Sonntag, 29. Januar 2017

Wintersportmütze

Grandioses Wetter im Fichtelgebirge. Heute Morgen schmiss mich die Sonne aus dem Bett - blauer Himmel, nicht eine einzige Wolke am Himmel und das den ganzen Tag lang. Ich schlafe ja direkt unter einem Fenster und bei dem Anblick konnte ich selbstverständlich nicht liegenbleiben. Raus, raus, raus! 

 

Frühstück mit der ersten Schmerztablette (die Entzündung in der Schulter wird einfach weggehen, das wird super!), danach Telefonieren mit einer der überlegtesten, aufgeklärtesten und zielgerichtetsten Frauen, die ich kenne - Du machst/Ihr macht das genau richtig, Alex, ich bin froh, wenn ich Deinen/Eueren Weg auch weithin mitgehen darf!

Dann aber los: drauf auf die Langlaufschi, los zur Sonnenloipe in Schönwald. Diese trägt Ihren Namen nicht umsonst, denn falls Sonne scheint, dann liegt diese Loipe wirklich vollständig in derselben. Vergangene Woche habe ich ja meinen ersten Besuch dort, bei genauso bombastischem Wetter, absolviert. Anfahrt, drei Runden auf der Loipe, die letzte schon etwas wackelig, dann wieder zurück.

 

Heute ging das schon etwas besser. Die Beine nicht mehr so zittrig, sondern mit Kraft bis zum Ende und die Technik wird auch immer besser. Heute vier Runden, eine davon in die entgegengesetzte Richtung, um dem "Deichschafeffekt" entgegenzuwirken. (Sie wissen doch, dass Deichschafe meist auf der einen Seite etwas längere Beine haben, weil sie ja immer schräg am Deich stehen und sich der Körperbau bzw. die Beinlänge eben mit der Zeit an diese Gegebenheit anpasst?) Kurz vor Ende der Ausfahrt dann sogar der kühne Gedanke, dass wenn ich auf Skatingschi mittlerweile ganz ansehnlich und sicher unterwegs bin, ich vielleicht den Schritt auf die Curver auf die Piste wagen könnte, von dem mich bislang die Angst vor gerissenen Bändern immer abgehalten hat, aber vielleicht sollte ich es an irgendeinem Kinderhügel doch einfach mal probieren. 😊 
Ich wünsche mir in jedem Fall, dass der Schnee noch ein bisschen bleibt - es ist schließlich Winter - denn ich würde ganz gerne noch ein paarmal auf die Bretter steigen. 

Hinterher gibt's deftigstes Mittag-/Abendessen! Mjamm! 

 

Und dann schaue ich abends die Nachrichten und - wie in den letzten Monaten eigentlich regelmäßig - wird über den neuen Präsidenten der USA berichtet: Donald Trump. Und mir wird schlecht, als ich erneut sehe, wie viele wahnsinnige Aktionen, die er ja durchaus auch schon im Wahlkampf angekündigt hatte, bereits angestoßen hat (er ist seit einer Woche an der Macht!). Überrascht das jetzt jemanden? Mann, der hat das alles angekündigt und jetzt kommt es genau so. Wie kann die Bevölkerung eines Landes, das für Freiheit und Fortschritt steht einen solchen Vollhonk zu ihrem Präsidenten wählen? Das entzieht sich völlig meinem Verständnis. Jetzt könnte man noch denken: "Naja, das ist weit weg." Aber ist es nicht. Die USA sind eines der mächtigsten Länder der Welt, dieser Typ (Sorry, ist das wirklich ein Mensch?) hat Zugriff auf ein unvorstellbares Waffenarsenal und den Einfluss, in diesem Land Dinge vollständig zu verändern. Wenn ich darüber nachdenke, wird mir wieder ganz flau im Magen. Man muss ein Zeichen setzen gegen Trump. Dieser Mann Spinner Wahnsinnige ist auf diesem Posten nicht richtig, da bin ich sicher. Das hatten wir schon so oft, das kann keiner mehr wollen. Warum lernen wir nicht dazu?

Samstag, 28. Januar 2017

Gemischtwarenladen

Diese Woche war alles dabei: ich bin stolz auf mich, weil ich am Mittwoch mal wieder beim Lauftreff war (obwohl Messe und Stress und alles muss fertig werden) und weil ich etwas knapp dran und "meine" Laufgruppe daher schon aufgebrochen war, durfte ich bei meinem ersten Lauf seit ein paar Wochen gleich mal bei der mitlaufen, die sich auf den Rennsteiglauf vorbereitet - 72km 1989HM. Wir waren dann 1,5h unterwegs und meine Beine am Schluss ganz schön kraftlos, aber - wie immer beim Laufen - hinterher ist man froh und stolz, dass man's gemacht hat und allein dafür lohnt sich's dann schon wieder. Die Aufgaben, die ich vorher bei der Arbeit nicht mehr geschafft hatte, habe ich dann einfach abends noch erledigt. In Den Zeiten, die gerade herrschen, spricht da in meinen Augen gar nichts dagegen, dass man sich auch mal was mitnimmt, was man dann von Hause aus erledigt - aber machen muss man's halt.

Am Donnerstag habe ich meine beruflichen Kompetenzen überschritten, nicht um jemanden zu ärgern, sondern weil ich der Meinung war und bin, dass es richtig war, um das Projekt voranzubringen. Ich habe eine Entscheidung getroffen und Daten an einen Kooperationspartner herausgegeben, die jemand anders gerne durch seine Entscheidung beeinflusst hätte. Da ich das aber in dem vollen Bewusstsein gemacht habe, dass das korrekt ist und ich einen Schritt in die richtige Richtung zum Gelingen des Projektes mache, halte ich das für in Ordnung, vllt. sogar manchmal für nötig, um zu beweisen, dass ich selbständig denke, Verantwortung übernehme und Dinge lenke.  

Gestern dann ein Besuch beim Orthopäden, der hoffentlich den Durchblick und die Lösung gebracht hat, was meine Schulterprobleme in der letzten Zeit betrifft: beim längeren Autofahren z.B. oder auch (jetzt lachen Sie nicht!) wenn ich einfach etwas anhabe, bei dem mir die Schultern etwas zu eng sind (ich denke da mit Schwermut an die selbstgenähte Karl Lagerfeld Jacke) tut mir meine linke Schulter weh. Und neulich hatte ich meinen prall gefüllten Waschbeutel in der linken Hand und wollte ihn auf einen Haken hängen, der deutlich über Kopfhöhe positioniert ist, auf halbem Weg ist mir die Kraft einfach ausgegangen - ich habe den Beutel nicht höher als auf Schulterhöhe bekommen. Da wusste ich, da hilft alle Physiotherapie nichts, das muss ich doch nochmal ein Facharzt ansehen. Glücklicherweise gibt es in greifbarer Nähe einen Orthopäden mit einem sehr guten Ruf, dessen Terminwartezeiten zwar, wie hier eig., aufgrund des Ärztemangels, überall unzumutbar sind, der aber die sinnige Einrichtung einer "offenen Sprechstunde" pflegt, an der diejenigen teilnehmen, die am schnellsten sind. Das Prinzip funktioniert so: ab 7.00 Uhr werden 35 Personen aufgenommen (jeder bekommt ein Nummernkärtchen), die Leute werden dann ab 7.30 Uhr der Reihe nach von den Damen an der Rezeption aufgerufen und nach ihren Leiden befragt und daraufhin mit der wahrscheinlich benötigten Zeit in den Tagesablauf eingeplant. Dann kann man (muss man aber nicht) bis zu der Uhrzeit wieder gehen, zu der man drankommen soll. 

Mir wurde Röntgen verordnet, um sehen zu können, was in meiner Schulter so los ist. Dann durfte ich erstmal wieder gehen. Da die Praxis direkt neben der Regenbogenfirma liegt, konnte ich erstmal noch 1,5h arbeiten gehen bevor ich durchleuchtet wurde. Das Ergebnis ist, dass ich wohl eine Verdickung des Schleimbeutels in der linken Schulter habe, die meinen linken Muskel ein bisschen behindert, wenn ich ihn zusammendrücke, weil ich z.B. etwas hochhebe. Nun habe ich eine entzündungshemmende Medikamentenkur verordnet bekommen (20 Tage lang jeden Morgen eine Tablette) gepaart mit etwas Schonung für die Schulter. Zwar bin ich ein Mensch, der Medikamente, wenn sie nicht aus irgendwendwelchen Gründe wirklich ganz dringend notwendig sind, vermeidet (Demenz und andere Erscheinungen im Alter können durchaus auch mit der Einnahme von Medikamenten im Laufe eines Lebens zusammenhängen), aber in diesem Fall erschien mir der Arzt doch durchaus sehr kompetent, so dass ich diese Kur jetzt einfach mal durchziehen werde in der Hoffnung auf Verschwinden der Symptome.

 

Heute dann Schwimmtraining, Einkauf im Baumarkt (Leim, Schraubzwingen, Scheibenklar und eine Frontscheibenabdeckung fürs Auto) um das neue alte Bett und den Fritz auf Vordermann zu bringen bzw. in Zukunft gegen das Winterwetter hier bestens gerüstet zu sein. Danach Risotto kochen, einen Winterspaziergang machen (und sich über die Idylle hier, die ja in vielenAspekten echt nerven kann, freuen), 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

jetzt noch ein bisschen die Bude auf Hochglanz bringen - denn die Person, die das normalerweise übernimmt, hatte diese Woche aus verständlichen persönlichen Gründen, dafür nicht allzu viel Zeit - und dann mal sehen, was heute Nacht so im Kino läuft. Ein schönes Wochenende!

Dienstag, 24. Januar 2017

Phobisch

Ich hasse Knöpfe. Und noch viel schlimmer ist es mit Fäden - ich verabscheue Fäden. Alles, was Fäden sind, womit man näht, also solche, die Fasern haben, finde ich sehr eklig. Daher habe ich früher, wenn ich was genäht habe, immer mit Nylonfaden operiert. 

Ich glaube ehrlich gesagt, das kommt daher, dass mein Opa, seines Zeichens ein Schneider, früher in seinem Schneiderzimmer eine solche furchtbare Fäden und Knöpfe Unordnung und, wenn er nähte, häufig auch an seiner Kleidung iwelche abgeschnittenen Fadenreste kleben hatte. Ganz furchtbar für mich. 

Meine Mutter war (und ist sie vermutlich immer noch), was die Ordnung in ihrem Nähkästchen anging, keinen Deut besser. Da lag alles kreuz und quer durcheinander, da steckten reihenweise Nadeln mit Stopfgarn im Deckel (woran mein Vater auch nicht ganz unbeteiligt war) - Brrr! Mich schüttelt's wen ich nur daran denke.

Dummerweise nähe ich heute recht gerne. Da nur mit Nylongarn Nähen auf Dauer etwas fad und vor allem unpraktisch wäre, muss ich also doch ran an Fäden und auch Knöpfe (manchmal). Diese Ekel führt mich Arber dazu, dass ich quasi permanent am Fäden abschneiden und in den Mülleimer werfen bin (in den ich, je mehr Fäden ich schon reingeschmissen habe, gar nicht mehr schauen möchte) und damit wahrscheinlich locker 1/3 mehr Zeit brauche. 😊

Heute Abend habe ich, beim Nähen an der Thailändischen Fischerhose für meinen Kollegen, festgestellt, dass ich die Farben der Garne etwas zum Ekel beitragen bzw. ihn mindern. Je "dreckiger" die Farben, desto ekliger werden die Fäden. Mit Neongarn näht sich's also richtig angenehm. 😀 Neulich habe ich an einer Bluse, die ich prinzipiell sehr mag, alle Knöpfe ausgetauscht, denn die ursprünglichen fand ich furchtbar widerlich, viel zu dick, viel zu Plastik, viel zu billig. Bin ich verrückt? Vielleicht ein bisschen, aber wahrscheinlich auch nicht mehr als andere. 

Jedenfalls habe ich, woher auch immer das kommen mag, ein ausgeprägtes Sauberkeitsempfinden, das sich zwar für eine absehbare Zeit auch mal ausschalten lässt (es kommt immer auch ein bisschen darauf an, wie wohl ich mich in einer Umgebung fühle), das aber absolut dazu führt, dass ich schon während des Kochens wieder aufräume oder aber eben mit verzogenem Gesicht abgeschnittene Fäden und Knöpfen ganz tief in meinem Mülleimer verstecke. Jeder hat halt seine Macken. 

Die Thailändische Fischerhose übrigens, inklusive Französischer Nähte, ist gut geworden. Ich werde mir demnächst auch eine nähen. Den Stoff dafür habe ich bereits gekauft.

Samstag, 21. Januar 2017

Höhle, Höhle, Höhle

Der Geburtstag ist um und die Gäste kommen so nach und nach. Heute: die Eltern. Sehr hilfreiche Gäste wie ich zugeben muss. Den Geburtstagskuchen haben sie selbst mitgebracht und darüber hinaus sehr schöne Geschenke: einen Dyson Tischstaubsauger (also, ich bin ja durchaus für praktische Geschenke, nicht nur und nicht immer und bei der Antifaltencreme - und sei sie noch so teuer - wäre es dann auch bei mir vorbei, aber Dinge, die teuer, weil gut, sind, die nehme ich auch mal gerne als Geburtstagsgeschenk an) sowie unfassbar tolle essbare Vorräte vom italienischen Onlineversand sowie Bioladens des Vertrauens. 

 

Nach dem obligatorischen Kaffeetrinken, brachen wir auf nach Hof, wo wir deim Dehner Zoo einen Aquariendünger für den Vater mitnehmen wollten. Praktischerweise stellen wir noch bevor wir uns in die Kassenschlange eingereiht hatten, fest dass wir alle drei keinen Geldbeutel eingesteckt haben - äußerst sinnfrei, wenn man etwas kaufen will.

Also drehten wir völlig ohne finanzielle Kaufkraft eine Runde durch die nächstgrößere Stadt - sogar mit Blick in eines der größeren Modegeschäfte, heute eben getreu dem Motto "Nur gucken, nicht kaufen". 

Zuhause dann, es fing schon an zu dämmern, beschlossen wir doch noch "mal eben" das Bett an Ort und Stelle zusammenzubauen, das ich vor zwei Wochen erstanden hatte. Der Vater ist Ingenieur (dem Ingenieur ist nichts zu schwör - Sie wissen schon - und er hat Spaß am Bauen). Eigentlich total simpel, denn die meisten Dinge waren ja noch zusammen gesetzt, da das Bett ja schonmal woanders stand und man gar nicht mehr alles auseinander genommen hatte (wäre ja auch dumm gewesen). Dummerweise soll man, laut Anweisung, das Bett zunächst umgekehrt zusammensetzen und nach Fertigstellung umdrehen. Da sich mein Schlafplätze in 2,50m Höhe befindet und nur an der höchsten Stelle ca. 1,60m Höhe hat, schied dieses Herangehen für uns aus. 

 

Erst eine Stunde später, als sich alle Teile des Rahmens bereits an Ort und Stelle befanden, stellte ich fest, warum die Verbinder an den Latten am Kopf- und Fußende ums Verrecken nicht zu den Längslatten des tragenden Gestells passen wollten. Auch danach bedurfte es es viel Kraft und Überredungskunst bis sich sämtliche Gehrungen, Verbinder und Schrauben an den Orten und Stellen befanden, an denen sie sitzen sollten und vor allem hielten. 

 

Während ich oben dem Vater beim Bettaufbau zur Hand ging, leitete ich unten die Mutter an, das Abendessen zuzubereiten, das ich geplant hatte: Dal mit Fladenbrot und Salat. Und siehe da, es funktionierte, auch wenn sie es noch nie vorher gekocht hatte, stand nachher das Essen auf dem Tisch, das ich dort hatte stehen haben wollen. (Also, wenn das eine Übung für Führungskräfte ist, Aufgaben zu deligieren, dann sind meine Vorraussetzungen gar nicht so schlecht). Drei (!) Stunden später haben wir zum Abend gegessen und Sekt getrunken. Wie schön, dass ich immer noch so hilfsbereite Eltern habe!

 

 

Schließlich beschloss ich, den letzten verbliebenen Fisch, der sich in seinem Aquarium sichtbar schrecklich langweilte ohne seine beiden Kumpels, den Eltern mitzugeben, damit er in deren Becken, mit deren Fischen vllt. Freundschaft schlösse und einen schönen Lebebsabend verbrächte. Wahrscheinlich werde ich mein Aquarium demnächst wirklich einfach stilllegen (und mich iwann tatsächlich nach einer Schildkröte umschauen, die ich Mogli nenne). Es wird einfach Zeit, dieses Relikt aus einer anderen Periode weiterzugeben - vielleicht hat jemand anderes Spaß daran - ich jedenfalls habe meine Pflicht und Schuldigkeit dafür getan. 

Donnerstag, 19. Januar 2017

Umgekehrt

Die gute Nachricht zuerst: ich lebe noch. Und jetzt die schlechte: zwei meiner Fische nicht mehr (einer kämpft noch, aber auch der wird's nicht überleben...). Ich glaube erneut, sie leiden an "Erfroren wegen Heizung aus". Ich denke, diesmal kaufe ich keine mehr nach, denn es fehlt mir irgendwie die Begeisterung für dieses Aquarium, das mittlerweile seit vier Jahren mein Leben begleitet und aus meinem vorherigen Umfeld übrig geblieben ist.

Nach Frankfurt und Berlin letzte Woche, war ich die letzten vier Tage auf der IMM (Internationale Möbelmesse) in Köln. Eine ziemlich gute Erfahrung - bislang habe ich ja noch keine so richtig große Messe mitgemacht. Was soll ich sagen: es hat vieles geklappt, manches auch nicht. Teilweise kamen Informationen nicht dort an, wo sie hätten ankommen müssen, teilweise war ich auch einfach noch blauäugig. Aber wie dem auch sei, gefallen hat's mir trotz allem gut und es hat mich wieder ein Stück weiter gebracht und schlauer gemacht.

Wegen "ganz spät heimkommen" und kein Sport die letzten Tage (okay, am Montag war ich im Agrippabad in Köln - immerhin) hatte ich heute schon ein bisschen Bewegungsmangel und beschloss kurzfristig, heute einfach morgens keinen Stress zu haben, mich morgens zu bewegen und erst danach zur Arbeit zu gehen so lange das eben nötig ist.

Prinzipiell hat das gut funktioniert. Laufen war ich zwar nicht wirklich (-14 Grad sind zum Atmen schon heftig), zwischendrin bin ich etwas getrabt, aber eine Runde Spazierengehen in der Sonne war auch schon gut.

 

Heute Mittag war ich dann gleich noch bei der Fußpflege (diesmal hab' ich's nicht vergessen...) und hab' dann allerdings, entgegen der irrigen Annahme, ich könnte dann heute trotzdem normal gehen, bis 21.30 Uhr bei der Arbeit gesessen.

Manchmal komme ich in letzter Zeit schon zum Nachdenken. Es gab einmal einen Menschen in meinem Leben, der mir sehr wichtig war und ich war es ihm auch - zumindest eine sehr lange Zeit lang. Irgendwann wurden ihm aber die Arbeit, der Erfolg und das Geld immer wichtiger - so wichtig, dass er über die Arbeit hinaus kaum noch für andere Dinge Energie hatte. Ich habe mich darüber immer mehr geärgert und konnte nicht verstehen, wie man immer weniger man selbst und immer mehr ein Sklave seines eigenen falschen Ehrgeizes und der scheinbaren Zwänge von außen sein wollen kann. Entgegen ständiger Verbesserungsbeteuerungen, änderte sich nichts. Und es kam wie es kommen musste: die Beziehung zerbrach vor allem deshalb, weil die Ziele der Beteiligten scheinbar so weit auseinander lagen.

Wenn ich heute mich selbst ansehe, erkenne ich durchaus einige dieser Aspekte wieder, die ich damals nicht verstanden habe: man arbeitet gern, also arbeitet man lang, kommt spät nach Hause, kommt deshalb erst spät ins Bett und steht morgens schwer auf und ein Privatleben findet nicht mehr so oft statt. Das macht mir Angst, denn ich möchte die Balance - manche Zeiten sind hart (z.B. die vor Messen) und in denen muss man ranklotzen, aber es muss möglich sein, leichtere Zeiten zu haben, in denen man auch mit wenig Arbeit und viel Freizeit über die Runden kommt. Im Moment habe ich Angst, die Kurve nach der harten Zeit nicht mehr zu kriegen, denn, wenn man ehrlich ist, arbeite ich seitdem ich in diesem Job bin, insgesamt deutlich mehr und länger als vorher und das hat mit der harten Zeit im Moment gar nichts zu tun. Aber, abgesehen vom Sport, fordert auch niemand meine Anwesenheit ein. 

So quält mich ein innerer Zwiespalt von einerseits "Man muss sich anstrengen, wenn man in diesem Leben (beruflich) etwas erreichen will" und "man sollte sich selbst und das, was die eigene Persönlichkeit prägt und bestimmt (Hobbies, Leidenschaften) niemals aufgeben, das macht unglücklich" und ich hoffe, ich werde irgendwann beweisen können, dass beides geht.

Samstag, 14. Januar 2017

In der Hölle

Mein Job ist schon ganz schön bunt, denn die Produkte, die ich betreue sind ganz schön unterschiedlich. Da ist alles dabei von Technik, über Silberware bis zu Möbeln. Und im Umgang mit Ihnen allen habe ich mit ganz schön unterschiedlichen Menschen auf der Gegenseite bei unser Kollaborationspartnern zu tun. Diesmal traf ich auf Ingenieure und Elektrotechniker, die in Deutschlands wunderbarer Hauptstadt sitzen.

Genau dort bin ich gestern hingefahren - mit einem Leihwagen 2,5h über die Autobahn gebrettert. 😉 Die Techniker sitzen im Herzen Berlins (genau ggü. der Gedächtniskirche, wo sich ja kurz vor Weihnachten dieser schreckliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt ereignete, aber dies nur am Rande). Dort saß ich also, inmitten von einer ganzen Menge Technik und Technikern zum Probehören, Einrichten (ich hab' jetzt einen Tidal Account...) und Verstehen der Technik eines neuen Produkts in meinem Sortiment.

Nachdem wir also alles dazu geklärt hatten, wie wir mit diesem Projekt nun weiterverfahren werden, damit wir dieses optisch und audiotechnisch einwandfreie Produkt auf den Markt bekommen, und kurz bevor ich wieder heimfahren musste, tranken wir in der verglasten Dachterasse des Hauses noch eine Cola, damit ich paar Fotos schießen konnte. 😊

 

 

Der Heimweg lief in etwa so geschmiert wie die Hinfahrt (zwischendrin ein bisschen zu, da zuckte dann mal so ein rotes Blitzlicht... F**k!) allerdings auf den letzten 20km lag dann plötzlich Schnee auf der Autobahn und ich musste doch etwas langsamer fahren. Nachdem ich den Leihwagen wieder abgegeben hatte, gelang es mir nicht mit meinem eigenen Auto den Berg hochzufahren, indem ich auf halber Höhe losfuhr. Ich musste erstmal ganz runter, um dann mit Schwung hochzufahren. Zuhause bin ich nur noch ins Bett gefallen.


Donnerstag, 12. Januar 2017

Geburtstagsnachwehen

Ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel, dass so viele Menschen - obwohl ich meinen Geburtstag nicht bei Facebook eingetragen habe (iwie finde ich es unnötig, schriftlich hingewischte Grüße von Menschen zu bekommen, mit denen ich im realen Leben wenig bis nichts mehr zu tun habe) - an mich gedacht habe, obwohl ich weit weg bin und sich unsere Wege nicht mehr so oft kreuzen. 

Je älter man wird (Ohohoh...! 😉), desto öfter passiert es einem leider, dass sich Wege trennen und einem Menschen auf dem Weg (aus welchen Gründen auch immer) verloren gehen. Damit Beziehungen zu Menschen bestehen bleiben, und auch das lernt man mit der Zeit, müssen allerdings immer beide Seiten wollen, es bringt nichts, wenn eine Seite zieht und zerrt und die andere verharrt. Und aufgrund dieser Tatsache bleiben einem über die Zeit genau die Leute erhalten, die die nötige Ernsthaftigkeit für eine Beziehung aufbringen, die Disziplin, den Willen und vor allem das Interesse an Ihrem Gegenüber besitzen, dran zu bleiben.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dass neben digitalen Wünschen auch Päckchen bei mir zuhause angekommen sind - eines sogar aus Rumänien angereist, von einer Brieffreundin, die mich bereits seit fast 20 Jahren durch mein Leben begleitet und sämtliche Phasen darin mitbekommen hat. Mit ihrem Geschenk zeigt sie mir, dass ich ihr wichtig bin, auch wenn wir uns in der ganzen Zeit, Inder wir uns schon schreiben genau einmal gesehen haben.

Aber auch ich selbst habe mir ein Geschenk gemacht: ich habe mir meinen ersten Korbo geleistet (ich finde ja, dass Dinge, von denen man sich recht sicher ist, dass sie lange bis ewig im Einsatz sein werden, ruhig auch etwas mehr kosten dürfen) und ich hoffe, dass im Laufe dieses Lebn noch ein paar mehr hinzukommen. Und auch auch der stand gestern, pünktlich zu meinem Geburtstag vor der Tür. Über alle Dinge, auch über die gepunktet Wärmekatze und das MyMüsli aus dem Bundesland, in dem man verstärkt mit sch redet, habe ich mich sehr gefreut und sie schleuneunigst in mein Umfeld integriert. 

Danke!