Dienstag, 28. Juni 2016

Final Stop: Tōkyō

Meine lieben Mitleser, es sieht so aus, als hätte ich Tokio, nach einem Zwischenstopp "auf dem Land" in Hakone, tatsächlich erreicht. Ich habe meine Unterkunft, ein kleines, sehr gemütliches, wunderbar eingerichtetes Zimmer in der Nähe des Ueno Parks bereits bezogen und schreibe nun noch die Erignisse der letzten drei Tage nieder, bevor ich mich aufmache, eine neue Kamera zu kaufen... aber dazu später mehr :o)

Am Samstag, aufgrund von permanentem Regen, stattete ich dem "National Museum of Modern Art" in Kyoto einen Besuch ab. Dort traf ich zunächst, den britischen Designer (der niemals Design studierte) und Rennradfan (er wäre gerne professioneller Radrennfahrer geworden, hatte allerdings einen schweren Radunfall, der im einen Strich durch diesen Plan machte) Paul Smith (zumindest virtuell) in der Ausstellung "Hello my name is Paul Smith", einer Wanderausstellung des königlichen Designmuseums in London. Dieser Mensch ist eine beeindruckende Persönlichkeit und entwirft und vertreibt Produkte, deren Stil mir sehr gefällt (das war jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl an alle Menschen, die mir irgendwann einmal wieder etwas schenken wollen ;o): aufgrund seiner niemals explizit erlernten und deshalb eher eingeschränkten Designfähigkeiten, sind seine Entwürfe stets schlicht und eher unbunt, sind qualitativ aber stets hochwertig und haben immer irgendwo einen "Hingucker" (sei das jetzt ein bunter Knopf oder ein buntes Knopfloch an einem schlichten weißen Hemd, ein stark grafisch gemustertes Futter in einem klassischen Sakko oder ein auffälliges Muster auf einem gestrickten Pullover aus Kaschmir. Sehenswert!













Anschließend ging ich noch in den Gion-Distrikt, denn dort sind die Geishas, die (wie Sie schon wissen in Kyoto "Maikos und Geikos" heißen, am Arbeiten und abends gegen 17.30 regnet man dann doch so einigen auf der Straße... Die "Show" im "Gion Corner", die ich ebenfalls noch besuchte, ist zwar etwas touristisch, sie zeigt aber doch recht eindrücklich, welche traditionellen Künste Japan ausmachen.



"Gion Corner" Kyoto
Tanz der Geikos
Japanisches Puppenspiel
Bereits am Abend des vergangenen Sonntags - nach einem sehr leckeren Sushi-Abendessen im Restaurant "Tsukiji Sushisei" ("Tsukiji" heißt übrigens "Fisch"), bei dem ich mich mit meinem Sitznachbarn an der Bar, einem japanischen Geschäftsmann, sehr gut unterhielt -  beschloss ich, dass mein Bedarf an Übernachtungen in den Schlafsälen irgendwelcher Hotels nun gedeckt ist (die erste Nacht in Kyōto, mit einer schnarchfreien Taiwanesin, mit der ich zum Abschied noch einen Cocktail über den Dächern von Kyōto trank, war super, in der zweiten und dritten dann wurde ich von einer beleibteren Japanerin mit ihren Schlafgeräuschen doch sehr gequält...;o) und buchte mich für die Nacht von Montag auf Dienstag in einem historischen traditionellen japanischen Ryokan (dem Ryokan "Kinokuniya) in Hakone, am Fuße des Fujiyama, ein - mit Halbpension, man gönnt sich ja sonst nichts ;o)




Am Montagmorgen allerdings wollte ich meine Anwesenheit in Kyōto noch einmal nutzen und den "Philosophenweg" angehen, bevor es mit dem Shinkansen weiter nach Hakone gehen sollte. Bereits am Vorabend hatte ich versucht, herauszufinden, von welchem Steig am Busbahnhof die Linie abfährt, die ich dafür würde nehmen müssen. Seltsamerweise fand ich keine Linie 5, nur eine Linie 5 South und beschloss, dass das die richtige sein muss. Gedacht, getan. Nach einer einstündigen Fahrt durch Kyōtos "Wallachei" kam ich an der Endstation an, ohne jedoch die Haltestelle gefunden zu haben, an der der "Philosophenweg" beginnt. Unterwegs allerdings war mir auf meinem Buslinienplan aufgefallen, dass die Linie 5 South tatsächlich, wie zu vermuten stand, in den Süden fährt, während die korrekte Linie 5 in den Nordosten von Kyōto fährt, wo sich mein Ziel befunden hätte. Also, wieder zurück zum Ausgangspunkt... Dort angekommen (wieder eine gute Stunde später...), erkundigte ich mich zur Abwechslung mal bei einem Busfahrer, von wo die Linie 5 denn abfährt. Und siehe da, es gab noch ein paar Haltestellen, die ich übersehen hatte. Zwar warf mich das nun in meiner Zeitplanung um gut zwei Stunden zurück, aber ich machte mich noch einmal auf, diesmal mit dem richtigen Bus, um diesen Weg gehen zu können, der der schönste von Kyōto sein soll, und dem immer etwas blüht und den bereits der Philosoph Nishida Kitarō gegangen sein soll, während er über das Leben nachdachte. Diesmal lief alles glatt. Und ja, der Weg ist schön, geblüht hat allerdings, abgesehen von ein paar Hortensien nicht so viel, aber grün war, aufgrund der vermutlich reichlichen Regenfälle der aktuellen Regenzeit in großem Maße vorhanden :o)






Danach: auf nach Hakone! Das "Kinokuniya" liegt hoch in den Bergen von Hakone (am Fuße des Fujiyama, des Berges, der für Japan steht wie kein zweiter) und man erreicht es erst, nachdem man vom Bahnhof "Odawara" aus (an dem man noch mit dem Shinkansen ankommt) zunächst die S-Bahn genommen und danach noch 30 Minuten Bus gefahren ist. Die Belohnung für diese etwas weitere Anreise ist allerdings gewaltig. Inmitten von überwältigender grüner Bergnatur liegt ein großes japanisches Ryokan mit einem privaten und zwei öffentlichen Onsen. Die Zimmer sind, ganz wie es sich gehört, mit Tatami- (=Reisstroh) Matten ausgelegt, auf denen ein Futon mit Bettzeug ausgebreitet liegt. Was ich vorher allerdings nicht wusste: dass das Abendessen hier pünktlich um 18.30 Uhr serviert wird. Ich kam rund 20 Minuten später erst mit dem Bus an. Da im Hause "Kinokuniya" der Service aber ganz groß geschrieben wird, wurde ich direkt an mder Bushaltestelle empfangen und quasi nach einem Schnell Check-In direkt in den Speisesaal gebracht, wo ich den Vorsprung der anderen Gäste dann erstmal wieder wettmachen musste ;o)












Das Abendessen, dessen küchentechnisches Niveau ich als Europäer nicht 100% beurteilen kann (aber ganz schlecht kann es nicht gewesen sein, immerhin waren außer mir - abgesehen von zwei Amerikanern - nur Einheimische da, es hat geschmeckt und ganz billig war der Spaß auch nicht ;o) war der Hammer, vor allem an einem Tag, an dem ich, abgesehen von etwas Gebäck am Morgen und einem japanischen Sandwich (Sie erinnern sich an meine Erfahrungen in Hiroshima?!) noch nichts im Magen hatte.

Japanisches Essen, das bedeutet vor allem: ganz viele kleine Schüsselchen, Gläschen und Töpfchen, voll mit, in Konsistenz, Farbe und Geschmack völlig unterschiedlichen, warmen und kalten Dingen, dazu Reis und verschiedene Sojasaucen und ja, natürlich: Stäbchen :o) Zwar bereitet mir das Essen mit den Stäbchen keine Schwierigkeiten, was man jetzt nun aber hintereinander, miteinander, mit Stäbchen oder dann doch auch wieder ohne (zum Beispiel Suppe und andere flüssige Dinge immer eher "trinken" oder noch besser "schlürfen" ;o), das ist mir dann doch immer wieder schleierhaft. Da ich das, als Essneuling in Japan, aber ja doch eigentlich nur falsch machen kann, denke ich darüber nicht nach, sondern esse die Dinge so (ich beiße Sushi auch vom Stäbchen ab, was eigentlich gaaar nicht geht, wenn ich Angst habe, sonst an dem Rohfischreisbrocken zu ersticken ;o) und in der Reihenfolge sowie Kombination, wie es mir eben schmeckt.





Zu meiner Übernachtung im Ryokan gehörte ebenfalls ein 30 minütiger Aufenthalt im privaten Onsen (Sie erinnern sich: heiße Schwefelwasserquelle?), den ich für nach dem Abendessen, um 22.00 Uhr buchte. Nach einem ausgiebigen Bad in dem mind. 45 Grad warmen Wasser (geschätzt!) war ich dann auch bettreif und schlief wie ein Stein.






Am nächsten Morgen fragte ich mich dann beim Weckerklingeln um 7.00 Uhr dann allerdings schon, warum ich nicht den Frühstücksslot um 8.30 Uhr gewählt hatte. Mit dem Gedanken, mich ja nach dem Essen und vor dem Check-out noch eine Runde hinlegen zu können, ging ich also frühstücken. Japaner pflegen kein süßes Frühstück, stattdessen gibt es bereits morgens Suppe, Salat, frietiertes Fleisch, Kartoffelsalat, Reus und (seeehr wichtig!) pochierte Eier - damit sollte man zurecht kommen :o) Es gab allerdings schon auch frisches Obst und immerhin etwas, das zumindest von außen an Croissants erinnerte zusammen mit (sehr bescheiden, aber man konnte ja mehr als eines nehmen - Jaoaner scheinen nämlich keine Vorstellung davon zu haben, wie viel Marmelade auf so ein Geböckstück am Morgen wirklich drauf muss ;o) portionierter Erdbeermarmelade. Die pochierten Eier übrigens, schlägt man direkt an der Station des Büffets, an der sie sich befinden auf (ist nicht so schwer, wie man zunächst vermutet) und packt sie sich, ohne Schale, in ein Schüsselchen. Man ist sie mit einer Sojasauce - nichts für schwache Nerven :o)



Aus meinem Nickerchen nach dem Frühstück wird dann übrigens nichts, denn mein "Bett" ist nach dem Essen, als ich wieder auf mein Zummer komme, von den fleißigen Angestellten bereits weggeräumt worden :o( Dafür geht's dann hinaus in den Regen, denn es gueßt wie aus Eimern in Hakone, nicht jedoch ohne vorher sämtliche Gepäckstücke mit Hilfe des Rezeptionisten in Plastik verpackt zu haben :o) Nach meiner Ankunft unten im Ort, verstaue ich mein Gepäck zumnächst in den Schließfächern am Bahnhof und beschließe, dem Wasser zum Trotz (das mit der "schlechten Kleidung" kennen Sie ja schon...), mir den Ort noch etwas genauer anzuschauen. Und hier kommen wir zu dem Grund, warum mir die Anschaffung einer neuen Kamera direkt bevorsteht. Da mein Smartphone "nur" rund 330 Bilder mit seinem Speicher erfassen kann, baumelt mir während des Spaziergangs meine (relativ große) Digitalkamera um den Hals. Aufgrund eines fehlenden Regenschirms und einer Ausstattung mit lediglich einer Regenjacke, hat sich im Spritzwasser deren Display leider bereits nach rund 20 Minuten aus dieser Welt verabschiedet und es flackert nur noch grün-weiß-gestreift... Darüber hinaus stelle ich fest, dass ein Spaziergang bei diesem Regen echt gar keinen Spaß macht und kehre wieder um zum Bahnhof.






Nach der idiotensicheren Weiterfahrt mit dem Shinkasen, einem innerstädtischen Zug, der Metro und dem Video "How to find the way..." meines Airbnb-Gastgebers bin ich nun also in Tokio gelandet und werde gleich mal fragen, wo hier der nächste Media Markt ist ;o)

P.s.: Nun ist es soweit, dass ich meine Posts vom Smartphone aus machen muss (zumindest habe ich bislang keinen "Gemeinschaftsvomputer" ausmachen können und das Datenübertragungskabel für meine Kamera habe ich ebenfalls nicht zur Hand, dort befinden sich aber ja seit gestern meine Fotos...) und sie deshalb zunächst weder editieren, noch Ihnen Bilder hinzufügen können werde. Ich werde das sicherlich nachholen sobald ich wieder anständiges digitales Werkzeug zur Hand habe und hoffe, dass Sie einfach in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal einen Blick auf die nachfolgenden Posts werfen werden. 

Sonntag, 26. Juni 2016

Mindestens 20 Dinge, die ich über Japan bereits gelernt habe

1. Im Juni ist Regenzeit in Japan. :oD Das heißt, dass es oft (aber nicht jeden Tag) regnet, aber auch dass es nass, aber trotzdem warm ist. Regenzeit ist allerdings gut für den Teint und für meine Locken :o) 

2. Demzufolge ist der wichtigste Gegenstand hier ein Regen- bzw. Sonnenschirm, je nachdem, welches Wetter gerade herrscht.

3. Wenn eine Ampel rot ist, wird gewartet bis sie grün ist. Wenn ein Restaurant die letzte Bestellung um 21.30 Uhr entgegen nimmt (das steht dann von außen auch gut sichtbar außen dran), dann heißt das auch, dass es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich ist, als neuer Gast einen Tisch zu bekommen - und da gibt's keine Ausnahme.

4. Sobald man (wie ich) ganz offensichtlich nicht asiatisch ist und dann noch zusätzlich mit einem Reiseführer bewaffnet ist, wird jeder Japaner, der auch nur ein paar Brocken Englisch spricht, von sich aus, spätestens aber, nachdem man darum gebeten hat, alles tun, um weiterzuhelfen. Das reicht bis zum Bringen direkt vor die Tür der Unterkunft und zum Begleiten zum Geldautomaten.

5. Automaten gibt es für alles (zumindest beinahe; in den sogenannten Kapselhotels angeblich sogar für frische Unterwäsche und neue Oberhemden, aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr...), allem voran für kalte und warme Getränke überall und in rauen Mengen. Wer sie auffüllt, weiß ich (noch) nicht. ;o)

6. Japaner im Allgemeinen (Ausnahmen gibt's sicher auch hier) haben eine wahnsinnig umsichtige, sorgfältige und zurückhaltende Art sowie ein Gefühl für Qualität, Form, Material und Ästhetik.

7. Alles, wofür ein "System" gebraucht wird, ist bis ins Detail ausgeklügelt. Das gilt, allem voran, für das öffentliche Verkehrssystem an sich. Ich habe bisher achtmal den Zug genommen und hatte noch nicht eine Minute Verspätung. :o) Auch die Busse scheinen auf die Minute genau zu fahren. Auch die Ticketsysteme sind ausgeklügelt bis ins letzte Detail und in der Regel ziemlich selbsterklärend.

8. In Japan ist "Nur Bares Wahres", mit Karte wird (vielleicht abgesehen vom Shopping, aber das werde ich noch herausfinden) scheinbar selten gezahlt. In Unterkünften zählt man bar sofort nach der Ankunft beim Check-In, man reserviert sie vllt. mal per Kreditkarte. Im Bus zahlt man immer bar und passend. Da man natürlich nicht immer das passende Kleingeld zur Hand hat, gibt es für diesen Fall einen Wechselautomaten direkt beim Fahrer, mit dem man erst Scheine oder Kleingeld wechselt und danach den passenden Betrag in das Kästchen beim Fahrer wirft.

9. Geishas werden in Kyōto Maikos bzw. Geikos genannt, je nachdem, ob sie sich noch in der Ausbildung befinden, die insgesamt 5 Jahre dauert (die Maikos tragen einen Kimono mit einem bunten Kragen und ihr eigenes Haar mit viel buntem Schmuck) oder ob sie damit bereits fertig sind (die Geikos haben einen schlichten weißen Kragen und tragen eine Perücke mit nur einem Kamm oder ähnlich schlichten Schmuck). Aber ganz egal, in welchem Status sie sich befinden, auch sie haben Smartphones. ;o)

10. Japanisches Essen ist, vor allem für einen Europäer, in der Regel schön anzuschauen und schmeckt dazu in der Regel auch noch sehr gut. Natürlich gibt es aber auch hier Unterschiede und auf einem höheren Preisniveau bekommt man in der Regel auch die interessanteren Menüs. Wenn man an dieser Stelke etwas hartgesottener ist, kann man mit Reisbällchen und allerlei anderem "Dosenfutter" aus den Convenience Stores "Family Mart", "7 Eleven" und "Lawson" mit ziemlich wenig Geld überleben.

11. Die Tradition, ein Badehaus (einen Onsen) zu besuchen wird hier immer noch sehr groß geschrieben. Noch habe ich nur einen natürlichen besucht, werde Ihnen aber berichten, sobald ich einen öffentlichen getestet habe.

12. Die Hygiene, speziell was Toiletten angeht, hat in Japan einen hohen Stellenwert. Die Toilette selbst betritt man nur mit speziellen Toilettenschlappen, die man danach auch tunlichst sofort wieder ausziehen sollte. Plüschige "Hello Kitty" Toilettenpapierhalter" und anderer, eigentlich eher unhygienisch anmutender Kitsch, wird für die Toilette gern genommen. Die Toilette selbst gleicht einer Schaltzentrale. Funktionen wie das automatische Öffnen der Toilettenbrille beim Betreten des Raumes, das Erschaffen einer Klangkulisse, damit die "Toilettengeräusche" von außen nicht hörbar sind, die Bidetfunktion, die Sprayfunktion, die Deodorantfunktion sowie integrierte Handwaschbecken überfordern den ungeübten Europäer (also, mich wenigstens) in der Regel, es macht aber Spaß, sie zu testen. :oD

13. Der Japaner ist ein eingefleischter "Hausschlappenfan". Er würde niemals ein Haus in Straßenschuhen betreten. Deshalb ist das erste, was man hinter einer japanischen Haustür tut: die Schuhe wechseln. Es mag sein, dass man da an manchen Stellen für Touristen eine Ausnahme macht...

14. Japanische Autos sehen nie wirklich alt und heruntergekommen aus, haben seltenst Beulen und nur unsichtbare Kratzer. Wie die Besitzer das machen, ist mir schleierhaft. :o) Diese Autos fahren immer links auf den Straßen.

15. In japanischen etwas teuereren Restaurants gibt es komische Einkaufskörbe an jedem Tisch. Das sind keine leeren Zeitschriftenständer, sondern Vorrichtungen, um seine Tasche darin zu verstauen. :o)

16. Wenn man glaubt, irgendwo den Ruf einer Schwarzwälder Kuckucksuhr zu hören, ist ganz einfach die Fußgängerampel grün.

17. Sashimi ist alles moegliche an Fisch und Meeresfrüchten zum Essen aufgeschnitten und in rohem Zustand. Sushi ist Sashimi mit Reis und idR etwas günstiger.

18. Japan ist, verglichen mit den Ländern, die ich bislang besucht habe, ein unglaublich sauberes Land. Hier liegt nichts dort herum, wo es nicht hingehört. Man traut sich deshalb auch gar nicht erst, etwas auf den Boden fallen zu lassen. (Nicht, dass ich das täte...:o)

19. Japanische Kindergartenkinder tragen rote und blaue Hüte (je nach Geschlecht; vermutlich um Außenstehenden bei der Unterscheidung zu helfen), Grundschüler gelbe Hüte (zumindest bei Ausflügen) und alle Schulkinder, die älter sind, eine Schuluniform.

20. Machi (sprich "Matschi") heißt "Tempel" und "Mae"(genauso gesprochen) heißt "Schrein". "Matcha" ("Matscha")hingegen ist ein Teepulver, das hier in ziemlich vielen Dingen drin ist - vom Softeis bis zum Kuchen - die deshalb alle grün sind.

Soeben komme ich vom Laufen zurueck (ja, es ist spaet, aber gleich kommt ja noch Fussball, das muessen wir auf jeden Fall noch schauen... wird eine lange Nacht heute) und habe ausserdem noch gelernt, dass es in Japan kein Problem ist, nachts zwischen 23 und 24Uhr laufen zu gehen (zumal die Temperaturen dafuer heute echt ideal waren) - ich hatte ueberhaupt keine Bedenken, dass mir iwas passieren koennte. Das mag jetzt daran gelegen haben, dass ich halt einfach eine ganz unerschrockene Person bin oder daran, dass Japan im Gesamten einfach ein sicheres und entspanntes Land ist. :o)
Fotos muss ich heute wohl tatsaechlich nachreichen. Auf dem Rechner des Guest House laeuft "Ubuntu" als Betriebssystem (Wer zur Hoelle, macht sowas?!) und das kommt iwie nicht recht an meine Fotos dran...

Donnerstag, 23. Juni 2016

Meeting Bambi

So, diesmal melde ich mich aus Osaka, wo ich schon seit vorgestern befinde. Due to immer anderen PC-Bedingungen (Nein, Windowsrechner funktionieren nicht immer gleichermassen...), die ich in den Hostels vorfinde, bin ich Moment wieder gar nicht so sicher, ob ich in diesen Post Fotos integrieren kann, aber das werden wir dann sehen...

Bei meiner Ankunft hier (diesmal hab' ich das Hostel ohne groessere Zwischenfaelle gefunden), hat es in Stroemen geregnet. Es blieb uns also gar nichts anderes uebrig, als abends einfach was leckeres essen zu gehen (Ramennudeln, thailaendischer Style) und uns danach in einer der typisch japanischen Izakaya\Kneipen zu setzen (die uns dann auch gleich nochmal was zum Essen andrehen wollte :o). 



Das Hostel 64 (so heisst die Unterkunft hier) ist ja nun schon meine dritte und eine etwas stylischere Version von einer Backpacker-Unterkunft. Ich kam also, was einen der Gruende anbelangt, warum ich hier bin - naemlich das ausgepraegte Empfinden und die Sorgfalt fuer Material und Form der Japaner - diesmal durchaus auf meine Kosten (da geht sicher mehr, aber das ist schon mal ein Anfang... Sie duerfen gespannt bleiben :o)





In den gestrigen Tag, an dem erstaunlicherweise die Sonne vom Himmel brannte, haben wir durchaus etwas Programm gepackt, auch wenn wir gar nicht so frueh durchgestartet sind (so gegen 11.00 Uhr). Zunaechst ging es mit der U- und S-Bahn nach Nara, einem Ort recht nah bei Osaka (oder sogar eine Art "Ortsteil, keine Ahnung...), wo man aus einer grossen und recht alten Tempelanlage eine Art oeffentlichen Park gemacht hat, in dem - zu allem Ueberfluss - auch noch freie Rehe herumlaufen, die jegliche Scheu vor Menschen verloren haben. Und das meine ich wirklich so: sie sing voellig vernarrt in Essbares, weshalb im ganzen Parl an die Besucher "Deer Coockies" verkauft werden, die einem die Viecher beinahe schon aus den Haenden reissen. Und weil sie da so narrisch reagieren, fressen sie dem eine oder anderen Besucher dabei auch schonmal eine Eintrittskarte aus der Hand oder schaffen es, ausgewachsene (asiatische) Maenner das Fuerchten zu lehren (weil sie ungefaehr in 10Reh Staerke auf ihn losgehen, um seine Cookies zu erhaschen. Neben den Rehen, die wirklich im gesamten Park herumlaufen gibt es auch noch einige Schreine und riesenhafte Tempel zu sehen, aber das verliert neben den Rehen stark an Wichtigkeit ;o)



Buddhistischer Tempel - mindestens 50m hoch




Und typisch asiatische Souveniers gab's natuerlich auch...

Auf dem Weg zum Bahnhof lief uns dann noch ein kleines Jazzkonzert ueber den Weg... 


Wieder zurueck in Osaka, sind wir noch - und zwar tatsaechlich puenktlich zum Sunset - auf das Umeda Skybuilding gestiegen/gefahren, um dort aus keine Ahnung wie vielen Metern Hoehe die Skyline von Osaka zu bewundern. Und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Die "New York Times" kuerte diesen Aussichtsturm einst als einen der "20 schoensten der Welt", aber sehen Sie selbst:





Diesmal haben wir uns tatsaechlich auch einmal in eine der (teueren) Malls hineingewagt. Was soll man sagen, man koennte so viel kaufen... ;o)






Auf der Suche nach dem Abendessen waren wir diesmal leider nicht ganz so erfolgreich... zwar muss ich mich an dieser Stelle bei dem Lonely Planet Guide ueber Japan entschuldigen, denn ich tat ihm hoechst Unrecht mit der Behauptung, er sei nicht hilfreich, weil er immer nur die europaeische Version der Restaurantnamen gebe, nicht aber die japanische. Das ist so nicht richtig, bei naeherem Hinsehen habe ich dann doch die jeweilige Uebersetzung in Zeichen gefunden. Die Wegbeschreibungen zu den einzelnen Orten lassen in meinen Augen aber dennoch zu wuenschen uebrig. So suchten wir gestern Abend also ein Running-Sushi Restaurant (denn die Darreichungsform des "Running-Sushi", bei dem um die Gaeste herum ein Fliessband verschiedenenfarbige Teller - deren Farben die Preise andeuten - transportiert, die man sich herunternimmt und den Inhalt dann aufessen kann und hinterher nach seinen Tellern bezahlt), das wir am Ende - um 21.29 Uhr - dann auch fanden, was ja kein groesseres Problem gewesen ware, wenn es, wie im Lonely Planet Fuehrer beschrieben, auch tatsaechlich bis 23.00 Uhr offen gehabt haette. Leider schloss es aber bereits um 22.00 Uhr und nahm deshalb um 21.30 Uhr seine letzte Bestellung entgegen - in diesem Fall also Pech fuer uns. Lassen Sie mich sagen, dass die Alternative, die wir fanden, zwar in Ordnung, allerdings keine wirklich essentechnische Befriedigung darstellte, wenn man sich geistig bereits den ganzen Tag auf Sushi eingestellt hatte... :o)

Mittlerweile habe ich es uebrigens geschafft, vom PC aus auf meine Fotos zugreifen zu koennen und hinter mir hat ein asiatischer Hostelgast angefangen, sein Fruehstueck in sich hineinzuschluerfen (was mich , zugegeben, immer noch etwas irritiert :o)

Zum Schluss moechte ich Ihnen an dieser Stelle eine japanische Toilette vorstellen (in diesem Fall die Damentoilette des Hostel 64 in Osaka) - noch einer der Gruende, warum ich mich hier aufhalte ;o) Sie bietet unendliche viele Funktionen, die auf diesem Modell in Wort und Symbolen erklaert werden, weshalb ich Ihnen das nicht vorenthalten will. Seien Sie sicher, dass Sie als Europaeer zunaechst, vielleicht abgesehen von der Bidet-Funktion - recht ueberfordert sind, wenn es darum geht, das richtige Feature zur richtigen Zeit einzusetzen, aber damit zu Spielen ist auch nett. Man sollte nur sicherstellen, dass man nicht den ganzen Toilettenraum unter Wasser setzt...