Montag, 13. Juni 2016

Die störrische Elster


Ich nähere mich dem magischen Tag des Umzugs im Sauseschritt. Da man in seinem Leben nicht so viele Dinge ansammeln und mit sich rumschleppen soll, die man ohnehin nie braucht, habe ich radikal ausgemistet. Alle Zimmer, Möbel und andere Aufbewahrungsgelegenheiten, die "Krams" beherbergen, wurden durchforstet und was schon seit Jahren keinen Blick mehr fand, ist rausgeflogen. Auf meiner To-Do-Liste (Ja, ich glaube an die Wirkung solcher Strukturen :o) bin ich so einmal sowohl durch sämtliche Kleideraufbewahrungen, als auch Bücherregale und das Bad. Mein Bestand an Schuhen und Klamotten hat sich daher deutlich reduziert - und zwar auf die Dinge, die ich wirklich noch anziehe. Auch Bücher und Unterlagen sind in rauen Mengen in die Papiertonne gewandert und ich besitze im Moment keine Medikamente mehr - die waren alle abgelaufen. :o) Ich habe beschlossen, einen "Ausmisttag" pro Jahr in Zukunft beizubehalten. Kurz gewundert habe ich mich allerdings dann doch noch als ich ganz brav die Tüte mit den Arzneimitteln mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum in die Apotheke brachte. Man sagte mir dort: "In Baden-Württemberg können Sie abgelaufene Medikament in den Restmüll werfen, der wird hier nämlich verbrannt." Aha, interessant und was machen Bayern, Nordrhein-Westfalen, die Hessen und all die anderen mit ihrem Restmüll?  



Nach einem leckeren Mittagessen heute (es gab ein Steak-Baguette kreiert im Original von Johann Lafer) wand ich mich dann erneut meiner Steuererklärung 2015 zu. 


"Erneut" deshalb, weil ich sie eigentlich bereits am 24.04.2016 in elektronischer Form beim Finanzamt eingereicht habe - zumindest dachte ich das bis vergangene Woche, nämlich genau bis zu dem Tag als ich dort anrief, um mich zu erkundigen, ob sie sich schon in Bearbeitung befände. "Noi, do isch nix do." Aha, wo ist sie denn dann hingeschickt worden, wenn nicht ans Finanzamt? Ich begann also heute nachzuforschen. Im Laufe der Zeit und mit der Hilfe zweier Finanzbeamter begann ich zu verstehen, dass ich wieder nur die unauthorisierte Version meiner Steuererklärung verschickt hatte, die also, die keine elektronische Signatur hat, weswegen man zusätzlich noch die Steuererklärung ausdrucken, händisch unterschreiben und beim Finanzamt einwerfen muss - das war ja genau, was ich nicht mehr tun müssen wollte! Im vergangenen Herbst habe ich mich durch sämtlich Formalitäten gearbeitet, um ein Autorisierungszertifikat und eine PIN zu erhalten, mit deren Hilfe ich zukünftig eine vollständig elektronische Steuererklärung abgeben wollte, und jetzt das.

Ich begann, die Erklärung mithilfe meines Steuerprogrammen erneut zu senden - diesmal in der autorisierten Version. Sofort erscheint eine Fehlermeldung, die mich anmotzt, ich müsse schon die Proxyeinstellungen eintragen bevor das hier versendet werden könne. Ich trage sämtliche IP-Adressen und Ports ein, die ELSTER in der autorisierten Version zu bieten hat, doch keine Fortschritte, die Fehlermeldung bleibt. Ich rufe die ELSTER-Hotline an. Wir stoßen darauf, dass ich mich noch nicht einmal am ELSTER-Online-Portal anmelden kann, um zu prüfen, ob ich überhaupt erfolgreich als ELSTER-User angemeldet wurde, weil ich von einem Mac aus arbeite (ganz furchtbar seltener Fall das, Kreative geben nämlich in der Regel keine Steuererklärungen ab ;o) und das Portal kein Safari kann. 

Ich rufe also das Kundencenter meiner Software an. Auch das kann mir nicht weiterhelfen mit der Frage, warum die Software in meinem Fall nun unbedingt Proxyeinstellungen haben möchte (Nein, ich geh' ganz normal ins Internet, ich mach' den Rechner an, dann bin ich drin - was weiß ich, ob ich da irgendwo einen Proxyserver dazwischen hängen habe... ;o). Schließlich bekomme ich den Rat, da mein Rechner in Zusammenarbeit mit der Software ja ganz offensichtlich nicht in der Lage ist, meine Steuererklärung MIT elektronischer Unterschrift an die Finanzbehörde zu übermitteln, einfach einen Online-Dienst des Software-Anbieters zu nutzen, der die elektronische Übertragung möglich macht (ohne sich dabei um meine Proxyeinstellungen zu scheren). Nach Einrichten eines Kundenkontos, Hochladen meiner bereits vollendeten Steuererklärung und einem weiteren Telefonat mit der Hotline bin ich nun endlich sicher: meine Erklärung ist elektronisch dort gelandet, wo sie hinsoll. Nach dem abschließendem Telefonat mit dem Finanzbeamten meines Vertrauens, weiß ich nun aber auch: genau dort wird sie wohl auch noch eine Weile bleiben, denn: "Hajoo, rufet se halt so in zwei Woche nomol o, do isse dann vielleichd scho zur Bearbeitung freigäbe." 

Nachdem ich es im Anschluss endlich mal geschafft habe, mich etwas ausführlicher damit zu beschäftigen, dass ich ja demnächst in den Urlaub fahre und zumindest eine grobe Vorstellung davon entwickeln sollte, was ich dort gerne alles sehen, erleben, unternehmen möchte (ich habe mal alle Städte, die ich sehen möchte, im Reiseführer rausgesucht und markiert und mir auch schon mal Sehenswertes und Restaurants gekennzeichnet), schwinge ich mich auf zum *tatatataaa* Krafttraining ins Fitnessstudio. Als ich dort allerdings auf dem Boden vor meiner Bank in der Umkleide ein metallisches Kleinteil finde, das mir in einem Karabinerhaken, der sich wiederum an meinem Schlüsselbund befindet, schon seit längerem fehlt, bin ich etwas skeptisch, was die Sauberkeitsprinzipien dort angeht, denn das letzte Mal dort war ich vor in etwa vier Wochen...

Sonntag, 12. Juni 2016

Von großen Städten, kleinen Brüdern und kleinen Beeren

Der kleine Bruder wird groß - 30 Jahre alt um genau zu sein. Groß ist er schon, denn er überragt mich schon seit wahrscheinlich 15 Jahren um mindestens einen Kopf in der Höhe. Da der kleine Bruder unter die Juristen gegangen ist und dabei jetzt Station in Bayerns zweitgrößter Stadt macht, wurde der runde Geburtstag eben genau dort gefeiert: in Nerrrnberrrch, wie der der (Mittel-)Franke so schön sagt. :o) 

Nach zunächst handwerklicher Action (der Bruder soll schließlich in einer ordentlichen Wohnung wohnen und dafür muss man natürlich viele Löcher in Wände bohren und vor allem ganz laut hämmern) machen wir uns auf in die Stadt. Der Bruder ist, gar nicht dumm, sehr nahe an das Stadtzentrum gezogen und es dauert demzufolge gar nicht lang bis wir uns direkt dort im Café Neef mit Kuchen den Bauch vollschlagen können. Leider kann ich an dieser Stelle keinen bildlichen Beweis dafür vorlegen, dass die Kuchen optisch einwandfrei sind (dass geschmacklich, das ließe sich per Bild sowieso nicht beweisen...), ich selbst habe mich allerdings, mangels Mittagessen bis dahin, eher an ein veganes libanesisches Fladenbrot mit Haloumi, Minze und Gemüse gehalten (das vom Marktplatz stammte und das ich auch nicht zeigen kann). 



Nach dem obligatorischen Aufstieg auf die Burg und einem Spaziergang am Fluss entlang, ließen wir uns (weil wir gar so ausgehungert waren ;o) im eleon nieder. Die Mercedés (im Prinzip griechische Tapas), die dort serviert werden sind sehr lecker und erlauben einem, sich quer durch die verschiedenen griechischen Gerichte zu mampfen ohne dabei einfach zu platzen... Leider habe ich auch hier verpennt, Fotos zu machen und bin auf Ihren Glauben angewiesen, dass die Gerichte sowohl optisch als auch geschmacklich etwas "konnten". 

Nach diesem Ausflug in die Heimat des 1. FCN gestern, stand heute ein bisschen Räumen für den Umzug auf dem Plan und am Abend dann ein Abschiedsessen im Restaurant Wacholder (kleine Beeren, Sie versteh'n?! :o) Davon gibt es jetzt immerhin auch ein paar Bilder als Beweis dafür, dass man auch aus einem (überfahrenen) Reh geringelte Maultaschen basteln kann und dass Hibiskus-Salz über Gnocchi mit Spargel-Ragout pink ist. Sehr lecker, sehr zu empfehlen! Nach meinem Umzug werde ich dieses Restaurant definitiv vermissen.


 

Mit der Gewissheit, dass Deutschland das Fußballspielen immer noch nicht verlernt hat (was wir beim Public Viewing in der VOITH-Arena feststellen durften), verabschiede ich mich von einem ereignisreichen Wochenende, dem mit Sicherheit  ereignisreiche Urlaubstage folgen werden, denn ich habe die nächsten vier Wochen frei (etwas Neid, bitte?! :o). Keine Angst aber, ich werde Sie teilhaben lassen!

Freitag, 10. Juni 2016

Wo eine Tür zugeht...

...geht eine andere auf. Heute ging für mich eine Türe zu: nach sechseindreiviertel Jahren (drei Jahre Studium an der Dualen Hochschule und dreieindreiviertel als Angestellte) habe ich die Firma verlassen, bei der ich meinen ersten Job antrat. Ein ziemlich gewichtiger Schritt für mich (andere Menschen würden an dieser Stelle vielleicht sagen: Na und, ist doch völlig normal, muss man halt so machen, wenn man beruflich vorwärts kommen will.), denn ich hatte hier eine gute Zeit, privat und beruflich. Aber jetzt geht es eben anders weiter

Ich habe den letzten Freitag auf der Arbeit genutzt, um mich auch von all meinen Kollegen gebührend zu verabschieden. Freitags stand bei uns während des letzten Jahres regelmäßig Weißwurstfrühstück in der Kantine auf dem Plan, deshalb habe heute ich den Kollegen ein Weißwurstfrühstück in unserem Bistro spendiert. Es waren viele Kollegen da, mit denen ich über die Jahre hinweg eng zusammengearbeitet habe. Darüber hab' ich mich wahnsinnig gefreut - Ihr werdet mir alle fehlen (aber Ihr lest natürlich jetzt alle hier mit, gell?)! Meine Kollegen haben mir noch ein wunderbares Geschenk mit auf den Weg gegeben (da die Steiff-Bären ja hier aus der Gegend kommen, passt der Reisebär Lotte natürlich wunderbar). Vor allem die Süßigkeiten haben sie super ausgesucht, da sie mir einfach gut zugehört haben. :o) Diese Trüffel sind einfach optisch schon ein Highlight - bin ich eine Diva?! ;o)



Bei dem Versuch, meine Unterlagen möglichst zu vernichten, habe ich zunächst den Aktenvernichter an den Rand seiner Leistungsfähigkeit gebracht, dann eine Riesensauerei veranstaltet und dann war er auf halber Strecke einfach voll. :o) Nach der großen Runde durch alle Büros, um all den Menschen "Leb' wohl!" zu sagen, die ich im Laufe der Jahre getroffen habe, habe ich all meine Arbeitsmittel abgegeben und dann noch die Radfahrkollegen für eine letzte Runde über die Ostalb mit dem Rennradl getroffen. Diese ist dann, aufgrund diverser Navigationsschwierigkeiten etwas länger ausgefallen - nach 80km waren wir aber wieder zuhause.:o)




Bei so einem vollen Tag blieb mir gar keine Möglichkeit, darüber nachzudenken, ob ich das jetzt traurig finde zu gehen oder ob ich mich freuen soll, dass ich einen Neustart bekomme. Ich denke aber, ich bin mir dessen bewusst, was ich hier erlebt habe und dass es gut war, aber ich schaue gleichermaßen positiv nach vorne und bin mir sicher, dass da wieder einiges kommen wird, auf das ich mich freuen kann.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Abschied mit Bademütze

Es wird ernst und immer ernster. Zum letzten Mal in der ganz frühen Früh laufenderweise zur Arbeit, dort duschen und dann den Spind leer räumen. Dann (Weißwurst-) Frühstück - für mich keine Wurst, sondern Müsli mit Obst und Joghurt - mit einer Kollegin, die ich zur offiziellen Verabschiedung am kommenden Freitag, aufgrund von Urlaub, nicht mehr treffen werde. Dann Dokumente und Wissen an die Kollegen übergeben, dann Mittagessen mit einem meiner sportlichen Kollegen, dann "entspannte" Mittagspause (der Kurs ist eigentlich zum "Runterkommen" gedacht und manchmal döse ich dabei auch echt weg, aber heute reicht's nur dafür, etwas ruhiger zu werden - immerhin...), dann Zusammenstellen von einem "Sport-Informationspaket" per E-Mail für den Kollegen, mit dem ich Mittagessen war, weil der dummerweise (noch) nur Englisch spricht und damit an ausschließlich deutschen Homepages, die über Triathlon-Vereine, Triathlon-Wettkämpfe und andere sportliche Veranstaltungen informieren, momentan kläglich scheitert. Abschließend schreibe ich an den Punkten, die in meinem Arbeitszeugnis aufgeführt werden sollen. Und das dauert dann aus irgendwelchen Gründen viel länger als geplant. Geplant war, dass ich - total Hausfrauen like - wenn alle um 18.30 Uhr zu mir kommen, schon den Tisch gedeckt, die Getränke bereitgestellt und das Abendessen fertig habe. Aber wie das manchmal so ist: erstens kommt es anders... :o) um 17.50 Uhr sitze ich immer noch am Schreibtisch. 

Nach hause laufen (im Sinne von "rennen") streiche ich deshalb schonmal von der Agenda, denn dann müsste ich, bevor alle kommen auch noch duschen, und das ist zeitlich einfach nicht mehr drin. Außerdem muss ich auch noch ein frisches Brot kaufen, denn wir wollen alle zusammen vespern. Dann stelle ich aber fest, dass ich, pflichtbewusst wie ich nunmal bin, meinen Kollegen sämtliche Schulden zurückgezahlt habe und deshalb kein Kleingeld mehr besitze. Also, vorher auch noch zur Bank... Am Ende komme ich, pünktlich mit meinen ersten Gästen, mit Geld und Brot, zuhause an und bereite das Abendessen mit allen Gästen zusammen zu. 


Bis auf eine sind sie alle da (und diese eine werde ich schon nochmal treffen in der kommenden Zeit), das freut mich natürlich sehr und bedeutet mir viel, denn wir haben in den letzten sechseindreiviertel Jahren unzählbare Trainingseinheiten miteinander verbracht, viele Abende und "Kuchen Contests" miteinander veranstaltet. Und auch der heutige Abend gehört zu unseren gelungenen Treffen. Nun ist diese Zeit vorbei und wir alle haben sie heute fröhlich miteinander abgeschlossen (ich hatte ja überlegt, dass ich morgen nicht ins letzte Training gehe... vielleicht habe ich hier aber meine Meinung geändert :o), aber es kommt eine neue Zeit, auf die ich mich auch schon freue. Sehr gefreut habe ich mich übrigens auch über die neongrüne Badekappe mit den Autogrammen aller und über den Wertgutschein für ein weltbekanntes Online-Kaufhaus. ;o) 

Was mich zuversichtlich stimmt ist, dass die Menschen, die das wollen und denen es wichtig ist, einem idR ja auch über räumliche Distanz hinweg erhalten bleiben. Wer weiß also, ob wir uns nicht auch zukünftig irgendwo anders in Deutschland mal wieder zum Abendessen treffen...


Montag, 6. Juni 2016

"Geht nicht" wohnt in der Ich-Will-Nicht-Straße


"Vereinbarkeit von Beruf und Familie" ist das Stichwort, ein Thema, das hierzulande immer wieder viele an vielen Stellen hoch- und runterdiskutieren. Und auch ich habe mir dazu eine Meinung gebildet.

Ja, werden Sie sagen (und das tun auch ganz viele Leute um mich herum, ich kenn'das also schon), woher wollen Sie denn wissen, wie das geht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen - Sie haben ja gar keine Familie!

Ja und?! Aber ich möchte ganz gern mal eine haben und ich habe eine Vorstellung davon, wie das dann laufen soll, ich habe ein Zielbild im Kopf und ich denke, das muss man auch haben, denn sonst weiß man ja gar nicht, wo man hinlaufen, an welchen Schrauben man drehen muss. Wie man dieses Ziel dann erreicht, ja, da muss man den Kurs wahrscheinlich immer mal wieder korrigieren, aber wichtig ist doch, dass man weiß, wie das Ergebnis aussehen soll. Jeder fängt mal so an, auch die- oder derjenige, die heute eine Familie haben - sie alle starten mit einer Zielvorstellung. Also darf ich mich - verflixt nochmal - ebenfalls zu diesem Thema äußern!

Frau Brüllen lese ich zu diesem Thema gern und ihren Artikel zu ebendiesem, möchte ich Ihnen an dieser Stelle einfach mal ans Herz legen - wenigstens falls es Sie noch interessiert oder betrifft. Und ich gebe ihr aus ganzem Herzen recht. Mir gehen all diese Aussagen à la "Das ist halt so, das geht nicht anders, das wirst auch Du noch sehen." (egal, ob das Thema jetzt die Kinderziehung, die Karrieremöglichkeiten einer Mutter, das Aufrechterhalten eines eigenen Lebens der Eltern neben der Familie oder jegliche weitere Themen, die in diese Richtung gehen, sind) dermaßen auf den Geist!

Eine Beziehung besteht aus zwei Menschen, die sich gemeinschaftlich dazu entschieden haben, eine Familie aufzubauen und aus genau diesem Grund ist es an BEIDEN Menschen, sich sämtliche darin anfallende Aufgaben zu teilen - selbst, wenn Beziehungen auseinander gehen, einfach weil beide bewusst die Entscheidung getroffen haben sollten, diese Familie haben zu wollen und sie deshalb auch dafür verantwortlich sind. Und ja, es mag Konstellationen geben, in denen es noch schwieriger ist, als in anderen, diese Vereinbarkeit zu leben (und nein, auch ich, habe hier kein Patentrezept parat), aber was mir an dieser Stelle wichtig ist loszuwerden: wenn man will, kann man seine Ziele auch erreichen - das gilt für das Privat- und/oder das Berufsleben gleichermaßen.

An dieser Stelle lasse ich Sie nun kurz in meinen Kopf schauen: die Vorstellung, die ich habe, sieht in etwa wie folgt aus: ich habe einen Job, den ich gut mache, weil ihn in Gänze mag (dass auch hier nicht immer alles "rosarote Wolken" ist, müssen Sie mir nicht erzählen und ja, ich schaue ja auch erst grade intensiv danach, was mich beruflich so richtig ausfüllen könnte, aber wie eingangs erwähnt, man muss doch Ziele haben...). Und ich habe einen Menschen an meiner Seite, mit dem eine Familie zu haben und dieses "Projekt" gemeinschaftlich zu stemmen absolut realistisch ist. Und wenn es dann einmal soweit ist, dass sich die Familienplanung bei uns anbahnt, dann wird mir mein Chef sagen: "Es ist wunderbar, dass Sie Mutter werden, aber wir möchten Sie darüber als Arbeitnehmerin nicht verlieren. Lassen Sie uns zusammen überlegen, wie die Rahmenbedingungen aussehen müssen, dass Sie uns bald wieder vollwertig zur Verfügung stehen können!"






Es ist mir klar, dass dieser Weg - als weibliches Mitglied der Gesellschaft, auch mit Familie, beruflich ebenfalls weiterzukommen - vielleicht nicht dem Normalfall entspricht und deshalb nicht der einfachste ist (und eigentlich ist das doch furchtbar, dass es immer noch so ist und man deshalb drüber sprechen muss), weil man erstmal den Partner finden muss, der dieses Ziel mit einem zusammen erreich will (und das wollen beileibe nicht alle), weil es dann viel Organisation und ggf. auch wenig Schlaf bedeutet, weil das unbequem sein kann und weil man vllt. auch mal jammern muss, weil's wehtut. Aber es ist wie mit allem anderen im Leben: wenn man etwas erreichen will, dann wird man es auch erreichen. All diesen "Nein, das geht nicht"s sei gesagt: "'Geht nicht' wohnt immer in der "Ich-Will-Nicht-Straße".

Ja (das ist jetzt der Disclaimer), das ist MEINE Meinung zu diesem Thema und ich werde dafür kämpfen, dass ICH (oder besser dass "wir") an dieser Stelle auf einen möglichst grünen Zweig komme(n) und nein, ich weiß nicht, ob ich mich auf dem Weg dorthin vielleicht einfach an der ein oder anderen Stelle dann doch umentscheide oder gar meine Meinung (soll unter dem Einfluss von Hormonen ja auch schon vorgekommen sein) gänzlich ändern werde. Und ja, andere Leute haben dazu eben eine andere Meinung, bitte schön, das geht in Ordnung. Aber bitte verallgemeinert doch dieses Thema nicht immer so! Wie wollen wir an dieser Front denn Fortschritt hinkriegen, wenn "War halt schon immer so" und "Nein, geht nicht" weiterhin die Oberhand behalten?

Sonntag, 5. Juni 2016

Happy End

Es ist Sonntag Morgen 7.00 Uhr und der Wecker klingelt - heute ist Stadtlauf, mein letzter hier und mein allererster Lauf in diesem Jahr. Wenn ich an den im letzten Jahr zurück denke, als ich ziemliche Probleme hatte mit meiner Hüfte und aufgrund dessen auch mit meinem Knie (man hatte mir damals erzählt, ich müsse operiert werden, da meine Hüftfehlstellung so gravierend sei, dass man sie nur mit einer OP korrigieren könne), bin ich heilfroh, dass ich heute in bestem körperlichem Zustand aufstehen kann (was so ein bisschen Krafttraining nicht alles bewirken kann :o), selbst wenn es so früh und das auch noch am Wochenende ist.

Der Stadtlauf läuft im wahrsten Sinne des Wortes. Ich fühle mich gesamte Strecke über gut und laufe aufrecht und mit Kraft (wieder das Krafttraining, Sie wissen schon). Ein bisschen melancholisch werde ich zwischendrin schon, vor allem, weil an der Strecke immer wieder Leute stehen, die mich anfeuern - es ist so toll, wenn da jemand steht und daran glaubt, dass Du ankommst, auch wenn Du in genau diesem Moment vllt. nicht gut aussiehst. Allein dafür lohnt es sich weiterzumachen, auch wenn ich nicht der geborene Läufer bin. Dafür, dass in der vergangenen Zeit mein Fokus nicht hauptsächlich auf dem Sport lag, ist der Lauf total in Ordnung. Und auch das Ergebnis ist okay, ich bin zumindest nicht langsamer geworden ;o)



Nach dem Lauf nehme ich direkt den Zug nach Stuttgart. Mit der Lieblingskollegin :o) geht's nach Waldenbuch, um dort die Museen der Firma Ritter-Sport zu besuchen: die Sammlung Marli Hoppe-Ritter und das angeschlossene Schokoladen Museum. Den Schokoshop dürfen wir natürlich auch nicht auslassen (die Schokowerkstatt, in der ganz aktuell eine Ritter-Sport Tafel in der "Äffte und Pferdle" Edition, mit Banane und Hafer, produziert werden kann ist leider ein Spaß, der nur Kindern vergönnt ist). 


Die Sammlung ist wirklich zu empfehlen. Das Quadrat als Form ist quasi allgegenwärtig (wie passend!) und eben der Kreis. Die Exponate sind allesamt sehenswert und handwerklich gut gemacht (daher ihren Kaufpreis zumindest aus der Sicht sicherlich wert :o). Sie spielen durchgängig mit der menschlichen Wahrnehmung, bedienen sich des Lichts oder der optischen Täuschung bzw. Illusion um zu beeindrucken. Jeder Besucher erhält einen Audio-Guide am Eingang und zu den meisten Stücken gibt es einen informativen Text - häufig auch eine Extraversion für die Kleinen. Insgesamt ist die Sammlung nicht allzu groß, so dass man sie locker innerhalb 1h (und das ist man schon ausgiebig unterwegs) anschauen kann.










Das Schokoladenmuseum stellt sehr detailliert dar, aus welchen Zutaten Schokolade und wie sie hergestellt wird. Natürlich geht es auch ausgiebig um die Rohstoffe, die in den Schokoladen des Hauses Roter-Sport verarbeitet werden und um die Firmengeschichte anhand der quadratischen und später auch bunten Tafeln Schokolade.




Im Schokoshop wimmelt es vor Schokolade in allen Größen, Farben und Formen. Bruchschokolade und Schokoladenexperimente, die es (noch) nicht zu kaufen gibt, findet man natürlich auch. Es lohnt sich definitiv zu stöbern (wenn man auf Schokolade steht).



Am Abend dann das letzte Highlight des Tages: im Zug nach hause finde meinen Schlüssel nicht - er ist weg. In meinem Rucksack jedenfalls ist er nicht. Ich denke nach, wann ich ihn zum letzten Mal gesehen habe, morgens vorm Lauf hatte ich ihn noch. Ich tigere noch einmal zur Duschgelegenheit - abgeschlossen - am Rathaus ist sechs Stunden nach dem letzten Start auch niemand mehr... dieser Schlüssel ist weg. Ich sehe mich schon sämtliche daran befindlichen Schlüssel wiederbeschaffen, den Autoschlüssel kann man nachbestellen, sämtliche Haus- und Wohnungsschlüssel muss ich nachmachen lassen, der Büroschlüssel - hm, das wird schwieriger, das ist ein Schließanlagenschlüssel. Naja, alles nicht so schlimm, kriegt man schon wieder her, die Schlüssel, nur dass dieser eine schöne Schlüsselanhänger jetzt wohl weg ist, das ärgert mich etwas. Ich komme bei meinem Fahrrad an und freue mich's schon, dass ich ein Zahlenschloss daran habe, da bleibt mir beinahe der Mund offen stehen:


Schwein gehabt! Es soll nochmal einer sagen, das hier sei so kriminelles Pflaster. :o)

Donnerstag, 2. Juni 2016

Du bist für mich eine Chipstüte...

...nachdem ich Dich aufgerissen habe, ist die Hälfte von Dir nur Luft. 
(Den Spruch sollte ich mir dringend merken.)

Es ist 23:04 Uhr, in Worten dreiundzwanzig Uhr vier - vier nach elf!!! Eigentlich habe ich mir vorgenommen, in Zukunft gegen elf Uhr abends im Bett zu liegen, denn Schlaf ist wichtig für den, der tagsüber was leisten will. Hm. Die Zukunft fängt morgen an, ich bin einfach eine Eule. *Schuhuuu*

Gerade komme ich vom Poetry Slam im Café Swing in Heidenheim - gucken Sie nicht so! Ja, Poetry Slam, ja, in Heidenheim. Der kann sich echt sehen lassen! Moderiert von einem begabten Redner und spontanen Reimer, liefern sich neun Leute in drei Runden einen Kampf um den gelungensten Text, das geschmeidigste Gedicht oder die amüsanteste Geschichte, bevor dann im Finale unter drei Nominierten der Sieger oder die Siegerin per Applaus gekürt wird. Die Perlen des heutigen Abends (aber nur die ganz kurzen) habe ich aufgesaugt, um sie genau jetzt und hier wieder auszuspucken:

Heiligs Bleche (Martin Szegedi)
Ich fahre einen Skoda,
das ist wie "statt Bier nur Soda".
Man stillt seinen Durst,
aber bekommt keinen Rausch.

Ich tauschte ihn gerne gegen einen Polo,
doch bin ich nicht mehr solo.

Ich führe auch gerne einen BMW,
der täte mir aber im Geldbeutel weh.

Auch mit einem Daimler
wäre meine Rente im Eimer.

Vielleicht ein Audi,
das wär' ne Gaudi!

Mit Zahnpasta im Ohr kommt einem alles etwas leiser vor. 
(Wie wahr, wie wahr :o)

Woraus besteht eine kinderlose Ehe?
Aus Spaßvögeln.


(Die Bühne ist am rechten Rand.)

Es ist wie so oft, gerade noch gehört, jetzt schon wieder vergessen... sorry! Aber Goethes Zauberlehrling, umgeschrieben über das Lebens eines Veganers, der Metzger werden musste oder die Odyssee eines Discohassers in einem Club am Samstagabend, gepaart mit Wagners Wallküren, die konnte ich leider nicht im Gesamten im Kopf behalten. Da hilft Ihnen jetzt nur eins: beim nächsten Mal einfach selbst hingehen - am 06.10.2016 um 20.00 Uhr ins Café Swing in Heidenheim.

Und ein Tipp noch: seien Sie etwas früher da! Die Veranstaltung ist in der Regel ausverkauft.