahren zumindest nicht ganz verzichten. 😊 Und hinterher war sogar noch für eine kleine Marketingrecherche im gehobenen Preissegment Zeit - die Kollegen sollen ja von meinem Ausflug auch ein bisschen profitieren.













Jede Großstadt in diesem schönen Land ist anders und jede spricht ihre ganz eigene Sprache, hat ihre ganz eigenen Leute und Merkmale. Die eine mag man mehr, die andere weniger. Jede aber ist es wert, kennengelernt zu werden. In diesem Sinne: es freut mich, Deine Bekanntschaft zu machen, Frankfurt. 😊



Freitag, 20. April 2018

Knochenjob

Es ist schon wieder spät, ganz schön spät, um jetzt und hier die jüngste Zeit zusammen zu fassen. In letzter Zeit verbringe ich meine Zeit mit Arbeit, Sport und Telefongesprächen - alles wichtig, alles ganz schön zeitintensiv.

Tschechien, zu diesem Land kann ich keine Meinung haben, denn ich war dort zu selten. Einmal um genau zu sein - in Karlsbad. Es war Winter, es hat geschneit, es war grauer Himmel. Karlsbad war schön anzuschauen, zuckerig, eine andere Welt. Das Tschechien drum herum hat mich ganz schön abgeschreckt: halb zerfallene, verlassene Häuser, viel Landschaft in der Landschaft und keine besonders gute Infrastruktur. Verwöhnter Wessie eben. 😊

Nun begab es sich, dass die Laufrunde, mit der ich regelmäßig meine Mittwochabende verbringe (zumindest versuche ich das), in diesem Jahr einen Ausflug in ebendieses Tschechien plante, um am Weinmarathon (Nein, Nein, nicht 42,2 km Heulen, sondern laufen - ganz normal 😉) der Partnerstadt zur Regenbogenstadt teilzunehmen. Zu diesem Ereignis waren nämlich sämtliche Partnerstädte der Tschechen eingeladen - aus Schweden, Belgien, Holland und Frankreich.

Die ganze Aktion startete am frühen Nachmittag des vergangenen Freitags und ich war ganz schön erstaunt, denn "in Tschechien ist man doch gleich, warum müssen wir da so früh losfahren?". Nun denn, es stellte sich heraus, dass man auch in Tschechien stundenlang Auto fahren muss, um bestimmte Städte zu erreichen. Da die Partnerstadt noch hinter Tschechiens Hauptstadt liegt, dauerte es eben ein paar Stunden, dort hinzukommen - und mit dem Bus und den 52 Mann (und Frau), die drin saßen, sogar noch ein paar Stunden mehr.

Am Freitagnachmittag mit dem Bus durch Prag zu fahren, erwies sich als grober Fehler (bis dahin war die Fahrt sehr zügig und störungsfrei verlaufen) - der Busfahrer wäre besser drum herum gefahren - fast zwei Stunden Warten im Stau waren die Folge. Die allgemeine Begrüßung mit Essen für alle Gäste im Rathaus der Partnerstadt hatten wir damit schon einmal verpasst. Abends um 20.00 Uhr kamen wir an (1h später als geplant) und checkten erst noch im Hotel ein bevor wir uns ins Rathaus aufmachten, um dort zur Einstimmung zu verspeisen, was die Läufer aus den anderen Partnerstädten vom Buffet übrig gelassen hatten. (Und wer weiß, wie Läufer über ein Buffet herfallen können, der kann sich vorstellen, wie groß die Auswahl noch war. 😉)

Im Anschluss machten sich zwei der Hungrigsten in die nächstgelegene Pizzeria auf, um ihren großen Hunger, den sie mit den Rathaus-Resten nicht hatten stillen können, mit einer großen Pizza dann doch noch in den Griff zu bekommen. Ich allerdings musste passen und schloss mich der Gruppe an, die den Rest des Abends in einer Bar nahe des Hotels zubrachte, um dort die verschiedenen Biersorten zu testen.



Das Hotelzimmer: nunja, ich würde es als "zweckdienlich" beschreiben. Es war sauber (die Spuren an der Duschwanne, die nach heruntergelaufenem Blut aussahen, ließen sich tatsächlich nicht entfernen, weshalb das wohl auch die Putzfrau nicht geschafft hatte), mal abgesehen von dem Erdnussflip, den ich zwischen Matratze und Bettrahmen eingeklemmt fand. Mit einem Zimmerservice durften wir nicht rechnen, das Bett machte man entweder selbst oder eben nicht - für einen gemacht wurde es in jedem Fall nicht. Es roch etwas seltsam, das Problem war aber in den Griff zu bekommen, indem man das Fenster kippte - dumm nur, dass vor dem Fenster der Güterbahnhof der Stadt lag.

Richtig furchtbar jedoch fand ich das Frühstück, das machte mir nämlich überhaupt keinen Spaß. In Osteuropa scheint es nicht üblich zu sein, zum Frühstück eine gewisse Vielfalt anzubieten. Es gab belegte Wurstbrote und Bockwürstchen in einem Warmhaltebehälter, darüber hinaus ein zuckriges Müsli, heißes Wasser, dünnen Kaffee und Milch (ich übertreibe vllt. etwas, ggf. habe ich noch ietwas nicht aufgezählt, aber sicher hab' ich nicht viel vergessen). Frisches Obst, Naturjoghurt, ein Körnerbrötchen oder derlei ausgefallene Dinge suchte ich leider ohne Ergebnis. 😊

Ich bin, was Unterkünfte angeht, sicher nicht zimperlich und ich kam und komme bislang immer zurecht, solange es in meinem Zimmer einigermaßen sauber war/ist. Vermutlich kann man für 27,50 EUR/Nacht, auch in Tschechien, nicht viel mehr erwarten als ein solches Zimmer und ein solches Frühstück, aber - ich bin ganz ehrlich - ich hätte sehr gerne auch deutlich mehr für das Hotel bezahlt, wenn Zimmer und Frühstück dadurch an Qualität gewonnen hätten. Für mich steht fest, dass ich lieber seltener wegfahre, wenn, dann aber zu solchen Gelegenheiten Unterkünfte buchen möchte, in denen Schlafen und Essen mir angenehm sind.

Der Lauf am Samstagmittag war einer zum Abschreiben - eine Premiere für mich, denn ich bin zwar keine schneller Läufer, aber war bislang wenigstens immer ein zuverlässiger, der gut durchkam und auf ein gleichmäßiges Tempo zurücksehen konnte. Auf die ersten 5km traf das auch diesmal zu. Bei bestem Sonnenscheinwetter lief ich diese in zügigem Tempo, das ich gerne gehalten hätte. Leider beschwerten sich danach mein Magen und mein Darm (vielleicht über die recht fettige Mahlzeit vom Vorabend, vielleicht über das Zuckermüsli vom Morgen, vielleicht auch über die heiße Schokolade 2h vor dem Lauf - ggf. auch über alles zusammen 😊) in recht regelmäßigen Abständen und ich hätte zum ersten Mal in meinem Leben auf einer Laufstrecke dringend eine Toilette gebraucht - es gab aber keine. Ich will an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen, wie die anderen 6,5 km vonstatten gingen - lassen Sie sich aber gesagt sein: sie waren nicht so angenehm und meinen Pace konnte ich auch nicht halten. 😀

Am Samstagabend hatten wir einen Tisch (oder für 52 Leute ja eher: eine Tafel) in einem nahe gelegenen Restaurant reserviert. Es hieß, es serviere eine "gehobenere Küche". Ich war gespannt. Um dies gleich vorweg zu nehmen: das Essen war wirklich gut (ich bin also davon abgekommen zu denken, dass man in ganz Tschechien damit rechnen muss, tendenziell eher fettige und fleischlastige Nahrung zu bekommen, die darüber hinaus nicht schön angerichtet ist 😊), dumm war nur, dass zwei Schwierigkeiten aufeinander stießen: ein Restaurant, das bei einer Gesellschaft von 52 Mann eine ungenügend große Servicemannschaft parat hatte (man kann 52 Mann sicher auch mit 2 Mann bedienen. Wenn diese allerdings jeweils nur 2 Bierkrüge pro Gang von der Theke zum Tisch transportieren können, können Sie sich vorstellen, wie lange es braucht bis die ganze Mannschaft erst einmal Getränke hat. Gar nicht davon zu sprechen, wie sich das verhält, wenn angefangen wird, die Suppen, Vorspeisen, Salate, Hauptgerichte und Desserts hintereinander weg zu servieren, die unterschiedliche Leute auch noch in unterschiedlichen Kombinationen vorbestellt hatten. 😀) und eine Reisegruppe, die ihre Essen zwar vorbestellt, sich dann aber teilweise nicht gemerkt hatte, was sie denn jetzt genau aufgeschrieben hatte. So aßen Leute Dinge, die nicht für sie bestimmt waren, während andere gar nicht erst etwas bekamen. Einige taten dies durchaus laut kund (meist mit Erfolg, denn dann war die Servicemannschaft aufgeschreckt und brachte, was noch fehlte, nach), andere aber blieben leise und schimpften nur "nach Innen" und fanden, wen wundert's, dann eben kein Gehör (und demzufolge auch kein Essen). Für mich lief der Abend gut, mein Essen kam, wie bestellt (und ich wusste auch noch, was ich bestellt hatte 😉) während andere das Lokal nach beinahe zwei Stunden Wartezeit, mit immerhin einer Suppe im Bauch, wutentbrannt verließen, um sich im nahe gelegen Irish Pub mit Essen zu versorgen. In diesem Irish Pub verbrachte im Anschluss auch der Rest der Bande den Abend - mit Bier und Becherovka und, in meinem Fall, alkoholfreien Cocktails und Limonade. 😊

Am Sonntagmorgen fand ich auf dem Frühstücksbuffet nicht nur die Haare der Servicekraft (*schluck*), sondern immerhin auch Butterbrote mit gekochtem Ei, die mir, zusätzlich mit einer Scheibe Käse belegt, zum Frühstück taugten. 😊Um 9.00 Uhr bereits (also, eher zu "nachtschlafender Zeit" 😉) machten wir uns auf nach Kutna Hora, einem Ort, der nicht nur eine "Knochenkirche", sondern auch einen komplett UNESCO Weltkulturerbe geschützten Stadtkern hat. Ich kann Ihnen sagen, dass es schon etwas seltsam ist, in eine Kirche zu gehen, die nicht mit Lichtern und Gemälden, sondern mit Girlanden aus menschlichem Gebein geschmückt ist, aber es ist durchaus interessant und gibt als Fotomotiv so einiges her. Die Stadt an sich, mit ihrem guten Ausblick über die Böhmische Landschaft, machte bei schönem Wetter durchaus einen traumhaften Eindruck, doch auch hier fiel mir an den Ecken und Enden immer wieder der Verfall ins Auge, den ich mittlerweile als Grundkomponente der Erscheinung Tschechiens akzeptiert hatte. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag bei Bombenwetter und brachen dann auf in eine Brauerei, deren Felsenkeller gleichzeitig auch unser Ziel für das Abendessen sein sollte.

























Das Essen dort war in Ordnung, konnte aber wirklich nicht mit dem vom Samstagabend mithalten. Dafür schien meinen Mitreisenden aber das Bier sehr gut zu schmecken 😉, so gut gleich, dass wir die restliche Heimfahrt bis in die Regenbogenstadt für gemeinsame Gesangseinlagen nutzen ("Auf der Reeperbahn nachts um halb eins..."). Pünktlich um 200.00 Uhr landete ich wieder auf dem Parkplatz vor dem Hallenbad. Den Boden habe ich nicht geküsst, Tschechien ist sicher eine Reise wert und ich werde gerne auch noch einmal hinfahren, dann aber werde ich selbst entscheiden, wo ich untergebracht sein möchte. 😊

Der Rest der Woche war vor allem eins: Arbeit. Warum auch immer ich denke, ich müsse vor dem Urlaub noch ganz viel weggeschafft kriegen (denn eig. komme ich halt wieder und dann geht's ja auch weiter und es stirbt keiner, wenn vor dem Urlaub nicht alles erledigt ist, aber iwie artet es dann doch immer wieder in langen Stunden Arbeit aus bei mir...), wahrscheinlich, weil ich weiß, dass ich nicht ruhig auf meinem Rennrad sitzen und durch die Landschaft fahren könnte, wenn ich wüsste, dass noch iein Punkt auf meiner Liste unerledigt geblieben wäre. Also bemühe ich mich, das weiterzugeben, von dem ich weiß, dass es noch weitergegeben werden muss und verbringe viele Stunden der Woche vor einem Urlaub an meinem Schreibtisch.

Urlaub?! werden Sie fragen. Ja, Urlaub. Triathlon-Traininglage auf Fuerteventura - wie schon im vergangenen Jahr. Morgen geht's los und ich freue mich unendlich. Stay tuned!