Dienstag, 12. Juli 2016

Das erste Mal

Heute Abend bin ich *tatatataaaa* zum ersten Mal in 2016 ins Freiwasser gesprungen (aufgrund von "Ich möchte einen anderen Job machen, kam der Sport ja streckenweise etwas kurz dieses Jahr, ob sich das in Zukunft wieder ändert, wird sich herausstellen müssen) und habe dort eine recht ordentlich große Runde gedreht. Der "Untreusee" (Woher dieser Name bloß kommt?) bietet dafür ziemlich gute Voraussetzungen. Zwar ist mein Neo in irgendeinem der Kartons verstaut, die bei meinem Umzug in türkis gekennzeichnet wurden (Sie erinnern sich? Türkis bedeutet "nicht wichtig") und wahrscheinlich ist er auch noch einer von denen, die in den bis zu vier Kartons hohen Stapeln ganz unten stehen. Deshalb habe ich gar nicht erst versucht, ihn zu suchen. Der See hatte aber 22,5 °C, da kann man auch schonmal im Badeanzug reinsteigen. Ich gebe allerdings gerne zu, dass ich hinten raus ganz schön gefroren habe und froh war, als ich mich an Land wieder in Klamotten schmeißen (Socken hatte ich keine, aber die sehen in Ballerina halt auch echt Sch*** aus! :o) und mich mit einer heißen Schokolade aufwärmen konnte - die war heute Abend übrigens glatt nochmal 0,30 EUR billiger, denn: Sahne war aus :o)




Was den Beruf angeht, so war heute tatsächlich schon mein zweiter Arbeitstag bei einem deutschen Unternehmen mit viel Geschichte. Erste Eindrücke konnte ich schon sammeln, aber schriftlich niederlegen kann und mag ich sie erst, wenn die erste Woche vorbei ist.

Sonntag, 10. Juli 2016

Laaangweilig!

Hm, es passiert nichts... rein gar nichts. Ich gucke Wohnungen an (nur unpassendes Zeug dabei bisher), ich fahre mit dem Rennrad durch die Gegend und versuche mir ein Bild davon zu machen, was wie wo ist (Hey, ich habe einen kleinen Nähkrimskramsladen gefunden, der auch Kurse anbieten und mich spontan zu einem Pluderhosennähkurs angemeldet!), ich gehe schwimmen. Gestern waren wir im Rosenthal Casino ganz Schickimicki lecker essen (echt sehr zu empfehlen und weil hier halt nichts los ist, preislich noch nicht mal abgefahren teuer) und haben uns das Wiesenfest angesehen (und wir sind auch mal Riesenrad gefahren). Naja, und dann habe ich heute Abend aus Unachtsamkeit mein linkes Vorderrad bös' malträtiert. Die Felge sieht nicht mehr so schön aus und der Reifen hat ordentlich Gummi verloren - vermutlich wird mich das einiges an Lehrgeld kosten. Aber sonst passiert nichts... rein gar nichts.








Freitag, 8. Juli 2016

Japan: eine Abrechnung

So, nachdem ich nun beinahe schon wieder eine Woche da bin aus Japan (mei, wie die Zeit vergeht!), wird es Zeit noch einmal ein Resümee zu ziehen. Was habe ich gelernt? Würde ich wieder hinfahren? Was kostet der Spaß eigentlich? Und es gibt noch ein paar gute Stücke, die ich nachzureichen habe.

Diese zunächst: ich war in Osaka (weil es an diesem Tag so furchtbar geregnet hat) im Aquarium, einem Ort, an dem man Rochen und Haie streicheln (Ja, ich weiß auch nicht, ob die Fische das toll finden, kenne mich mit dem Seelenleben von denen nicht so aus. Der eine Rochen schien es zumindest zu mögen, denn er kam immer halb ausm Wasser raus und hielt ganz still, aber man kann darüber am Ende einfach denken, was man will) und ganz verschiedene Unterwasserwelten erleben kann - von realistisch bis einigermaßen kitschig.














Außerdem möchte ich Ihnen den folgenden Film nicht vorenthalten, der in Hiroshima entstand, wo ich, zusammen mit Pokei aus China, die allerdings einen starken Bezug zu Japan hat und sich echt auskennt :o) ein echtes japanisches Frühstück mit "Reisbällchen" gemacht habe. Diese Reisobjekte, die mit verschiedenen Dingen gefüllt sein können, von sauer-salzig eingelegten Pflaumen bis zu Meeresgetier, gibt es für wenig Geld in jedem Convenience-Store und sie schmecken dabei gar nicht mal so schlecht - zumindest, wenn man Algen mag, in die ist das Reisbällchen nämlich eingewickelt. Das mit dem Auspacken ist dabei allerdings so eine Sache: die Konstruktion und damit Vorgehensweise beim Auspacken ist sehr ausgeklügelt, das Algenblatt berührt den reisigen Inhalt nämlich so lange nicht bis man es auspackt, damit es auch schon frisch und knackig bleibt. ;o) Dafür muss man jedoch strikt den Anweisungen auf der Verpackung folgen, sonst geht das Ganze etwas daneben, aber sehen Sie selbst:

Sie sehen, dass Sie nichts sehen. Der Film funktioniert an dieser Stelle aus mir nicht ersichtlichen Gründen nicht (mag sein, dass es daran liegt, dass er über 100MB groß ist... aber das ist für Filme jetzt ja auch nicht sooo abnormal, oder?)

Ich dachte ja im Übrigen, dass es nur den Touris passiert, dass die so ein Reisbällchen nicht gescheit öffnen können, aber weit gefehlt! Im Flugzeug auf dem Weg zurück wurden ebenfalls diese Reisbällchen verteilt und siehe da, auch ein paar Japaner um mich herum hatten keinen blassen Schimmer. :o)

So, nun aber zur "Abrechnung": Japan ist ein sehr schönes, sauberes und wohl organisiertes Land, dessen Einwohner durch ihre zurückhaltende, immer freundliche und zuverlässige Art auffallen und die außerdem ein gewisses Gespür und eine Vorliebe für Qualität haben. Einem Deutschen fällt es (zumindest relativ schnell) leicht, sich in Japan zurechtzufinden, denn gewisse Prinzipien und Vorlieben der Leute stimmen deutlich überein (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit). Mein Aufenthalt dort war geprägt von tollen Erlebnissen, Begegnungen mit neuen Leuten und vielen interessanten Eindrücken. Dieser Aufenthalt war für mich das erste Mal, dass ich "Backpacking" (also so richtig :o) gemacht habe und es hat (für mich) gut funktioniert. Japan ist durchaus auch eines der Ländern, in denen es kein Problem ist, seine Route spontan zu planen und Hotels/Unterkünfte spontan (Naja, sagen wir wenigstens einen Tag vorher darf's schon sein, aber dann passt das) zu buchen. Da mein Aufenthalt ja eher noch ein bisschen "schüchtern" war und ich mich eher an die Städte gehalten habe, würde ich bei einem zweiten Aufenthalt dort, wohl eher die ländlicheren Gegenden in Angriff nehmen. Also ja, ich würde wieder hinfahren. :o)

Was die Kosten angeht, so halten die sich (zumindest in meinen Augen) einigermaßen in Grenzen. Den Lonely Planet Guide "Japan" kann man für 30,- EUR an sehr vielen Stellen käuflich erwerben und er lohnt sich, alle Empfehlungen aus dem Buch waren gut (ich habe ja vor allem die kulinarischen Empfehlungen befolgt :o) Der Japan Railpass war eine perfekte Anschaffung, damit ist das Reisen innerhalb Japans von A nach B überhaupt kein Thema, idiotensicher und seeehr bequem. Man sollte ihn, für die 380,- EUR, die er kostet, allerdings dann schon auch nutzen. Für "Zug zum Flug" (1. Klasse) und Flug selbst habe ich rund 700,- EUR bezahlt, dabei war der Hinflug ein Direktflug (beim nächsten Mal würde ich allerdings tatsächlich checken, was direkte Verbindungen kosten, denn Umsteigen ist beim Fliegen auf solchen Distanzen echt ein bisschen nervig :o) Die Unterkunft in Tokio hatte ich über Airbnb bereits im Vorfeld gebucht, sie hat mich 170 EUR gekostet. Darüber hinaus hatte ich rund 1.000 EUR Taschengeld, mit dem ich sämtliche Unterkünfte (die zahlt man in Japan nämlich - zumindest wenn es Gästehäuser und Hostels sind - gerne bar und im Vorfeld beim Einchecken), Eintrittsgelder und Essen bezahlt habe. Ich war also mit 2.450,- EUR Gesamtpreis dabei. Das ist sicherlich kein Schnäppchen, man muss aber an dieser Stelle bedenken, dass ich wirklich gut gelebt und viele Dinge gesehen und ausprobiert habe. So ein Japan-Aufenthalt kann mit Sicherheit günstiger, aber mit sehr großer Sicherheit auch nochmal wesentlich teuerer ausfallen.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Donald Duck und Konsorten

Entenhausen?! Werden Sie fragen und sich insgeheim vielleicht fragen, ob die letzten Tage für mich nicht einfach zu anstrengend waren und ich deshalb ganz einfach geistig nicht mehr "so ganz auf der Höhe" bin... Nein, ganz und gar nicht. Die letzten Tage waren gewiss anstrengend, aber meinem Geisteszustand hat das sicherlich nicht geschadet. :o)

Ich bin umgezogen (aber das wissen Sie ja schon) und in dem Ort gelandet, in dem Erika Fuchs viele Jahrzehnte gelebt und gearbeitet hat. Erik Fuchs?! werden Sie nun wieder fragen (natürlich wieder völlig ungläubig schauend und mit einer leicht nach oben gezogenen Augenbraue...). Tja, den Namen haben Sie vielleicht noch nie gehört, aber vermutlich haben Sie irgendwann einmal in Ihrem Leben - die einen regelmäßiger und länger, die anderen halt einfach "mal" mit ihrem Werk zu tun gehabt. Erika Fuchs hat Jahrzehnte lang die Geschichten von Disney's lustigen Taschenbüchern ins Deutsche übersetzt und dabei viele der Örtlichkeiten hier in der Umgebung in die Geschichten übernommen. Deshalb gibt es hier seit dem vergangenen Jahr das Erika Fuchs Haus, ein Museum für Comic und Sprachkunst. Und auch sonst ist es hier ganz passabel und vor allem: idyllisch (will sagen: hier ist echt nix los :o), aber sehen Sie selbst!





Ganz schön voll hier mit mir :o)

Seit heute Abend: Wohnhaft in Entenhausen

Am 5. eines Monats fragt Frau Brüllen für gewöhnlich:"WmDedgT?" (=Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?) Heute passte diese Frage ganz gut, denn faul bin heute mit Sicherheit nicht gewesen, aber sehen Sie selbst. (Jetzt lassen Sie sich mal vom Datum des Posts nicht verunsichern! Ich war gestern dann doch einfach zu müde, um ihn noch rechtzeitig am 05.07. zu veröffentlichen. Um den 05.07.2016 dreht er sich aber :o)

Der Wecker klingelte um 7.30 Uhr (nachdem ich gestern bis um 2.00 Uhr Kisten für meinen Umzug gepackt hatte, war das doch zunächst eine kleine Herausforderung :o), dann Körperhygiene und Frühstück. Und weil ich schon wusste, dass heute ein Tag nach dem Motto "Durchhalten!" sein würde, sollte das Frühstück dafür schonmal echt Kraft geben. Ins Müsli schnipselte ich mir Kirschen und verfeinerte es mit Joghurt, dazu gab's einen Milchkaffee (und wer mich kennt weiß, dass das dann tatsächlich ein "Milch"Kaffee ist ;o)




Dann durchstarten! Ich habe mich geärgert, denn ich habe mich verkalkuliert: ich habe zu wenig Umzugskartons bestellt. Mir fehlen noch mindestens fünf Stück und weil ich jetzt ja nicht mal eben beim Umzugsshop im Internet welche nachfordern kann (online is ja schön, dauert aber halt), muss ich wohl oder übel ins BAUHAUS fahren (das meint in km ca. 8 - am anderen Ende der Stadt - einfache Strecke). Das BAUHAUS ist dann, was den Preis der Kartons angeht, eher eine Apotheke als ein Discounter...



Gut, dass mein kleines Auto so groß ist!
Zurück zuhause packe ich noch so ein paar Dinge in die neu erworbenen Kartons, bevor ich mit Erschrecken feststelle, dass es schon wieder Zeit ist für den nächsten Termin: Strecken, Reizstrom und Akupunktur beim Orthopäden. Heute das letzte Mal, denn ich ziehe ja um :o) Die Arzthelferin, die mich in Empfang nimmt scheint heute leicht gereizt - ich habe ihr allerdings nichts getan :o) Zwar bin ich äußerlich ruhig, in mir drin ist aber durchaus etwas Zeitdruck - nach der Reizstromtherapie spurte ich sofort los zur nächsten Behandlung und vergesse dabei glatt, dass ich mir vor dem Gang über den Flur vielleicht mein T-Shirt wieder anziehen sollte. Dann Strecken: das heißt, dass mit einem vorher nach Belieben ("Sagen Sie halt Bescheid, wenn's passt!") festgelegtes Gewicht am Kopf gezogen wird (das steckt die Wirbelsäule... ob's was bringt? Man weiß es nicht... :o) Und zum Schluss noch Akupunktur. Meine Schulter ist, nach einem Sturz mit dem Rennrad vor zwei Jahren immer noch etwas lädiert (sie war damals kurz ausgekugelt, ist dann aber *Knack* von selbst wieder reingesprungen. Bänder und Muskeln waren aber natürlich kurzzeitig überdehnt und haben deshalb wie einen "Macken" davon getragen. Das merke ich heute noch ab und an.) Es werden ganz viele Nähelchen in mich hineingepiekst, auf die sog. Triggerpunkte direkt an der Schulter aber auch hinten in meinem Nacken und bis runter auf die Füße. So gespickt, muss ich 20 Min liegenbleiben... und werde, ausgerechnet heute, vergessen. So laufe ich - gespickt - an die Tür, um mich kurz bemerkbar zu machen, damit jemand die Nadeln wieder rauszieht und ich gehen kann. :o)



Im Anschluss springe ich noch beim "Flur23" vorbei - jedem, der ein Faible für individuelle und qualitativ hochwertige Kleidung hat, sei diese Institution empfohlen! Man bekommt dort, für weit weniger Geld, als man meinen möchte, durchaus perfekt tragbare und angepasste Kleidung - in meinem Fall ein "kleines Schwarzes". Das fehlte mir nämlich noch in meiner Sammlung :o) Wir stecken es noch etwas auf meine durchaus vorhandene, aber nicht üppige Oberweite ab und ich sage zu, das geänderte Kleid noch im Laufe des Nachmittags abzuholen (weil Umzug und so... raten Sie mal, was ich vergessen habe?! Ich schätze, ich muss mich entschuldigen.). 


Es gibt dort auch Nachtwäsche ;o)
Dann nach hause: weiter packen. Mein Leben in Kisten. Das Umzugsunternehmen wird in 1,5h da sein. Das ist später als gehofft, aber gar nicht so unpraktisch, denn irgendwie ist es beim Umziehen ja immer so: aus allen Winkeln kommen immer wieder neue Dinge, die auch noch eingepackt und verstaut werden müssen, mit denen man auch so gar nicht gerechnet hatte, denn eigentlich hatte man ja schon so viel ausgemistet - hat man zumindest gedacht :o) Als die Männer vor der Tür stehen, bin ich eigentlich immer noch voll dabei. Meine frisch gewaschene Urlaubswäsche wollte ich auch noch bügeln, entscheide mich dann aber dagegen (manchmal kann man eben doch nicht alles haben) und packe sie einfach auch in eine Kiste. Die Herren sind mit dem Raustragen so flott, dass es mir gar nicht gelingt, den Überblick zu behalten. Glücklicherweise habe ich mit System gepackt: rot beschriftete Kisten müssen nach hinten, damit sie beim Entladen als letzte kommen, denn an die muss ich sofort rankommen, da ist wichtiges Zeugs drin. :o) Türkis beschriftete können einfach eingelagert werden. 

Für Mittagessen hat's auch noch gereicht :o)


Wieder zwei Stunden später ist alles Wichtige auf dem LKW verstaut und die Truppe fährt ab. Nun muss ich noch aufräumen und auch noch etwas umziehen: mein Aquarium. Ich habe so etwas noch nie gemacht, habe mich aber erkundigt. Ich muss die Fische herausnehmen und in einen Beutel verpacken ( den ich mir besorgt habe), dann das Becken komplett leerräumen, den Boden sinnvollerweise auch gleich noch mal spülen und schließlich alles einpacken und mitnehmen. Schön find' ich das jetzt nicht, aber es muss nunmal sein (Hoffentlich überleben die Viecher das, sonst war der Aufwand total umsonst!). Ich brauche ungefähr eine Stunde, dann kann ich endlich aufbrechen.

Noch einmal zwei Stunden später bin ich bei meiner "Übergangsbleibe" angekommen (Sie erinnern sich an das "Wohnungssuchedebakel" Anfang Mai? That's why... :o), bekomme ich dort erst einmal eine Wilkommenspizza mit Meeregetier (ganz so, wie ich das mag. Danke, Nanne! :o) und die verputze ich auch erst einmal (natürlich nachdem ich mal einen prüfenden Blick auf die lebenden Insassen des Eimers geworfen habe: alle überlebt! *freu*), bevor ich dann all die Dinge, die mein kleines Auto so von innen verstopfen, wieder ausräume und auch noch das Aquarium wieder bezugsfertig mache. Sieht noch ein bisschen trüb aus... Wird hoffentlich noch besser, sonst sehen die Fischlein ja gar nicht, was vor sich geht ;o)





Es ist mittlerweile 1.00 Uhr und ich falle ins Bett wie ein Stein. Hier drin ist eine Uhr, die ganz gewaltig laut tickt - normalerweise würde mich das beim Einschlafen stören - heute ist mir das aber sowas von egal! :o)

Sonntag, 3. Juli 2016

Eingekapselt

Manchmal dauern zweieinhalb Wochen eeewig und manchmal (leider gerade dann, wenn es schöne zweieinhalb Wochen sind) sind sie ganz schön schnell vorbei. Meine zweieinhalb Wochen in Japan waren ziemlich schön, ich habe viele Dinge gesehen und gemacht, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gab. Ich habe ein interessantes Land voller Gegensätze: mit Bergen und Meer, Tradition und Moderne, Land- und Stadtleben erlebt, dessen Menschen mir, mit ihrer unaufdringlichen, gewissenhaften und sehr sorgfältigen Art mir sehr ans Herz gewachsen sind. Kurz: ich habe die letzten zweieinhalb Wochen echt genossen und deshalb stand der letzte Tag meines Japanurlaubs dann doch auch recht schnell vor der Tür.

Was macht man, als gute Tochter/Enkelin/Cousine/Nichte/Schwester/Freundin, wenn man in den Urlaub fährt? Richtig, man schreibt Postkarten. :o) Ganz brav...am letzten Tag morgens beim Frühstück ;o) Und weil man dann auch noch gehört hat, dass der Tokioter Zoo, der praktischerweise in dem Distrikt liegt, in dem man wohnt, einen Briefkasten in Form eines Pandakopfes aufgestellt hat (und zwar überraschenderweise direkt am Eingang :o), dessen Inhalt (Postkarten, Briefe und andere Sendungen) einen ganz speziellen Poststempel verpasst bekommt, sucht man natürlich genau diesen Briefkasten, um die Karten dort einzuwerfen. Und was soll ich sagen, ich hab' ihn gefunden :o)




Um den Japanurlaub perfekt zu machen (ich hatte mir ja vorgenommen, hier alles zu tun, was an so an "Landesspezialitäten" bezeichnen kann: Shinkansen fahren, auf Tatamimatten und in einem Ryokan übernachten, ganz viel japanisches Essen essen, Geishas angucken, Tempel bestaunen, den Fujiyama besteigen, Kobe-Rind essen und in einem Kapselhotel übernachten), hatte ich mich für die letzte Übernachtung also in einem dieser seltsamen Etablissements eingemietet, die es vermutlich nur in Japan gibt, und die vor allem für (männliche) (Geschäfts-)Leute erfunden wurden, die (aus irgendwelchen Gründen) den letzten Zug verpasst oder eben einfach nicht mehr nach hause gekommen sind und deshalb eine Übernachtungsmöglichkeit zum vernünftigen Preis brauchen: im 9h Kapselhotel am Flughafen Narita in Tokio. Vielleicht muss ich an dieser Stelle noch einräumen, dass ich den Fujiyama nicht besteigen konnte, weil das erst ab dem 01.07. geht und die ersten Touren dann schon restlos ausgebucht sind und ich leider auch kein Kobe-Rind mehr am Flughafen gefunden habe - mindestens zwei Gründe, wiederzukommen :o)

Das Abenteuer begann damit, dass man mir in der Bestätigungsmail zu meiner Reservierung quasi damit drohte, dass man, wenn ich nicht pünktlich zur dezidiert in der Mail ausgewiesenen Check-In-Zeit anwesend wäre, meine Kapsel sofort anderweitig vermieten würde. Furchtbar eingeschüchtert (glauben Sie's oder glauben Sie's nicht), begab ich mich also tatsächlich an meinem letzten Urlaubstag, den ich bombastisch noch in Tokio verbringen hätte können um 14.00 Uhr in die Bahn, um um 15.00 Uhr pünktlichst im Kapselhotel auf der Matte zu stehen (unter der Brücke schlafen wollte ich jetzt auch nicht, selbst, wenn das temperaturtechnisch locker drin gewesen wäre). Verbringe ich meinen letzten Tag halt locker flockig auf dem Flughafen - hat auch was, oder nicht?

Am Empfang händigt man mir erst einmal eine Tasche mit allen, für den Aufenthalt nötigen Utensilien aus: Schlappen :oD, ein Nachthemd (?), eine Zahnbürste (Aha!), zwei Handtücher - eins groß, eins klein), außerdem dem Schlüssel zu meinem Spind. Nachdem ich bezahlt habe (in Japan gilt in Unterkünftigen häufig "Vorlasse"), darf ich durch die rechte Tür den Spindraum betreten. Dort räume ich meinen Kram in den Schrank, und verstaue dort auch meine Schuhe - weiter geht's ab jetzt ja in Schlappen. :o) Im nächsten Raum gibt es die Waschbecken und die Toiletten für die Ladies (den gleichen Aufbau gibt es auf der linken Seite von der Rezeption auch nochmals für die Herren). Dann betrete ich den Schlafraum, vor dem mich die Aufschrift auf der Tür noch darauf hinweist, drinnen doch bitte leise zu sein. Ich verstumme. Was ich sehe könnte auch aus einem Stanley Kubrick Film stammen.









Eine Amerikanerin drückte es im Vorfeld ebenfalls ganz passend aus: "It looks like an Incubator." Hm, kommt hin. Diese 58 Kapseln sollen also Betten für maximal 58 Damen sein, die - aus Abenteuerlust oder irgendwelchen anderen Gründen - eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen. *Schluck* 

Gut, es gibt dann noch ganz ordentliche Duschen, aber das ist je jetzt schon fast Nebensache...


Erfreulich, dass mir auf dem Rückweg im Spielraum Mika begegnet, eine Japanerin, die in Australien lebt, und in den vergangenen vier Wochen ihre Verwandten und Freunde in Japan besucht hat. Sie findet das Kapselhotel auch total verrückt und wollte ebenfalls mal hier übernachten (obwohl ihre Flug eigentlich erst am kommenden Abend um 9.00 Uhr zurück geht). Wir beschließen, dass das alles hier zwar irgendwie cool, aber auch echt mit ziemlich wenig Tageslicht ausgestattet ist und verziehen uns auf die Shop- und Restaurantebene des Flughafens, um dort unsere letzten Yen in Essbares zu investieren. Nach einem langen Abend mit Takonomiyaki (Teigbällchen mit Oktopus, die sich verdammt schlecht essen lassen, weil sie auch so unglaublich heiß sind), Sushi, einem Eiskaffe, aus dem seveneleven-Automaten (ich glaube, ohne seveneleven-Läden würden die Japaner elend zugrunde gehen...) und seltsamen japanischen Süßigkeiten mit rote-Bohnen-Muß auf Stäbchen (die nicht so mein Freund geworden sind), beschließen wir dann aber doch, nochmal zu duschen (man ist ja schließlich hygienisch ;o) und uns dann dem Inkubator zu stellen und herauszufinden, wie es ist, in einem solchen zu übernachten. 

Naja, wenn man schläft, auch nicht schlimmer als in einem anderen Bett ;o)






Am nächsten Morgen gibt's Frühstück (mit einem Coupon) im Café de Crié (meine Französischkenntnisse würden sagen: das heißt "Café des Schreis" - aber das macht doch keiner, oder?) - wie üblich eine japanische Portion (also eher wenig). Mein Flieger zurück geht dann um 10.30 Uhr. Mika verabschiedet sich zum Outlet-Shoppen :o)

Um 23.11 Uhr deutscher Zeit (nachdem mein ICE 20 Minuten Verspätung hatte; ich habe bei der Gelegenheit mal recherchiert: alle Shinkansen, die in Japan an einem Tag fahren, haben zusammen rund 5 Min Verspätung, einer im Schnitt 6 Sekunden - muss ich dazu noch etwas sagen?) lande ich am Bahnhof des Heimatstädtchen, als der Fußballkrimi Deutschland:Italien bei der Europameisterschaft noch in vollem Gange ist. Da mann das Team selbstverständlich psychisch stützen und mitfiebern muss, schauen wir die Verlängerung des Spiels und das (unfassbar lange) Elfmeterschießen noch, bevor ich (nach mehr als 24h wach) endlich ins Bett falle.

Aber, was soll ich sagen, ich habe dem Jetlag getrotzt (die menschliche Uhr ist eben doch auf hell und dunkel programmiert): heute bin ich einfach morgens zum Frühstück wieder aufgestanden. Bääähm! :o)